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Haartrockner-Test Dyson Supersonic: 400 Euro teurer Föhn im Test.

Dyson Supersonic
Dyson Supersonic - Foto: Gregor Gruber
Der Dyson-Effekt: Wenn sich ein Bierbrauer und ein Sportschütze in der futurezone-Redaktion angeregt über einen Haartrockner unterhalten.

Auch wenn Haartrockner nicht gerade die Kernexpertise der futurezone sind, haben sich gleich mehrere Redakteure freiwillig gemeldet, um einen zu testen. Die Gründe liegen zwischen beruflichen Interesse und purer Neugier. Beruflich, weil Dyson hinter dem Haartrockner Supersonic steckt. Pure Neugier, weil der Föhn 400 Euro kostet. Und nein, er ist nicht mit Swarovski-Steinchen besetzt, was den Preis zwar auch nicht rechtfertigen, aber zumindest erklären würde.

Und so kam es zur oben beschriebenen Situation. Nachdem Redakteur Bierbrauer und Redakteur Sportschütze den Dyson Supersonic getestet haben (auch die Partnerinnen durften mitföhnen), wurde über optimale Temperaturen, Magnete, Laubgebläse, Hausstaub, Düsentriebwerke und Geek-verzückende Betriebsgeräusche diskutiert – ohne sich dabei in die Haare zu kommen (bitte ein dreifaches Mitleids-Schenkelklopfen für den Nichtschmäh).

Lockenstab mit Donut

Dass Dyson auf Löcher steht, weiß man spätestens seit den „bladeless“-Ventilatoren. Der Supersonic nutzt das gleiche Prinzip und eine ähnliche Designsprache: langer Korpus, kurze Schnauze. Dadurch sieht der Supersonic auf den ersten Blick mehr wie ein Lockenstab mit aufgesetztem Donut als wie ein Haartrockner aus.

Der Stiel sieht zwar lang aus, die tatsächliche Grifffläche ist aber kurz. Oben wird sie durch die rückseitigen Tasten begrenzt und unten durch den Luftfilter. Halte ich mit meinen mittelgroßen Händen den Föhn zu weit oben, laufe ich Gefahr unabsichtlich die „Cold Shot“-Taste zu drücken, die kalte statt warme Luft ausstößt. Das ist mir im Test eigentlich nur einmal passiert, dem Kollegen aber öfters (obwohl der Mädchenhände hat).

Halte ich den Supersonic eher unten am Griff, was für mich die intuitivere Position ist, decke ich einen Teil des Luftfilters ab. Das ist schlecht, da der Supersonic hier die Luft ansaugt. Das Schutzgitter des Filters kann zur Reinigung abgenommen werden. Die Haltevorrichtung löst sich zu einfach. Fischt man den Fön aus der Lade, kann es schon mal sein, dass man plötzlich nur das Schutzgitter in der Hand hat.

Kabel und Magnet

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Foto: Gregor Gruber
Das Kabel ist mit 2,7m ausreichend lang. Allerdings ist es eher steif ausgefallen, was für meinen Geschmack zu viel Zug auf den Haartrockner wirkt, was bei schnellen Handwechseln beim Föhnen unpraktisch ist. Mit 630 Gramm ist der Supersonic auch nicht gerade ein Leichtgewicht.

Sehr positiv bei allen Testerinnen und Testern sind die Magnetverschlüsse der Düsen angekommen. Einfach eine der drei Düsen an den Supersonic anstecken, fertig - keine Schraubverschlüsse oder Plastikclips, die ausleiern können. Durch den Magnetverschluss können die Styling-Düsen bei Bedarf auch rotiert werden.

Ein wenig stärker hätte der Magnet aber ruhig sein können. Beim schnellen Durchbürsten beim Föhnen ist es mir mehrmals passiert, dass ich mit der Bürste an die Düse gestoßen bin, diese sich dadurch vom Supersonic gelöst hat und durchs Badezimmer geflogen ist.

Das leiseste Dyson-Produkt

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Foto: Dyson
Dyson-Produkte sind bekannt dafür, dass sie nicht gerade Rücksicht auf das Gehör der Nutzer legen. Deshalb hat es mich positiv überrascht, dass der Supersonic unter Vollleistung das derzeit leiseste Dyson-Produkt ist.

Das Betriebsgeräusch wurde von Bierbrauer und Sportschützen sogar als „cool“ empfunden. Es ist nicht das dumpfe bis wütende Brummen und Kreischen eines normalen Föhns, sondern mehr ein hohes Surren, das nach Hightech und ein bisschen nach Kampfjet-Triebwerk klingt.

Die Dyson-Technologie im Supersonic hat noch einen weiteren Vorteil, den besonders die Testerinnen mit langen Haaren begrüßten. Bei normalen Föhns kommt es vor, dass die Haare an- und eingesaugt werden, was nicht nur lästig, sondern auch schmerzhaft sein kann. Da beim Supersonic die Luftansaugung am Griffende ist, gibt es dieses Problem nicht.

Viel Luft

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Foto: Dyson
Spannend ist, dass beide Redakteure denselben Anfängerfehler machten: Föhn einfach mal ohne angesteckte Düse voll aufdrehen, um zu sehen was er kann. In beiden Fällen wurde aufgrund der massiven Luftgeschwindigkeit und -streuung Hausstaub im Bad von mehreren Stellen auf- und hervorgewirbelt, die mit Staubsauger und -wedel nicht erreicht werden konnten.

Die Luftgeschwindigkeit ist hoch, die Temperatur aber nur mäßig. Für beide Faktoren gibt es je drei Stufen, die über zwei Tasten an der Drückseite mit dem Daumen umgeschaltet werden. Pro-Supersonic-User-Tipp: Lässt man den Daumen gleich zwischen den zwei Tasten an der Rückseite des Donuts ruhen, erreicht man die Tasten im Betrieb leichter und kann den Stiel hoch greifen, ohne unabsichtlich die Kalttaste zu drücken.

Mäßige Wärme

Für die Luftgeschwindigkeit hätte ich gerne noch eine vierte, niedrige Stufe gehabt, während ich mir für die Temperatur eine vierte, höhere Stufe wünsche. Der Supersonic hat einen Temperaturregler um zu verhindern, dass durch zu hohe Temperaturen die Haare leiden. Allerdings war allen Testerinnen und Tester die Temperatur schon beim Einschalten nicht hoch genug.

Mit einer angesteckten Düse wird es besser. Diese konzentrieren den Luftstrom, wodurch das Hausstaubaufwirbeln reduziert wird. Zudem wird auch die Temperatur höher, da alle drei Düsen, Styling, Smoothing und Diffusor, den Luftstrom bündeln. Das angenehmste Fön-Gefühl hatte ich mit der Smoothing-Düse, der niedrigsten Luftgeschwindigkeit und der höchsten Temperatureinstellung.

Föhnergebnis

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Foto: Dyson
Neben dem Temperaturmesser sollen noch negative Ionen das Föhnergebnis verbessern. Diese sollen verhindern, dass das Haar nach dem Föhnen strohig ist. Allen Testerinnen und Testern (alle mit unterschiedlichen Haarlängen) ist kein wesentlicher Unterschied aufgefallen, was die Strohigkeit der Haar angeht.

Die Testerin mit den längsten Haaren bestätigt, dass die Haare schneller trocken werden. Den anderen Testern ist kein deutlicher Unterschied aufgefallen.

Durch die hohe Luftgeschwindigkeit kam es bei Bierbrauer und Sportschütze eher zu einer ungewollten Volumenvergrößerung durch das Föhnen. Dies liegt aber möglicherweise daran, dass aufgrund fehlender Langhaar-Erfahrung noch nicht die perfekte Bürsten-und-Föhnen-gleichzeitig-Technik beherrscht wird.

Fazit

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Foto: Dyson
Aufgrund des hohen Preises ist der Dyson Supersonic kein Haartrockner, den man sich schnell mal kauft, weil der alte Föhn den Geist aufgegeben hat. Es ist ein Problemlöser. Man muss von einem Problem, dass der Supersonic löst, so genervt sein, dass es einer oder einem 400 Euro wert ist.

Konkret könnte das beim Supersonic das angenehmere Betriebsgeräusch sein, das schnelle Wechseln der Düsen, dass die langen Haare nicht mehr eingesaugt werden, oder weil man, warum auch immer, seine Haare mit der gefühlten Stärke eines Laubbläsers trocknen will.

Kurz gesagt: Der Dyson Supersonic ist sehr guter Hightech-Föhn. Für einen Preis von 400 Euro sollte er aber nicht nur sehr gut, sondern perfekt sein. Vielleicht erbarmt sich Dyson ja und senkt irgendwann mal für leidgeplagte Langhaarige, Haarstyling-Süchtige und Supersonic-Föhngeräusche-Fans den Preis seines Haartrockners.

(futurezone) Erstellt am 11.12.2016, 06:00

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