Netzpolitik
04.06.2013

Wiener Linien: Echtzeitdaten ab September

Wie vor einigen Monaten angekündigt, lösen die Wiener Linien ihr Versprechen ein und bereiten die Freigabe ihrer Daten vor. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, sollen in einem ersten Schritt im Juli die Geo- und Statistikdaten als Open Data freigegeben werden. Die Echtzeit- und Fahrplandaten werden im September nachgereicht.

Wie die Wiener Linien auf ihrem Blog bekanntgaben, soll die Bereitstellung der Daten über das Open Government Data Portal data.gv.at in zwei Schritten erfolgen. „Die Geo- und Statistikdaten sind schneller verfügbar, wir müssen sie lediglich in ein OGD-Format umwandeln und exportieren. Bei den Fahrplan- und Echtzeitdaten gestaltet sich der Prozess insofern etwas langwieriger, da wir für diese noch neue Infrastruktur schaffen müssen“, erklärt der Open-Data-Verantwortliche der Wiener Linien, Stefan Kriz, die beiden Start-Termine.

Spiegelung auf Server
Anders als noch beim

, dem Testlauf, zu dem interessierte Entwickler eingeladen wurden, wollen die Wiener Linien keine direkte Schnittstelle zum eigenen System schaffen, sondern die besagten Daten 1:1 auf einen eigenen Open-Data-Server spiegeln. Dies geschehe aus Sicherheitsgründen, aber auch, um die zu erwartende Zugriffslast besser abwickeln zu können. Wie beim Create Camp sollen die Daten aber ohne Einschränkungen inklusive Dokumentation über das OGD-Portal zur Verfügung gestellt werden.

In der Stellungnahme haben sich die Wiener Linien auch noch einmal indirekt gegen die Vorwürfe gewehrt, man habe die Freigabe der Daten zu lange hinausgezögert. So habe man gewisse Daten wie Haltestellen- und Aufzugslisten bereits 2012 in Zusammenarbeit mit dem OGD-Portal der Stadt Wien zur Verfügung gestellt und die Zeit gebraucht, um technische und rechtliche Fragen zu klären. Darüber hinaus müsse man sich auch mit anderen Verkehrsanbietern wie VOR und ÖBB abstimmen, damit die Daten möglichst konsolidiert freigegeben werden.

Stadt Wien versteht Bedenken
Auch der Open-Data-Verantwortliche der Stadt Wien, Johann Mittheisz, hatte bei einer

am Montag für Verständnis geworben. Die Angst der Wiener Linien sei vor allem darin begründet gewesen, dass manche Entwickler auf Basis der Daten-Schnittstelle schnell eine App schreiben, diese aber dann nicht weiterbetreuen würden. „Die Bedenken sind nicht unbegründet. Etwaige Probleme, die User aufgrund der mangelnden Aufbereitung oder Darstellung der Daten haben, können leicht auf die Wiener Linien zurückfallen“, sagte Mittheisz auf Nachfrage der futurezone.

Durch das Bereitstellen der Daten können Entwickler eigene Smartphone-Apps und Online-Services erstellen, in denen die aktuellen Fahrpläne, Routen, aber eben auch Echtzeitdaten der Wiener Öffis abgebildet sind. Auch Google könnte die Daten in seinen beliebten Kartendienst Google Maps integrieren. Ob Google von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wird, ist derzeit nicht bekannt.

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