Netzpolitik
17.08.2014

Polizei will gestohlene Handys per IMEI-Nummer sperren

Die österreichische Polizei will künftig gestohlene Geräte aus der Ferne sperren. Die Netzbetreiber müssen an Bord geholt werden.

Die österreichische Polizei will gestohlene Handys in Zukunft über die sogenannte IMEI-Nummer (International Mobile Station Equipment Identity) aus der Ferne sperren. Damit sollen die Geräte für die Diebe wertlos gemacht werden. Das kündigte Mario Heil vom Bundeskriminalamt gegenüber Ö3 an, heißt es in einem Bericht von ORF.at. Die IMEI-Nummer ist eine 15-stellige Seriennummer, über die man jedes Handy identifizieren und eben auch sperren kann. Die einzige Funktion, die trotz IMEI-Sperre aktiv bleibt, ist der Notruf.

Um die Pläne umzusetzen, muss die Polizei allerdings zunächst die heimischen Netzbetreiber an Bord holen. Offenbar will das Innenministerium ab September Gespräche zu dem Thema führen, ein gemeinsames IMEI-Register ist das Ziel.

Abfrage durch *#06#

Wer die IMEI-Nummer seines Handys abfragen will, muss dazu die Tastenkombination *#06# eingeben. Häufig findet sich die Nummer auch auf der Rückseite des Handys unter dem Akku. Die IMEI-Nummer ist zwar ein Standard, der vor Manipulation sicher sein soll, ist dies aber nicht. Immer wieder kommt es unter Einsatz entsprechender Software auch hier zu nachträglichen Eingriffen und Manipulationen.

Datenschutz

Man darf zudem gespannt sein, wie die Pläne der Polizei, ein “gemeinsames IMEI-Register” zu erstellen, von Datenschützern bewertet werden. Theoretisch bieten derlei Maßnahem natürlich wiederum großes Potenzial für Missbrauch und Überwachungsmaßnahmen.