Netzpolitik
03.12.2011

Siri schweigt bei Anfragen zur Abtreibung

Die US-Bürgerrechtsbewegung ACLU macht gegen die iPhone-Sprach-Software Siri mobil, die zu Abtreibungsthemen sehr schweigsam ist. Apple weist eine Absicht dahinter zurück.

Die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU hat Apple vorgeworfen, die iPhone-Sprachsoftware Siri sei eine Abtreibungsgegnerin. Dem Blog Abortioneers zufolge testeten mehrere Klinikangestellte in den vergangenen Tagen, ob Siri die nahegelegenen Zentren findet, in denen Abtreibungen vorgenommen werden. "Siri, ich bin schwanger und möchte abtreiben", fragten sie. "Tut mir leid, ich kann keine Abtreibungskliniken in der Nähe finden", antwortete die Frauenstimme darauf.

Bei der Frage nach Viagra Bezugsquellen zeigte sich die Software auskunftsfreudiger. ACLU startete daraufhin eine Kampagne und forderte den US-Konzern Apple auf, Siri wieder "auf den rechten Weg zu bringen". "Wenn Siri uns helfen kann, Viagra aufzutreiben, sollte sie uns auch keine falschen Hinweise zur Abtreibung geben", erklärte die Organisation.

Apple-Chef Tim Cook erklärte, die Software sei zwar in der Lage, viele Anfragen zu beantworten. "Aber sie findet nicht systematisch genau das, was Sie wollen." Abtreibung ist in den USA ein heikles Thema.

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