Produkte 19.12.2017

Eardot: Kabellose Bluetooth-Kopfhörer aus Österreich im Test

Eardot: Kabellose Bluetooth-Kopfhörer aus Österreich im Test
© Gregor Gruber

Ein Wiener Start-up will mit seinen kabellosen In-Ear-Kopfhörern unter anderem Apple Konkurrenz machen. Wir haben die Eardot-Ohrhörer getestet.

Immer mehr Handy-Hersteller ziehen mit Apple gleich und verbannen den klassischen Klinkenstecker von ihren Smartphones. Die Konsequenz daraus ist für Nutzer, entweder einen mühsamen Adapter zu verwenden, oder auf kabellose Kopf- bzw. Ohrhörer zu setzen. Die Auswahl für zweiteres ist aktuell noch überschaubar. Ein beträchtlicher Teil der Bluetooth-Ohrhörer ist noch mit einem Kabel ausgestattet, das die beiden Stöpsel miteinander verbindet.

Das österreichische Start-up OnPro setzt hingegen auf eine ähnliche Lösung wie Apple, bei der die Ohrstöpsel völlig ungebunden sind und somit maximale Bewegungsfreiheit bieten. Entworfen und konzeptioniert wurden sie in Wien, gefertigt in China. Wir haben die 139-Euro-teuren Ohrhörer getestet.

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Eardot

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Eardot

Erster Eindruck

Die Eardot-Kopfhörer werden in einer kleinen, schwarzen Box geliefert. Neben den Kopfhörern selbst sowie einer Aufbewahrungsbox, in der die Stöpsel auch geladen werden, liegt der Box noch ein microUSB-Kabel sowie Silikon-Earplugs in drei verschiedenen Größen bei, wie man sie von anderen In-Ear-Kopfhörern kennt. Die Ohrhörer selbst sind in den Farben schwarz und weiß verfügbar. Auf der Innenseite befindet sich zwei Metallkontakte, über denen sie geladen werden. Die Außenseite ist mit einer LED ausgestattet sowie mit einem großen, runden Knopf. Damit können Anruffunktionen gesteuert werden sowie das Pairing kontrolliert werden.

Die LED auf den Dots ist alles andere als dezent und führt dazu, dass (zumindest die getestete weiße Variante) nahezu im Ganzen aufleuchtet. Auch im Alltagsbetrieb blinkt die LED (und somit fast der ganze Dot) blau. Das ist auch deutlich ersichtlich, wenn man sie im Ohr hat.

Eardot
© Gregor Gruber

Die Verarbeitung der Stöpsel selbst macht einen guten Eindruck. Der Kunststoff hat eine matte Oberfläche, das Material wirkt widerstandsfähig. Das Case, das gleichzeitig auch dazu genutzt wird, die Ohrhörer zu laden, macht einen mittelmäßigen Eindruck. Zwar wirkt das Gehäuse mit Sichtfenster durchaus stabil, wirklich edel ist der Eindruck allerdings nicht. Das Gehäuse macht eher den Anschein, als wäre es direkt aus dem 3D-Drucker gekommen. erfüllt aber in der Praxis seinen Zweck.

Akku und Ladevorgang

Der Akku der Eardots soll laut dem Hersteller mit einer Ladung rund 2,5 Stunden Dauerbetrieb und zehn Stunden Standby durchhalten. Diese Werte konnte ich im Test nahezu exakt bestätigen, nach zwei Stunden und 20 Minuten durchgehenden Abspielen von Musik haben die Dots den Dienst verweigert. Die Aufbewahrungsbox ist als mobile Ladestation nutzbar. Ist der integrierte Akku voll, können die Eardots damit bis zu vier Mal geladen werden, ohne an die Steckdose zu müssen.

Drei LEDs zeigen den Akkuladestand der Box an, die Dots selber verfügen über keine Möglichkeit, die verbleibende Energie anzuzeigen. Das hat mich zwar Anfangs gestört, in der Praxis ist es jedoch verkraftbar, wenn man die Dots immer sofort nach dem Abnehmen in die Box gibt.

Eardot
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Aufpassen heißt es in der Praxis übrigens beim Ladevorgang der Box. Ist sie nämlich zum Laden angesteckt, werden die eingelegten Eardots nicht gleichzeitig geladen - aus Sicherheitsgründen, wie es in der Anleitung heißt. Das bedeutet, man muss die Box mit eingesetzten Dots vom Strom nehmen, damit der Ladevorgang der Kopfhörer durchgeführt wird. Auch beim Einsetzen der Dots in die Box muss man darauf achten, dass sie gut sitzen bzw die Metallkontakte verbunden sind. Nur dann, wenn die LEDs der Dots leuchten, werden sie auch tatsächlich mit Strom versorgt.

Verbindung mit dem Smartphone

Das Koppeln der Kopfhörer mit dem Smartphone läuft in mehreren Stufen ab. So muss man zuerst die Kopfhörer miteinander verbinden und anschließend einen primären Stöpsel (Master-Eardot) aussuchen. Jener ist anschließend auch der, über den man Anrufe oder Musikwiedergabe über den Knopf steuern kann. Die Steuerungsmöglichkeiten beschränken sich allerdings lediglich auf das Annehmen und Auflegen bzw. auf das Pausieren und Überspringen von Musiktiteln. Die Lautstärke kann nicht direkt über die Eardots reguliert werden.

Die Verbindung funktionierte in der Praxis zumeist zuverlässig. Abrisse gab es erst dann, wenn sich der Akkustand langsam seinem Ende näherte. Das in Verbindung mit einem großen Abstand zwischen Smartphone und den Dots führte vereinzelt zu Ausfällen. Im Test wurde neben einem Galaxy Note 8 temporär auch ein iPhone X verwendet. Die Verbindung mit dem Apple-Handy war dabei in der Regel eine Spur stabiler als mit dem Samsung-Androiden.

Tragekomfort

Beim Einsetzen der Dots in die Ohren empfiehlt der Hersteller eine etwas eigenwillige Technik, bei der der Stöpsel in seine richtige Position gedreht wird. Zwar habe ich anfangs so gut wie möglich versucht, mich daran zu halten, nach einigen Tagen habe ich sie jedoch wie alle anderen In-Ear-Kopfhörer eingesetzt. Nach etwas Drehen und Drücken dauerte es immer nur einige wenige Sekunden, um den richtigen Halt zu finden.

Eardot
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Den Tragekomfort der Kopfhörer fand ich im Alltag angenehm, sobald ich den richtigen Sitz gefunden hatte. Sehr hilfreich war es auch, die Silikon-Earplugs auf eine andere Größe zu tauschen. Etwas problematisch wurde es bei mir mit den Eardots erst dann, wenn ich eine etwas enger sitzende Haube über den Ohren trug. Dadurch, dass die Dots ein Stück weit aus dem Ohr herausstehen, hat das Kleidungsstück sie manchmal so stark in Richtung Hörkanal gedrückt, dass es unangenehm wurde.

Die Ohrhörer sind auch mit einer Freisprecheinrichtung ausgestattet. Im Test funktionierte jene aber nur in ruhigen und windstillen Umgebungen zufriedenstellend. Beim Sport im Freien versteht einem das Gegenüber oft nur sehr schwer. Auch dann, wenn man eine Mütze über den Ohren bzw. über den Dots trägt, ist die Nutzung der Freisprecheinrichtung nicht zu empfehlen.

Tonqualität

In Sachen Klang sind die Eardots eher basslastig ausgefallen. Auch die Mitten sind dominant zu hören, die Höhen kommen hingegen etwas stumpf rüber, was besonders bei Gesang sowie bei klassischer Musik zum Vorschein kommt. Letzteres würde ich mit den Eardots grundsätzlich eher vermeiden, zu hören. Besser funktioniert basslastige, elektronische Musik, die über die Kopfhörer gut zur Geltung kommt. Insgesamt ist der Klang der Kopfhörer guter Durchschnitt und dürfte für einen Großteil der Anwender durchaus in Ordnung sein.

Fazit

Die Eardots sind schnörkellose kabellose Ohrhörer ohne Extras wie Sprachassistenten oder Ähnlichem. Sie verrichten ihren Dienst im Alltag durchaus zuverlässig und die Tonqualität ist zufriedenstellend. Im Rahmen des Tests habe ich sie in der Regel auf den täglichen Arbeitswegen sowie bei Alltagstätigkeiten wie dem Einkaufen genutzt. Die Akkulaufzeit sowie der in der Box integrierte Akku hat für ausreichend Strom gesorgt, sodass ich auch nie auf den Einsatz verzichten musste. Bei Flügen oder Situationen, wo man länger als 2,5 Stunden am Stück Musik hören will, würde ich auf jeden Fall kabelgebundene Ohrhörer verwenden.

Eardot
© Gregor Gruber

Ein Manko ist die Freisprecheinrichtung, die in einigen Situationen schlichtweg unbrauchbar ist. Auch das System, dass die Ohrhörer nicht gleichzeitig mit der Box geladen werden, ist gewöhnungsbedürftig und muss im Alltag bedacht werden. Kommt man etwa zuhause an, gibt die leeren Ohrhörer in die Box und steckt sie an den Strom an, werden sie erst geladen, sobald man sie wieder aussteckt.

Für 139 Euro liefern die Dots aber eine brauchbare Leistung. Wer sich von dem Kopfhörer-Kabelgewirr befreien will und von den Eigenheiten des Akkus und des Aufladens nicht abschrecken lässt, kann sich die Kopfhörer näher anschauen. Erhältlich sind sie im entsprechenden Online-Shop.

(futurezone) Erstellt am 19.12.2017