Netzpolitik
09.03.2018

"Schockierende Stille" bei Treffen zwischen Trump und Gaming-Industrie

Das Meeting zwischen dem US-Präsidenten und Vertretern der Videospielebranche ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

In den vergangenen Stunden hat US-Präsident Donald Trump Strafzölle auf Stahl und Aluminium verhängt und damit den viel zitierten Handelskrieg ausgerufen. Außerdem hat er bekanntgegeben, dass er dazu bereit erklärt, Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zur Lösung des Atomkonflikts zu treffen.

Dazwischen hat sich Trump eine Stunde lang mit Vertretern der Videospielebranche getroffen. Nach dem verheerenden Amoklauf an einer High-School im Bundesstaat Florida mit 17 Toten hatte der US-Präsident unter anderem gewalttätigen Computer-Spielen Mitschuld an der Tragödie gegeben. Auch in der Vergangenheit hat Trump bereits Aussagen getätigt, wonach er der Meinung sei, gewalttätige Spiele beeinflussen die Gedanken von Jugendlichen.

Unterschiedliche Auffassungen

"Zu Beginn des Meetings wurden einige Szenen aus gewalttätigen Spielen gezeigt. Trump erwähnte, wie brutal diese Szenen seien. Es herrschte eine schockierende Stille", sagte Melissa Henson, eine Sprecherin des Parents Television Council einer konservativen Lobbygruppe für familienfreundliches TV-Programm. Brent Bozell, der Gründer des Parents Television Council nutzte das Treffen um für eine stärkere Regulierung von Videospielen zu werben. Er möchte, dass Gewalt in Spielen ähnlich gehandhabt wird, wie etwa Alkohol oder Tabak.

Die Electronic Software Association (ESA), die die Spielekonzerne in den USA vertritt, hielt dagegen und verwies auf zahlreiche wissenschaftliche Studien, die belegen würden, dass es keine Verbindung zwischen gewalttätigen Spielen und Amokläufen gäbe. Unterstützung erhielt die ESA unter anderem vom republikanischen Senator für Florida Marco Rubio. Er sagte zur Washington Post, es gäbe keine Verbindung zu Gewalt in Spielen und dem schrecklichen Amoklauf in der Parkland High School in Florida.

Treffen ohne Ergebnis

Bei einem waren sich die Teilnehmer des Treffens allerdings einig: "Beim Treffen ging es in erster Linie um einen Informationsaustausch", sagte etwa Henson nach dem Meeting. Niemand habe sich ernsthaft irgendwelche Ergebnisse oder neuen Maßnahmen erwartet. "Das heutige Meeting war eine Möglichkeit, die Standpunkte der verschiedenen Seiten anzuhören", meinte die Kongressabgeordnete Vicky Hartzler.

"Beim Treffen haben die Vertreter der Gaming-Industrie mit dem Präsidenten über die Auswirkungen von Gewalt in Videospielen auf Jugendliche, vor allem junge Männer, gesprochen", heißt es in einem offiziellen Statement des Weißen Hauses. Das Meeting sei Teil einer laufenden Diskussion zwischen Vertretern der Industrie, Lokalpolitikern und dem US-Congress.

Obwohl auch einige Teilnehmer das Treffen für einen Startpunkt einer breiten Debatte sehen, sind keine weitere Schritte oder Folgetreffen vereinbart oder verkündet worden.