Netzpolitik
11.08.2015

TTIP: Wikileaks belohnt Whistleblower mit Geld

Die Enthüllungsplattform will potenzielle Whistleblower mit einer Prämie von 109.700 Euro belohnen und so schneller an Insider-Infos kommen.

Die anonyme Enthüllungsplattform Wikileaks interessiert sich für das strittige transatlantische Handels- und Investitionsabkommen TTIP. Genauer gesagt für Insider-Informationen, die offiziell so nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Deshalb plant die Plattform nun, potenzielle Informanten, die Zugang zu Insider-Dokumenten bezüglich des Freihandelsabkommens haben, mit einer Prämie von 109.700 Euro anzulocken. Die stolze Summe soll rein durch Spendengelder gesammelt werden, wie Wikileaks erklärt.

Die Aktion findet auch unter Prominenten und anderen Aktivisten breite Unterstützung. Wikileaks listet auf der Homepage unter anderem den ehemaligen griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis sowie US-Journalist Glen Greenwald, der bei den Enthüllungen Edward Snowdens federführend war, als einige der zahlreichen Spender. Von den insgesamt 109.700 Euro sind bis dato etwas mehr als 21.000 gesammelt worden.

TTIP, TiSA, TPP

Das Freinahdelsabkommen TTIP wird aktuell hinter verschlossenen Türen zwischen den USA und Europa verhandelt. Es ist bereits der zweite Versuch von Wikileaks, mögliche Whistleblower mit einer Belohnung anzulocken. In der Vergangenheit hat die Enthüllungsplattform bereits Insider-Infos über ähnliche Abkommen wie das Trade in Services Agreement (TiSA) und die Transpazifische Partnerschaft (TPP) an die Öffentlichkeit weitergeleitet. Entscheidende Infos zu TPP werden aktuell ebenfalls mit einer Prämie von 150.000 Euro belohnt - die Sammlung steht aktuell bei knapp über 100.000 Euro.