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05/17/2019

Amabrush: "Betrugsvorwurf an Lächerlichkeit nicht zu überbieten"

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Amabrush sorgen beim Zahnbürsten-Start-up für Unverständnis.

von Martin Stepanek

Wie am Donnerstag durch den Verbraucherschutzverein VSV bekannt wurde, hat die Staatsanwaltschaft offiziell Ermittlungen gegen das österreichische Zahnbürsten-Start-up Amabrush aufgenommen. Die Vorwürfe lauten in Richtung "schweren Betrug im Zusammenhang mit der Vermarktung". In einer schriftlichen Stellungnahme zeigt sich Amabrush darüber empört und kritisiert den für den Verein tätigen Konsumentenschützer Peter Kolba schwer.

"Probleme liegen in der Natur der Sache"

"Der Betrugsvorwurf ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Welchen Vorteil der Amabrush-Gründer und dessen Mitarbeiter daraus ziehen hätte sollen, dass die Produktentwicklung nicht so reibungslos vor sich geht, wie gedacht, wird wohl auch Kolba kaum erklären können", teilte Werner Beninger, dessen Agentur Amabrush in der Öffentlichkeitsarbeit vertritt, mit. Der Amabrush-Geschäftsführer selbst stand auf Anfrage der futurezone nicht für ein Gespräch zur Verfügung.

Wie auch von der futurezone wiederholt berichtet, weist das Unternehmen sämtliche Vorwürfe hinsichtlich technischer Unzulänglichkeiten der Zahnbürste zurück. Man arbeite intensiv daran, das Produkt zu verbessern und die technischen Probleme auszuräumen. Dass sich dies verzögern könne, Kooperationspartner gewechselt werden mussten, weil sie den Ansprüchen nicht genügt hätten, liege bei einem Start-up-Unternehmen in der Natur der Sache.

Dass die Staatsanwaltschaft nun ermittle, sei eine logische Konsequenz der Sachverhaltsdarstellung, die Kolba auf Basis mehrerer Tausend Beschwerden bei der Staatsanwaltschaft eingebracht hat. "Wenn eine solche Anzeige einlangt, ist diese verpflichtet Ermittlungen aufzunehmen. Die haltlosen Vorwürfe Kolbas werden Punkt für Punkt ausgeräumt, sobald wir von der Staatsanwaltscahft dazu die Möglichkeit bekommen", teilte Beninger mit.

Persönlicher Angriff auf Konsumentenschützer

Kolba, dessen Verein eigenen Angaben zufolge mittlerweile 2500 Beschwerden aus der ganzen Welt von unzufriedenen Amabrush-Kunden und Crowdfunding-Unterstützer gesammelt hat, spricht Beninger ab, ein Konsumentenschützer zu sein: "Dass jemand, der nur in geschützten Werkstätten gearbeitet hat, mit unternehmerischem Risiko und mit den Startproblemen eines Startups und einer neuen Technik nichts anfangen kann, ist zwar traurig, aber nachvollziehbar."

Bereits am Donnerstag von der futurezone darauf angesprochen, dass das Risiko für Start-up-Crowdfunding doch bekannt sei und ob durch solche Anzeigen nicht die Innovationsbereitschaft der Start-up-Szene gefährdet werden könnte, meinte Kolba: "Natürlich ist es legitim, über neue Finanzierungsformen an Geld und Investment zu kommen. Es kann aber nicht sein, dass man ein Crowdfunding-Ziel mit irreführender Werbung erreicht."

Außerdem sei er, wie man schon am Namen unschwer erkennen könne, für einen Verbraucherschutzverein tätig, nicht für einen Start-up-Schutzverein. "Das mein Herz in erster Linie für die Rechte von Konsumenten schlägt, liegt wohl auf der Hand", teilte Kolba mit.

Für das Unternehmen und die Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.