Netzpolitik
08.01.2017

Russland lässt LinkedIn-App aus App Stores löschen

Nach der Webseiten-Blockade hat Russland die Entfernung der LinkedIn-App aus den russischen Ablegern der App-Marktplätze von Apple und Google verlangt.

Das Karrierenetzwerk LinkedIn soll in Russland komplett blockiert werden, weil es Daten von russischen Nutzern nicht in Russland speichern will. Die russischen Behörden haben LinkedIn deshalb bereits im November mit einer Netzsperre belegt. Nun wurde die LinkedIn-App für russische Besucher aus den App-Marktplätzen von Apple und Google entfernt, wie die New York Times berichtet. Durch die Netzsperre hat die LinkedIn-App in Russland schon zuvor nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert.

Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Apple die App der New York Times auf Betreiben chinesischer Behörden für chinesische Besucher aus dem App-Store löschen musste. Der aktuelle Fall stellt also eine weitere Einmischung staatlicher Organe in das Angebot privater US-Unternehmen innerhalb weniger Tage dar.

Bürgerrechtsorganisationen wittern durch den verstärkten Fokus auf Apps eine neue Ära im Beschneiden der Meinungsfreiheit. Sie fürchten außerdem eine "Balkanisierung" des Internets, die zur Einschränkung des Datenschutzes und zur Ausschaltung politischer Opposition führe. Viele Staaten sehen Blockaden wiederum als das einzige Mittel, um sich gegen aufgedrängte Wertvorstellungen aus dem Silicon Valley zu wehren.