© Thomas Prenner

Netzpolitik
06/04/2020

Tracking im Inkognito-Modus: Milliardenklage gegen Google

Eine Sammelklage in den USA fordert von dem Suchmaschinenkonzern 5 Milliarden US-Dollar.

Google muss sich in den USA einer Sammelklage stellen, bei der der Suchmaschinenbetreiber beschuldigt wird, Daten von Millionen von Menschen unrechtmäßig gesammelt zu haben. Konkret geht es um den sogenannten Inkognito-Modus in Googles Chrome-Browser, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

In der Klage heißt es, Google würde gegen Abhör- und Datenschutzgesetze verstoßen, weil auch in diesem Modus weiterhin “Kommunikation gesammelt, getrackt und abgefangen” werde. 

Google trackt und sammelt den Browser-Verlauf und andere Aktivitäten der Konsumenten, unabhängig davon, welche Schutzmaßnahmen sie treffen”, heißt es in der Klage. Getrackt werde über Google Analytics, den Google Ad Manager sowie Webseiten-Plugins und andere Anwendungen, wie es heißt. 

5 Milliarden Dollar Schadensersatz

Die Sammelklage fordert eine Schadenssumme von insgesamt 5 Milliarden US-Dollar vom Google-Mutterkonzern Alphabet. 

Google reagierte auf die Klage mit einer Klarstellung, was der Inkognito-Modus überhaupt sei. “Wie wir bei jedem Öffnen eines Inkognito-Tabs anzeigen, können Webseiten auch in diesem Modus Informationen über die Browsing-Aktivitäten sammeln”, so ein Sprecher des Unternehmens. 

Was der Inkognito-Modus macht

Wenn man den Inkognito-Modus aufruft, werden vom Browser kein Verlauf, keine Cookies sowie keine Webseitendaten gespeichert. Das heißt aber nicht, dass man nicht getrackt werden kann. Webseiten, die man besucht, können dennoch die eigenen Aktivitäten sehen. Auch vor einer möglichen Überwachung durch den eigenen Arbeitgeber bzw. Bereitsteller der IT-Infrastruktur oder auch durch den Internetanbieter ist man damit nicht geschützt. 

Immer wieder gab es Studien, die zeigten, dass sehr vielen Anwendern nicht bewusst ist, was der Inkognito-Modus eigentlich macht. Eine Studie der University of Chicago ergab etwa, dass viele Menschen ein völlig falsches Verständnis der Funktion haben.

So dachten etwa 40 Prozent der Teilnehmer dachten etwa, dass ihr Standort für die besuchte Webseite im Inkognito-Modus verborgen wird. 22 Prozent meinten fälschlicherweise, dass der Internet-Provider sie im Inkognito-Modus nicht tracken könne.

Viele der Schutzwirkungen, die sich die Nutzer vom Inkognito-Modus erhoffen, kann man nur durch die zusätzliche Verwendung eines VPN-Dienstes erreichen. 

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