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09/12/2019

Darum hat das iPhone 11 kein 5G

Apple steigt vermutlich erst 2020 in das Geschäft mit 5G-Smartphones ein. Eigene Chips sind derzeit in Entwicklung.

Die Vorstellung des iPhone 11 bei der Apple-Keynote ließ eine Neuerung vermissen: 5G-Kompatibilität. Während andere Hersteller sich bereits auf das neue Netz einstellen, hält sich Apple noch zurück. In keinem der drei Modelle, iPhone 11, 11 Pro und 11 Pro Max, ist ein 5G-Chip verbaut. Hauptgrund dafür ist vermutlich die schwierige Zusammenarbeit mit Qualcomm.

Eigene 5G-Modems in Entwicklung

Apple und Qualcomm lieferten sich einen intensiven Rechtsstreit, der erst im Mai beigelegt wurde. Der Chiphersteller bietet mit seinem X50 aktuell die qualitativ beste 5G-Lösung für Smartphones. Die Einigung zwischen den beiden Konzernen kam nicht früh genug, um neue 5G-Chips in das iPhone 11 zu integrieren. Nachdem Apple die 5G-Chip-Entwicklung von Intel übernommen hat, gehen Insider davon aus, dass das Unternehmen an eigenen Chips arbeitet. Vor 2022 wird allerdings keine Veröffentlichung eigener 5G-Modems vermutet. Die ersten iPhones mit 5G-Kompatibilität von fremden Chip-Herstellern könnten bereits 2020 erscheinen.

Überhitzte 5G-Chips

Hinzu kommt, dass die Chips aktuell noch nicht einwandfrei funktionieren. Der Qualcomm X50 Chip, der im Samsung Galaxy S10 5G verbaut ist, kommt beispielsweise nicht mit der Hitze in manchen Teilen der USA klar. Durch das kurzwellige Frequenzband, das von einigen US-Mobilfunkanbietern verwendet wird, überhitzt der Chip schneller und die Smartphones schalten von 5G auf 4G um. In EuropaChina und Teilen der USA würde dieses Problem zwar nicht bestehen, aber Apple müsste den betroffenen Mobilfunkanbietern eine Absage erteilen, würden sie die 5G-Chips verbauen. Auf diesen Kompromiss wird sich das Unternehmen auf seinen Kernmarkt, den USA, nicht einlassen. 

Welche Chips in den iPhone-11-Modellen verbaut sind, ist noch unklar, vermutet wird aber ein Intel-Chip. Laut Apple bietet das iPhone 11 Pro besonders schnelles LTE , ohne jedoch zu spezifizieren, was das genau bedeutet. Analysen der tatsächlichen Leistung wird es vermutlich zum Verkaufsstart in einer Woche geben. Erste Hochrechnungen anhand der Speedtests des iPhone Xs lassen aber eine Steigerung der Geschwindigkeit um 13 Prozent vermuten.