Netzpolitik
08.02.2017

Welche Tech-Firmen Geld für Trumps Angelobung zahlten

97 US-Tech-Unternehmen gehen gegen die Einreiseverbote des US-Präsidenten vor. Für seine Angelobung floss wenige Wochen zuvor aber noch Geld von Microsoft, Google oder Amazon.

Fast 100 amerikanische Tech-Unternehmen, angeführt von Schwergewichten wie Apple, Google, Facebook und Microsoft, haben die Einreiseverbote von US-Präsident Donald Trump als widerrechtlich verurteilt. Sie reichten eine ausführliche Stellungnahme im Verfahren bei einem Berufungsgericht in San Francisco ein. Dort wird der Rechtsstreit um das Trump-Dekret über befristete Einreiseverbote für Bürger aus muslimisch geprägten Ländern ausgefochten.

Wenige Wochen zuvor haben einige dieser großen Tech-Unternehmen jedoch noch Geld für Trumps Angelobung gesponsert, wie „Politico“ berichtet. Laut dem Bericht haben Amazon, Google und Microsoft sowohl Cash als auch technische Services für die Angelobung des neuen Präsidenten bereit gestellt. Das geht aus offiziellen Behördendokumenten sowie Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, hervor.

Tech-Services für Angelobung

Microsoft hat demnach 250.000 USD-Dollar in Geld für die Angelobung Trumps zur Verfügung gestellt und noch einmal dieselbe Summe in Technologie-Infrastruktur investiert. Das geht aus Behördendokumenten hervor, offiziell Stellung nehmen wollte Microsoft dazu nicht. Google hat einen Live-Stream auf YouTube zur Angelobung bereitgestellt und eine Bargeld-Spende in unbekannter Höhe. Auch Amazon soll Geld gespendet haben, wie „Politico“ erfahren haben will. Beide Unternehmen wollten dazu keine offiziellen Angaben machen.

Facebook hat kein Geld gespendet, aber ein Instagram-Foto-Booth und ein Mini-Oval-Office zur Angelobung Trumps zur Verfügung gestellt. Noch sind aber nicht alle Dokumente veröffentlicht worden, die derartige Spenden von Tech-Unternehmen darlegen. Die Frist dafür beträgt 90 Tage nach dem Event.

Mehr Geld für Republikaner

Tech-Unternehmen haben bereits in der Vergangenheit die Angelobung neuer Präsidenten finanziell unterstützt, um sich mit der kommenden Administration gut zu stellen. Dieses Mal ist die Situation aber sehr speziell, da Trump in seinem Wahlkampf einige Tech-Unternehmen auch massiv verbal angegriffen hatte. Aktivisten hatten die Tech-Unternehmen bereits im Wahlkampf dazu aufgefordert, Trump nicht finanziell zu unterstützen. Dort flossen aber insgesamt 1 Million Dollar von Facebook, 1,8 Millionen von Microsoft und 500.000 US-Dollar von Google, wie „Politico“ berichtet. Nur Apple hatte sich geweigert.

Insgesamt floss im Wahlkampf seitens der Tech-Unternehmen mehr Geld an die Republikaner als an die Demokraten. Was auf den ersten Blick verlogen wirken mag, angesichts der aktuellen Proteste rund um die Einwanderungspolitik und Überwachungspläne, lässt sich aber relativ rational erklären. Viele Tech-Unternehmen finden einige Maßnahmen wie etwa die von Trump geplanten Steuergesetze aus unternehmerischer Perspektive wichtig. Am Ende handelt es sich bei den Tech-Konzernen halt doch in erster Linie um Wirtschaftsunternehmen.