54. Münchner Sicherheitskonferenz

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Netzpolitik

Wahl-App leakt Daten von 6,4 Millionen Israelis

Die konservative Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat einem Zeitungsbericht zufolge personenbezogene Daten von mehr als 6,4 Millionen Israelis in einer App gespeichert, die nicht sicher war. Das berichtet die Tageszeitung Haaretz, die dies nach einem anonymen Tipp auch selbst nachgeprüft hat. Unbekannt ist, ob auch Kriminelle diese Daten abgesaugt und gespeichert haben.

In Israel bekommen politische Parteien vor Wahlen Daten über wahlberechtigte Staatsbürger, die sie allerdings nicht weitergeben dürfen und die nach der Wahl wieder zu löschen sind. Die Partei von Netanjahu hat die Daten der Bürger aber in einer App namens Feed-b gespeichert, die am Wahltag zur Kommunikation mit und zur Mobilisierung von Wählern genutzt werden sollte.

Diese Daten sind betroffen

Bei den betroffenen Daten aller 6,4 Millionen wahlberechtigten Israelis handelt es sich um vollständige Namen, Personalausweisnummern, die Adressen und das Geschlecht sämtlicher Wahlberechtigten des Landes. Diese Daten konnte man runterladen. Die Partei hatte die Nutzer zudem dazu aufgefordert, die Daten zu ergänzen und etwa auch Telefonnummern einzutragen.

Auf der Website des App-Herstellers waren laut dem Zeitungsbericht alle Nutzernamen und Passwörter im Quelltext aufzufinden, die man dazu benötigt hat, um auf die Daten der Wahlberechtigten zuzugreifen. Die Daten waren dort unverschlüsselt abgelegt worden. Feed-b gibt an, diese Lücke behoben zu haben und dass diese „einmalig“ gewesen sei. Wie oft die Daten bereits heruntergeladen worden sind, ist schwer zu überprüfen. Die Likud-Partei wollte gegenüber der Zeitung zum Datenleck keinen Kommentar abgeben.

Es war nicht der erste Datenskandal der konservativen Partei rund um Wahlen. 2016 waren schon einmal Datenbanken der Wähler ins Internet gestellt worden, jetzt aber betrifft es alle Israelis. Das aktuelle Datenleck hat also weitaus größere Ausmaße.

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Barbara Wimmer

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