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Österreich Drei: Datenroaming-Paket verärgert Kunden.

Foto: Benjamin Sterbenz
Mit Paketen für Datenroaming können österreichische Mobilfunkkunden auch im Ausland erschwinglich Datendienste auf ihrem Handy nutzen. Doch auch mit einem entsprechenden Paket ist man nicht immer vor Kostenfallen geschützt, wie ein aktueller Fall zeigt.

Max Kossatz vom Wiener Start-up Archify ist Kunde bei Drei und wollte während seines Urlaubs in Budapest Datendienste auf seinem Smartphone nutzen. Aus diesem Grund hat er das Datenpaket „MoreMB Roaming 100" bei dem Mobilfunker bestellt. "Ich bin davon ausgegangen, dass ich ab der Bestätigung von Drei 100 MB an Datenvolumen zur Verfügung habe, so wird es auch beworben", erklärt Kossatz gegenüber der futurezone. In diesem Glauben ist Kossatz nach Ungarn gefahren und hat dort rund 54 MB Datenvolumen verbraucht. "Ich dachte, das passt wunderbar zu meinem 100-MB-Roaming-Paket."

Rechnung
Die böse Überraschung folgte bei der nächsten Abrechnung. Der Mobilfunker verrechnete rund 65 Euro an Gebühren für Datendienste im Ausland.

Was Kossatz nicht wusste: Drei stellt beim Roaming-Paket nicht die vollen 100 MB zur Verfügung, sondern nur eine aliquote Menge bis zum Zeitpunkt der nächsten Abrechnung. Das wurde ihm im Nachhinein auch vom Mobilfunker in einer E-Mail bestätigt:

"Da das Zusatzpaket von der Aktivierung bis zum nächsten Rechnungslauf nur aliquot berechnet wird, stehen auch nur die aliquoten Freimengen zur Verfügung. Diese waren bereits am 18.05.2012 aufgebraucht. Deshalb erfolgte danach eine Berechnung der genutzten Dienste."

Kossatz` Abrechnungsperiode endete am 21. Mai, weswegen ihm für drei Tage Urlaub nur rund zehn MB Datentransfer zur Verfügung standen. Die Menge, die darüber hinaus anfiel, wurde mit 0,99 Euro pro MB verrechnet.

Stellungnahme
Gegenüber der futurezone bestätigte Drei dieses Vorgehen und wies darauf hin, dass Kossatz nach Aktivierung des Paketes seinen Guthabenstatus abrufen konnte: "Er wurde darauf aufmerksam gemacht, dass er sich seine Freimengen im 3Guthabenstatus auf Planet 3 ansehen und kontrollieren kann."

Außerdem gab Drei an, dass Kossatz nach Aufbrauchen des Paketes und 80 Prozent des Datenroaming-Kostenlimits ein weiteres Warn-SMS bekam.

Kossatz schenkte dieser SMS allerdings wenig Beachtung, da Drei oft falsche Warnungen verschicke. "Ich war zuletzt immer wieder in Ländern wie Schweden oder England (wo Drei-Kunden über 3likeHome zu heimischen Konditionen telefonieren können, Anm.) und auch dort bekam ich fälschlicherweise diese Nachrichten." Er habe sich deswegen nichts weiter gedacht, da er das verbrauchte Datenvolumen selber kontrollierte und noch deutlich unter den 100 MB war.

Roaming-Angebote der Konkurrenz
Drei ist der einzige Mobilfunker, bei dem das Datenroaming-Paket von der jeweiligen Rechnungsperiode abhängig ist. Auf Nachfrage der futurezone erklärten alle anderen Mobilfunker, ab Freischaltung derartiger Pakete die gesamte angebotene Datenmenge zur Verfügung zu stellen.

Drei will offenbar bei der aktuellen Praxis bleiben und weist auf einen Absatz in den Geschäftsbedingungen hin. So heißt es auf der Webseite für die Tarif-Zusatzpakete bei "Vertragsbedingungen / nähere Tarifdetails" unter Punkt 5: "Zwischen Vertragsabschluss und Beginn der Abrechnungsperiode stehen die inkludierten Einheiten anteilsmäßig zur Verfügung, und es erfolgt auch eine anteilsmäßige Verrechnung der Paketgebühr."

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(futurezone) Erstellt am 05.06.2012, 06:00

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