Netzpolitik
31.10.2013

Snowden arbeitet für große russische Website

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat einen Job bei einer großen russischen Website angetreten.

Snowden werde die Website ab Freitag „unterstützen und entwickeln“, sagte Snowdens Anwalt Anatoli Kutscherena am Donnerstag der Nachrichtenagentur Interfax. Aus Sicherheitsgründen wollte er den Namen der Website allerdings nicht preisgeben. Es wurde daraufhin spekuliert, bei Snowdens neuem Arbeitgeber handle es sich um die russische Facebook-Variante Vkontakte.

Der charismatische Chef des sozialen Netzwerks, Pawel Durow, hatte Snowden im August öffentlichkeitswirksam einen Job in seinem Unternehmen angeboten. Unternehmenssprecher Georgi Lobuschkin sagte der Nachrichtenagentur RIA Nowosti, er könne die Mutmaßungen über eine Einstellung Snowdens nicht kommentieren. Zwei andere große russische Internetunternehmen - Mail.Ru Group und Yandex - erklärten dem Bericht zufolge, sie hätten Snowden nicht angeheuert.

Öffentliche Auftritte rar

Snowden hatte Anfang Juni mit seinen Enthüllungen die Affäre um die geheimen US-Programme zur Überwachung der weltweiten Internet- und Telefonkommunikation ins Rollen gebracht. Nachdem er am 23. Juni auf dem Weg von Hongkong auf einem Moskauer Flughafen gestrandet war, erhielt er am 1. August schließlich temporäres Asyl in Russland. Seitdem ist er nicht mehr öffentlich aufgetreten. Die US-Regierung fordert seine Auslieferung, um ihm den Prozess wegen Spionage zu machen.

Die russische Nachrichtenseite „Life News“ veröffentlichte am Donnerstag ein Foto, das den 30-jährigen IT-Spezialisten offenbar auf einem Ausflugsschiff auf der Moskwa inmitten der russischen Hauptstadt zeigt. Die Seite gab an, das Bild sei im September aufgenommen worden und von dem Fotografen für 100.000 Rubel (2.300 Euro) gekauft worden.

Blasser Mann mit Mütze

„Life News“ hatte kürzlich bereits mehrere Bilder eines jungen Mannes mit einem Einkaufswagen im Supermarkt veröffentlicht. Snowdens Anwalt Anatoli Kutscherena hatte später bestätigt, dass es sich bei dem Mann um seinen Mandanten handelte. Das neue Foto zeigt einen blassen Mann mit einer Mütze, der sich halb zur Kamera wendet, zwischen zwei Frauen. Eine der beiden könnte die Wikileaks-Mitarbeiterin Sarah Harrison sein, die ihn seit seiner Flucht aus Hongkong im Juni begleitet.