A charging port is seen on a Mercedes Benz EQC 400 4Matic electric vehicle at the Canadian International AutoShow in Toronto
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ADAC-Langzeittest: So lange halten E-Auto-Batterien tatsächlich

Wer ein Smartphone mehrere Jahre verwendet, weiß, dass der Akku nach einiger Zeit an Leistungsstärke verliert. Besser gesagt vermindert sich die Kapazität, wodurch sich die Akku-Laufzeit zum Teil drastisch vermindert.

Eine ganz ähnliche Degradation wird bei den Batterien von Elektroautos befürchtet. Die ohnehin für manche Fahrer*innen recht bescheidenen Reichweiten der hochpreisigen E-Autos würden sich durch den Verlust von Akku-Kapazitäten über die Jahre noch zusätzlich vermindern.

Die Herstellerfirmen versuchen ihre Kund*innen mit Akku-Garantien zu beruhigen und sicher damit eine gewisse Laufzeit zu. Doch was taugen diese Garantien und wie sieht es mit der Degradation der Akkus tatsächlich aus?

BMW i3 im Langzeittest

Da es bei akkubetriebenen Fahrzeugen aber relativ wenig langfristige Erfahrungswerte gib, stellt die Degradation der Batterien noch weitgehend eine Unbekannte dar. Der deutsche Automobilclub ADAC hat E-Autos einem Langzeittest unterzogen und sich die Akku-Kapazitäten im Verlauf der Jahre angesehen.

Gleich vorweg: Der Verlust der Akku-Kapazität hält sich in Grenzen. Anhand eines BMW i3 (Baujahr 2014) habe sich gezeigt, dass die Batterie des Fahrzeugs nach 5 Jahren und 100.000 Kilometern noch eine Energiekapazität von 86 Prozent aufweist, schreibt der ADAC.

Daher könne man vorsichtig davon ausgehen, dass die Kapazität nach 10 Jahren beziehungsweise 200.000 Kilometer noch etwa 70 Prozent beträgt.

Akku-Garantien mit mehreren Haken

Das deckt sich ungefähr mit den Akku-Garantien, die die Herstellerfirmen auf ihre E-Fahrzeuge geben. Bei den allermeisten Elektroautos wird eine Batterieleistung von 70 Prozent nach 8 Betriebsjahren oder 160.000 Kilometern zugesichert.

Sollte ein Akku dieses Ziel nicht erreichen, kümmert sich die Herstellerfirma um eine mögliche Reparatur beziehungsweise den Austausch des Akkus. Allerdings müssen die Kund*innen die Nutzungsregeln beachten, um eine mögliche Garantie in Anspruch nehmen zu können. 

Garantieausschluss: Tiefentladung

So kann eine Tiefentladung des Akkus dazu führen, dass die Garantie verfällt. Gerade bei längeren Standzeiten müssen sich die Autobesitzer*innen also darum kümmern, dass das Fahrzeug regelmäßig aufgeladen wird und sich der Akku nicht vollständig entlädt.

Laut ADAC ist eine solche Tiefentladung beispielsweise bei BMW und Nissan ein klarer Grund zum Garantieausschluss. Andere Hersteller wollen von Fall zu Fall entscheiden. Bei VW sollen derartige Tiefentladungen durch die Fahrzeugelektronik verhindert werden.

Verpflichtende Software-Updates und Schnellladen

Die meisten Hersteller empfehlen, die Akkus möglichst selten mit hoher Ladeleistung zu laden. Außerdem sollte man die Batterien nicht zur Gänze aufladen und bei ungefähr 80 Prozent den Stecker ziehen. Bei den meisten E-Autos ist das Laden standardmäßig mit 80 Prozent begrenzt. Will man das Auto zu 100 Prozent aufladen, muss das meist in den Ladeeinstellungen manuell eingegeben werden.   

Wer Service-Updates und Software-Aktualisierungen nicht einspielt, kann ebenso von der Herstellergarantie ausgeschlossen werden. Manche Hersteller deklarieren nämlich Software-Updates als Servicemaßnahme, die im Sinne der Garantieansprüche durchzuführen und somit verpflichtend ist.

Unklare Regeln

Juristisch gesehen seien die großzügigen Garantieversprechen der Hersteller ziemlich unklar, schreibt der ADAC. Inwieweit die Bedienungsanleitungen als Empfehlungen oder als garantierelevante Vorgaben zu verstehen sind, sei demnach meist nicht eindeutig.

Daher sollte man sich vor dem Kauf ausführlich über die Garantievereinbarungen aufklären lassen und sich etwaige Unklarheiten schriftlich zusichern lassen.

Da sich die Garantie meist auf die Fahrzeuge bezieht, kann diese bei einem Gebrauchtwagenkauf auch übernommen werden. In solchen Fällen sei eine vertragliche Zusicherung über die ordnungsgemäße Nutzung des Fahrzeugs mehr als empfehlenswert, heißt es vom deutschen Automobilclub.

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