PornHub sorgt immer wieder für ungewöhnliche Aktionen. So machte die Website etwa Sex mit BangFit zum Fitness-Wettbewerb. Jetzt setzt sie sich für den Erhalt von Netzneutralität ein.

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Netzpolitik
06/27/2017

Pornhub kämpft für Erhalt von Netzneutralität

In den USA findet am 12. Juli ein Protest von Online-Unternehmen gegen die geplante Abschaffung der Netzneutralität statt. Auch Pornhub und Reddit beteiligen sich.

Am 12. Juli wird man auf der Website von Pornhub, die täglich 75 Millionen Besucher anzieht, einen Banner finden, der sich für den Beibehalt der Netzneutralität in den USA einsetzt. Derzeit prüft die zuständige Behörde FCC unter der Regierung von Donald Trump nämlich Vorschläge, um das offene Internet abzuschaffen.

„Ohne Netzneutralität hätten wir Pornhub vor zehn Jahren nicht gründen können“, sagt Cory Price, Vizepräsident der Porno-Website. „Ohne Netzneutralität würde das Internet in die Kontrolle der Kabelfirmen sein und die hätten dadurch eine unfaire Macht, die Gewinner und Verlierer am Markt zu bestimmen.“ Price spricht dabei von Unternehmen wie Verizon, Comcast oder AT&T, die dann bestimmen würden, welche Dienste auf ihren Geräten „schneller“ und welche „langsamer“ übertragen würden.

"Schneller, schneller gewöhnt"

„Die Porno-Industrie hat noch nie ‚langsamer, langsamer, langsamer‘ gerufen. Wir sind eher das ‚schneller, schneller, schneller‘ gewöhnt“, sagt Price gegenüber "Motherboard". Pornhub schließt sich mit der Aktion der Protest-Initiative von „Fight for the Future“ an. Diese organisieren den Protesttag am 12. Juli.

Insgesamt sollen rund 60 Unternehmen daran teilnehmen. Neben Pornhub sind auch andere „Web-Riesen“ dabei, wie etwa Amazon, Github, Kickstarter oder Reddit. Pornhub, Reddit und Amazon befinden sich unter den Top 5 meist besuchten Seiten in den USA. Der Tag soll ähnlich wie beim „Blackout“ von SOPAfür viel Aufmerksamkeit sorgen. An der Aktion gegen das Zensur-Gesetz beteiligten sich damals ebenfalls viele große Internet-Firmen.

Die Aktion ist zudem nicht der erste Protest gegen die Pläne Trumps, die Netzneutralität in den USA abzuschaffen. Rund 800 Start-ups haben an den neuen FCC-Chef einen Brief verschickt, in dem sie vor den Folgen, die eine Abschaffung der Netzneutralität für die US-Wirtschaft und Start-up-Kultur mit sich bringen würde, warnen.