Netzpolitik
05.11.2018

UK prüft personalisierte Preisgestaltung im Netz

Die britische Regierung prüft, ob Kunden beim Online-Shopping abgezockt werden.

Untersucht werden soll, ob Online-Händler persönliche Informationen über ihre  Kunden nutzen, um individuelle Preise für Reisen, Autos und Haushaltswaren festzulegen. Die Untersuchung wird auch von der Wettbewerbsbehörde Großbritanniens unterstützt. Anlass für die Prüfung sind "wachsende Bedenken" über den Einsatz von Technologie zur Personalisierung von Preisen, berichtet der Guardian. 17 Prozent der Einzelhandelsverkäufe werden in Großbritannien im Netz abgeschlossen.

Durch neue Technologie wie Bots oder künstliche Intelligenz steht den Händlern dort ein wachsendes Arsenal von Werkzeugen zur Verfügung, die sogenannte "dynamische Preisgestaltung" möglich machen. Dabei werden Informationen über Kunden, etwa Aufenthaltsort, Beziehungsstatus, Geburtstag oder Reisehistorie, genutzt, um einen Preis für eine Ware oder Dienstleistung festzulegen. Dass Preise sich mehrmals am Tag ändern können, ist im Online-Shopping-Business mittlerweile normal.

Durch die wachsende Datensammlungen können Verkäufer mittlerweile aber so weit gehen, dass jedem Kunden einen personalisierten Preis anbieten können. Durch digitale Preisschilder lässt sich diese Taktik auch in realen Geschäften umsetzen. "Die steigende Zahl der Online-Shopper macht es notwendig, dass wir verstehen, wie technischer Fortschritt sich auf die Konsumenten auswirkt. Damit wir verstehen können, wie wir Kunden vor unfairen Praktiken schützen, wenn diese eingesetzt werden", sagt Andrea Coscelli von der britischen Wettbewerbsbehörde.