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30.07.2018

Aufgebläht: Drei ruft Router-Akkus zurück

Das LTE-Routermodell "Neo" des österreichischen Mobilfunkers Drei kämpft mit Problemen.

Seit einigen Wochen diskutieren betroffene Nutzer in Online-Foren ein Problem mit aufgeblähten Akkus beim LTE-Router Neo des Mobilfunkers Drei. Mindestens sieben unabhängige Fälle sind auf der Online-Plattform LTEForum aufgetaucht. Derzeit werden Neo-Router von Drei ohne Akkus ausgeliefert, der Mobilfunker arbeitet laut eigenen Angaben mit dem chinesischen Hersteller ZTE an einer Lösung des Problems.

Drei teilt der futurezone auf Anfrage mit, dass alle Akkus aus ZTE-Modems der Reihe MF 287, das sind die Neo-Geräte, die bis Jahresende 2017 vertrieben wurden, zurückgerufen werden. ZTE wird alle Akkus durch neue Komponenten ersetzen. Der Akku kann über das Batteriefach an der Unterseite des Routers schnell entfernt werden. Eine schriftliche Mitteilung an die Kunden ergeht in den kommenden Tagen, die neuen Akkus werden sobald vorhanden an die Kunden verschickt.

Der Akku in den Neo-Routern soll bei einem Stromausfall die Versorgung des Geräts etwa eine Stunde lang sicherstellen, was aber nur hilfreich wäre, wenn die Stromversorgung anderer Netzwerkkomponenten und Geräte nicht betroffen ist. Die normale Funktion ist aber auch ohne die Batterie problemlos möglich. Ob der Akku bei einem stationären Gerät überhaupt sinnvoll ist, ist fraglich. Drei gibt an, dass die Geräte sobald die Probleme ausgeräumt sind trotzdem wieder mit verbauten Akkus ausgeliefert werden sollen, da künftige Funktionen auf die Stromspeicher angewiesen seien.

Router prüfen

Wer einen aufgeblähten Akku in seinem Neo-Router entdeckt, sollte das Gerät unverzüglich vom Netz trennen und einen Drei-Shop aufsuchen, um die Lithium-Ionen-Zelle entfernen zu lassen oder den Akku selbst sachtgerecht entsorgen. Beschädigte Akkus können unter Umständen enorme Hitze entwickeln oder zu brennen beginnen. Das ist bislang noch nicht passiert, wie Drei bestätigt. ZTE gibt zudem an, dass die betroffenen Akkus über Schutzvorrichtungen verfügen, die das verhindern. Darauf verlassen sollten sich Betroffene aber nicht.

Derzeit sind einige tausend Exemplare des betroffenen Modells in Österreich im Umlauf, Drei spricht von weniger als einem Prozent der Kunden. Probleme habe es bislang nur in Einzelfällen gegeben, sagt Drei.