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28.09.2016

EFF kritisiert HP für das Aussperren von fremden Tintenpatronen

Die netzpolitische Organisation wirft HP vor Kunden nicht informiert zu haben, dass Tintenpatronen von Drittanbietern durch ein Software-Update unbrauchbar gemacht werden.

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) gilt als eine der wichtigsten netzpolitischen Organisationen. Sie hat sich jetzt in einem offenen Brief an den CEO von HP gewandt. Der Druckerhersteller wird aufgefordert das Software-Update rückgängig zu machen, mit dem Tintenpatronen von Fremdherstellern ausgesperrt wurden.

Seit dem 13. September ist es bei bestimmten HP-Druckern nicht mehr möglich Tintenpatronen von Drittanbietern zu nutzen. Wie HP in einem offiziellen Statement am 18. September bekannt gegeben hat, wurde diese Beschränkung bereits seit Ende 2015 in die Firmware von Druckern implementiert oder als Sicherheits-Update über das Internet installiert.

Genau das kritisiert die EFF. Die User haben nicht gewusst, dass mit dem Sicherheits-Update die Sperre für Tintenpatronen von Fremdanbietern mitinstalliert wird. User hätten jetzt das Vertrauen in HP verloren und könnten deshalb die automatischen Updates deaktivieren, was die Geräte wiederum anfällig für Hackerattacken mache.

Zudem habe HP das Update für viele Drucker im März 2016 ausgerollt, die Kunden aber nicht darüber informiert, dass ab 13. September 2016 Tintenpatronen von Fremdherstellern nicht mehr unterstützt werden. Manche User haben in der Zwischenzeit solche Tintenpatronen gekauft und sitzen jetzt auf einem Vorrat von Druckerpatronen, die sie nicht verwenden können.

Forderungen

Die EFF fordert HP deshalb auf sich bei Kunden zu entschuldigen und die Sperre in den Druckern aufzuheben. Zudem soll HP versprechen die automatischen Software-Updates nicht mehr einzusetzen, um solche „Anti-Features“ zu verteilen. Außerdem soll HP künftig immer offenlegen, welche Änderung ein Software-Update mit sich bringt.

Weiters wird HP aufgefordert in Prospekten und Verkaufsunterlagen die Information aufzunehmen, dass nachträglich Features oder Fähigkeiten von Produkten deaktiviert werden können. So sollen Kunden wissen, worauf sie sich beim Kauf einlassen.

User können eine Online-Petition unterschreiben, in der HP aufgefordert wird, die Sperrfunktion für Tintenpatronen von Drittherstellern aufzuheben.