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PR-Marketing
09/19/2012

Wikipedia: Skandal um bezahlte PR-Artikel

Jüngste Behauptungen kratzen am Ruf der “freien” Enzyklopädie. Angeblich nahmen zwei Wikipedia-Autoren Geld entgegen um im Gegensatz Artikel für PR-Zwecke vorteilhaft zu bearbeiten. Mitbegründer Jimmy Wales zeigt sich erzürnt über dieses Verhalten.

Aufmerksame Wikipedia-Leser äußerten am Montag die Vermutung, dass zwei Stiftungs-Vertraute die Titelseite und diverse Artikel zu Gunsten von Werbekunden bearbeiten. Bei den in Verruf geratenen Männern handelt es sich um Roger Bamkin und Maximillion Klein, beide "Wikipedian in Residence", wie Cnet 
berichtet.

Die Vorfälle
Es scheint so, als ob Bamkin, der sich selbst als erfolgreichen PR-Consultant bezeichnet, den “Did You Know?” Teil auf der Wikipedia Startseite benützt hat um ein Werbe-Projekt voran zu treiben. Derzeit ist das Land Gibraltar sein Kunde und tauchte im August erstaunlicherweise 17 Mal auf der Frontpage auf. Es ist somit das einzige Thema neben den Olympischen Spielen, welches im Laufe des Monats erneut aufgegriffen wurde. Normalerweise tauchen in dem Feld nur ganz neue oder veraltete Artikel auf. Diese Texte ziehen pro Monat über 100 Millionen Leser an.

Der zweite Anhänger, Klein, betreibt eine Consulting-Firma “untrikiwiki” und wirbt mit engen Verbindungen und viel Erfahrung für ein ganzheitliches Wikipedia-Service mit Suchmaschinenoptimierung. Wenn Kunden es wünschen, könne er Texte zu ihrem Nutzen editieren, ohne dass man die Verbindung rückverfolgen kann.

Wales zeigt sich verärgert
Jimmy Wales zeigt sich über die beiden Vorfälle äußerst erzürnt. Sie werfen ein schlechtes Licht auf die Enzyklopädie. “Es ist unangebracht für ein Vorstandsmitglied, oder jeden anderen, der eine öffentliche Rolle in einer mit Wikipedia verbundenen Charity-Organisation einnimmt, Bezahlungen von Kunden anzunehmen und im Gegensatz eine vorteilhafte Platzierung durchzuführen.”
Obwohl Wales argumentiert, dass bezahlte Artikel gegen Wikipedias Werte und Richtlinien verstößen, sind bis dato keine öffentlichen Regelungen diesbezüglich bekannt.

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