Netzpolitik
26.08.2017

Verbotene Plattform "linksunten" meldet sich im Netz zurück

Auf der Website befindet sich auch ein Bericht über das Verbot. © Bild: Screenshot

Die umstrittene Plattform kehrt nach dem Verbot durch das deutsche Innenministerium zurück. Dazu zog man lediglich mit der Domain um.

Die verbotene linksextremistische Internetplattform linksunten.indymedia.org“ hat sich am Samstag im Netz wieder zu Wort gemeldet. „Wir sind bald wieder zurück“, war auf der Homepage zu lesen. „Der Cyberspace liegt nicht innerhalb Eurer Hoheitsgebiete. Glaubt nicht, Ihr könntet ihn gestalten, als wäre er ein öffentliches Projekt. Ihr könnt es nicht“, schrieben die nicht namentlich genannten Verfasser auf der Seite.

Mit Domain umgezogen

Das Bundesinnenministerium hatte die Internetplattform sieben Wochen nach den Krawallen am Rande des G20-Gipfels verboten. Die Seite sei die bedeutendste Plattform für gewaltbereite Linksextremisten in Deutschland, begründete Minister Thomas de Maizière (CDU) den Schritt am Freitag in Berlin.

Nach dem Verbot wurde die Unter-Domain „ linksunten.indymedia.org“ von einem Server in Frankreich auf Rechner in Kanada verschoben. Die Haupt-Domain „indymedia.org“ gehört einem Verein zur „Demokratisierung der Kommunikation“ (Associacao Brasileira pela Democratizacao da Comunicacao) in Sao Paulo (Brasilien). Das Verbot des Innenministeriums bezieht sich nur auf den „linksunten“-Bereich.

Demo am Samstag

Unterdessen hat die Szene für Samstagabend eine Demonstration in Freiburg angekündigt. Die geplante Aktion auf dem Augustinerplatz sei zwar nicht angemeldet, aber bekannt, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums in Freiburg. Es sei im Internet an verschiedenen Stellen dazu aufgerufen worden. „Wir sind personell darauf eingestellt.“ Mit wie vielen Teilnehmern die Beamten rechnen, sagte die Sprecherin aber nicht.