© REUTERS/Tobias Schwarz

Mobilfunk
02/28/2012

4G ist in Österreich noch nicht angekommen

Um Smartphones und Tablets schnell genug mit Daten zu versorgen, ist ein entsprechendes Netz gefragt. Die Zukunft liegt in der vierten Mobilfunk-Generation, wie sich am Mobile World Congress in Barcelona klar zeigt. Diese Zukunft ist mit LTE aber noch nicht angebrochen.

von Thomas Prenner

Smartphone- und Tablet-Hersteller übertrumpfen sich auf dem Mobile World Congress wieder mit neuer und schnellerer Hardware in ihren Geräten. Aktuelle Modelle werden mittlerweile mit Vierkern-Prozessoren ausgestattet. Um eine derartige Rechenleistung auch optimal nutzen zu können, ist auch eine entsprechend schnelle Verbindung ins Internet notwendig.

Das derzeitige LTE ist kein richtiges 4G
Long-Term-Evolution (LTE) soll Downloadraten von bis zu 300MBit/s möglich machen und wird auch 4G genannt. Diese Bezeichnung ist jedoch nicht völlig korrekt, da der derzeitige Entwicklungsstand von LTE die notwendigen Voraussetzungen des „3rd Generation Partnership Project“ (3GPP) für den neuen Standard nicht erfüllt. Die 3GPP ist eine internationale Organisation, die für Standardisierung im Mobilfunk verantwortlich ist. Technisch korrekt wäre demnach die Bezeichnung 3.9G, die in der Praxis aber nicht angewandt wird. In Österreich kann LTE bereits seit über einem Jahr genutzt werden, bislang allerdings ausschließlich im Rahmen von Datenverträgen, also ausschließlich für mobiles Internet.

Smartphones in Österreich werden derzeit ausschließlich mit dem Standard 3G beziehungsweise UMTS betrieben. Die Bezeichnung 3G rührt daher, dass es sich nach den analogen Netzen und GSM dabei um die dritte Generation von Mobilfunkstandards handelt. Das derzeit schnellste Protokoll, das auf dem UMTS-Standard basiert, ist HSPA+. Damit sind theoretisch Geschwindigkeiten von 168 MBit/s im Down- und 23 MBit/s im Upstream möglich. Diese Werte werden jedoch nur unter Laborbedingungen erreicht, in der Praxis liegt der maximal mögliche Wert im Downstream bei rund 42 Mbit/s. Dabei handelt es sich jedoch auch nur um einen Spitzenwert, den ein Nutzer mit einem Mittelklasse-Smartphone im Alltag so gut wie nie erreichen wird. Die tatsächlich erreichte Geschwindigkeit hängt sehr stark von lokalen Gegebenheiten und der Netzbelastung ab.

Die LTE-Situation in Österreich
A1 will die LTE-Verbreitung nun ein Stück voranbringen und bietet ab Anfang März mit dem HTC Velocity 4G das erste LTE-Smartphone in Österreich an. Genutzt werden kann der neue Standard aber geografisch nur äußerst begrenzt, wie Tests zeigen. Auch A1 selbst spricht von einer sehr geringen Verbreitung, die sich derzeit fast ausschließlich auf die Landeshauptstädte beschränkt. Und auch dort reicht der Versorgungsgrad selten über die innerstädtischen Bereiche hinaus. Seit Einführung der ersten LTE-Internetpakete im Jahr 2011 hat sich an diesem Umstand sehr wenig geändert. Der LTE-Netzausbau soll laut A1 im Jahr 2012 aber intensiviert werden.

Die geringe Netzabdeckung und ein hoher Preis dürfte viele Kunden in Österreich von LTE noch abgeschreckt haben. Derzeit kostet das LTE-Paket bei A1 mit 40 GB Datenvolumen 89,90 Euro im Monat, zusätzlich zur SIM-Pauschale von 19,90 jährlich. Die Smartphone-Tarife für das erste LTE-Smartphone sollen erst beim tatsächlichen Marktstart bekannt gegeben werden. Etwas günstiger bekommt man den Datentarif beim Konkurrenten T-Mobile. Das LTE-Paket mit unlimitiertem Datenvolumen ist bereits ab 50 Euro monatlich zu bekommen. Ähnlich viel kostet es bei Drei, dort werden für das gleiche Angebot 49,90 Euro fällig.

Der Empfang
Die Netzabdeckung ist derzeit noch sehr überschaubar und beschränkt sich auf Ballungsgebiete. In der Praxis können aber auch dort oft bereits wenige Meter darüber entscheiden, ob der LTE-Empfang tatsächlich funktioniert.

In den USA und Asien sind 4G-Geräte ungleich höher verbreitet als in Europa. Das liegt aber nicht nur an einer besseren Netzinfrastruktur, sondern auch daran, dass Betreiber freizügiger bestimmen, was als 4G verkauft wird. So wird der HSPA+-Standard, der technisch noch eindeutig zu 3G zu zählen ist, in den USA oft als 4G verkauft.

IMT-Advanced
Den Startschuss für das „richtige“ 4G haben Experten Anfang 2012 gegeben. Die Internationale Fernmeldeunion (ITU), eine Spezialorganisation der Vereinten Nationen, hat sich auf den “IMT-Advanced“-Standard geeinigt. Laut den Experten wird der neue Standard mobile Datenverbindungen einen großen Schritt vorwärts bringen. Der Zugang zum Internet und das Streaming von Videos und Datentransfers sollen demnach besser sein als auf den meisten der heutigen Desktop-Computern, so das Expertengremium.

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