Facebook soll Freunde-Tracker-App entwickeln

© REUTERS

Datenschutz
06/04/2012

Schrems: "Facebook-Abstimmung ist eine Farce"

Die derzeit laufende Abstimmung über die neuen Datenschutzrichtlinien sei laut Facebook-Kritiker Max Schrems eine Farce, da erst 0,006288 Prozent der Nutzer daran teilnehmen konnten. Für einen Erfolg werden mindestens 30 Prozent benötigt.

Wie

hat Facebook diesen Freitag (1. Juni) eineAbstimmungüber die vor 4 Wochen vorgeschlagenen Änderungen der Datenschutzrichtlinien online gestellt. Doch Max Schrems, Sprecher von europe-v-facebook.org, kritisiert die Art der Durchführung von Facebook, da die Abstimmung gut versteckt sei: „Facebook betreibt hier wieder einmal offensichtliche Nutzerverarsche: Erst wird groß die Nutzerbeteiligung versprochen, dann wird zur Sicherheit die Wahlurne versteckt. Frei nach dem Motto: ‚Demokratie nur wenn das Ergebnis sicher stimmt`. Zuckerberg nahm anscheinend ‚Demokratieunterricht` in China."

Zu wenige Stimmen
Die Abstimmung wurde notwendig, da Facebook laut seiner eigenen Geschäftsbedingungen zu einer Abstimmung verpflichtet ist, sobald mehr als 7.000 Nutzer eine bestimmte Veränderung kommentieren. Allerdings ist das Ergebnis der nun gestarteten Abstimmung nur bindend, wenn mindestens 30 Prozent der Facebook-Mitglieder abstimmen - das wären 270 Millionen Menschen. „Bis Sonntag um 18 Uhr haben nur 56.655 von 901 Mio. Nutzern abgestimmt, das sind 0,006288%", sagt Schrems. Die Aktion „our-policy.org", die von Facebook-Kritiker Max Schrems initiiert wurde, konnte über 40.000 Kommentare erreichen.

"Nur Nachteile"
In der Abstimmung soll über die Einführung neuer Datenschutzrichtlinien abgestimmt werden, die aber laut Schrems "noch weniger Rechte für die Nutzer" bringen würden und gegen die Auflagen der irischen Datenschutzbehörde verstoßen. Derzeit sprechen sich knapp 74 Prozent der Personen, die abgestimmt haben, gegen die Einführung der neuen Richtlinie aus.