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Netzpolitik
05/02/2012

re:publica: Konferenz über Bewegungen im Netz

Anonymous, Occupy, Piratenparteien, Internet-Zensur, Überwachung, ACTA, Vorratsdatenspeicherung und Online-Kampagnen - wer sich für das weite Feld der Netzpolitik interessiert, der ist diese Woche wahrscheinlich in Berlin auf der Konferenz re:publica unterwegs. Tickets für die dreitägige Veranstaltung sind noch zu haben.

Das erhöhte Blogger/Start-up-Gründer-/Internetszene-Menschen-Aufkommen am Dienstag am Flughafen Schwechat hat im Wesentlichen einen Grund: Die Internet-Konferenz re:publica 2012 in Berlin. Drei Tage lang, vom 2. bis 4. Mai, bietet sie in mehr als 200 Stunden Programm Über- und Einblick in alle wichtigen netzpolitischen Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit. In Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Ganggesprächen und bei wahrscheinlich sehr viel Mate (a.k.a. “Hacker-Brause”) werden die Teilnehmer in der Station-Berlin drei Tage lang alles rund ums Netz besprechen.

“Unter dem Motto „ACT!ON“ versammeln sich vierzehn verschiedene Themenstränge, die die Schubkraft sozialer Medien widerspiegeln und die gesellschaftliche, wirtschaftliche und kreative Dimension der Digitalisierung beleuchten”, heißt es in einer Aussendung der Veranstalter. Online sind keine Tickets mehr für die re:publica erhältlich, es werden vor Ort lediglich noch so genannte Walk-In-Tickets angeboten, die Kurzentschlossene ab 130 Euro ergattern können.

Tipp für alle Daheimgebliebenen: Die re:publica kann auch via Live-Stream teilweise im Internet mitverfolgt werden.

200 Stunden auf acht Bühnen
Die re:publica bietet seinen Teilnehmern ein sehr umfassendes - und für manch einen vielleicht sogar überforderndes - Programm. Auf acht Bühnen wird 200 Stunden geboten - wobei die Hauptbühne (Stage 1) vor allem im Zeichen der Netzbewegungen steht. So wird der Columbia-Professor Eben Moglen, einer der Vordenker der Free-Software-Bewegung, am Mittwoch die Keynote halten. In der Diskussion rund um Netzfreiheit und Online-Demokratie darf natürlich auch Anonymous nicht fehlen - dem Hacker-Kollektiv werden sich unter anderem Frank Rieger vom Chaos Computer Club oder Jacob Applebaum, Entwickler der Anonymisierungs-Software Tor, widmen.

Auch der Überwachungsstaat wird Thema sein, und zwar sowohl in Bezug auf ACTA und die Vorratsdatenspeicherung als auch in Bezug auf autoritäre Staaten. Blogger aus dem Iran, China, Tunesien oder Ägypten werden aus ihrem Internet-Alltag berichten. Und natürlich werden auch die Piratenparteien vor Ort sein, in erster Linie vertreten durch den Gründer der schwedischen Piratenpartei, Rick Falkvinge. Ein weiteres Highlight: Der Vortrag von EU-Kommissarin Neelie Kroes.

Österreichische Beteiligung gibt es ebenfalls: Die Wissenschaftlerinnen Jana Herwig und Susanne Zöhrer werden über den wandelnden Computer-User referieren, und Thomas Lohninger von der AKVorrat wird sich seinem Thema Building an activist movement from scratch widmen.

Spaß muss sein
Auch die Unterhaltung darf nicht zu kurz kommen: Neben dem traditionellen - und meist sehr amüsanten- Überraschungsvortrag von Blogger Sascha Lobo am Mittwoch Abend wird der Fail Award am Donnerstag Abend an das schlechteste professionelle deutsche Webvideo vergeben, und re:publica-Partner wie die Social-Games-Firma Wooga schmeißen Partys in Berlin.

Die futurezone ist vor Ort und wird von allen drei Tagen der Konferenz ausführlich berichten.

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