Avoseedo im futurezone Community-Test

© Bernhard Blaha

Avocado-Zuchtgerät
06/10/2015

Avoseedo im Test: Faule Kerne auf der Luftmatratze

Die futurezone-Community hat mehrere Wochen lang versucht, Avocados mit Avoseedo zu züchten. Das schwimmende Zuchtgerät ließ nur 50 Prozent aller Kerne keimen.

von David Kotrba

Der Avoseedo ist ein schwimmendes Plastikteil aus dem 3D-Drucker, das die Zucht von Avocados erleichtern soll. Statt Avocadokerne mit Zahnstochern über einem Wasserglas mit beständig sinkendem Wasserstand zu halten, sollen die Kerne in einer Art kleinem Boot in einer wassergefüllten Schüssel schwimmen.

Durch ein Loch in der Mitte wird der Kern mit Wasser versorgt. Innerhalb weniger Wochen sollen sich die ersten Wurzeln bilden. Danach sollte man den Kern leicht aus dem Avoseedo herausnehmen und einpflanzen können. Soweit die Theorie des Produkts, das erfolgreich über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter finanziert wurde.

Um den Ablauf in der Praxis zu testen, baten wir Freiwillige aus unserer Community, den Avoseedo auszuprobieren. Hier ein Überblick über unsere Testzüchter und ihr jeweiliges Verhältnis zu Avocados:

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Praxiserfahrungen

In den meisten Fällen dauerte es für unsere Tester doch überraschend lange, bis zu erkennen war, ob die Avoseedo-Anwendung zu Erfolg führen würde. Bei einigen Probanden zeigte sich auch nach sechs Wochen keinerlei Veränderung am jeweiligen Avocadokern. Manche Kerne erwiesen sich als Spätzünder, andere zeigten dauerhaften Widerstand gegen Wurzelentwicklung.

Die Verwendung des Avoseedo anstatt Zahnstochern beschrieben die meisten unserer Tester als praktisch und "angenehm unkompliziert". Vom Hersteller des Avoseedo hätten sich die meisten jedoch mehr Informationen gewünscht. "Die Online-Anleitung war nicht sehr aufschlussreich", "man kommt sich etwas ratlos vor", waren zwei der Kommentare dazu. Außerdem bemängelt wurde die Form des Avoseedo. Die Avocado-Form des Schwimmkörpers eignet sich nicht für kleinere Gefäße, lautete das Urteil eines Testers.

Auch wenn der Avoseedo unkompliziert zu handhaben ist, ganz ohne Pflege geht es dann doch nicht. Zwei Tester berichten, dass man zumindest das Wasser wechseln sollte, wenn der Avoseedo samt Kern darin schwimmt, "sonst bildet sich teilweise ein schleimiger Film".

Da der Avoseedo im Prinzip als offenes Boot konstruiert ist, kann es bei rauher See zu kleinen Problemen kommen. Stößt man etwa die Wasserschüssel an, kann Wasser eindringen und den Avoseedo in eine Schräglage bringen.

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Fazit

Im Endeffekt hat die Avocado-Zucht mit dem Avoseedo bei rund der Hälfte unserer Tester funktioniert. Das heißt, es sind zumindest Wurzeln aus dem Samen gewachsen. Bei der anderen Hälfte der Tester wurde aus dem Kern trotz konstanter Wasserversorgung durch den Avoseedo nicht mehr.

Die Avoseedo-Anwendung kann deshalb eher als Glücksspiel gesehen werden, nicht als Garantie auf Zuchterfolge. Viele Kerne erwiesen sich auf ihrer schwimmenden Plattform als außerordentlich faul, auch wenn man ihnen Zeit gab, ihre wenig konstruktive Einstellung zu überdenken.

Der Avoseedo ist online erhältlich. Für acht Euro bekommt man ein einzelnes Modell, für 20 Euro gibt es ein Dreierpack. Die Lieferkosten sind im Kaufpreis inkludiert.

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