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20.04.2011

Evernote: Notizen-App wird sozialer

Die digitale Gehirnerweiterung von Evernote ist auf Android bis dato am ausgereiftesten und bietet neue soziale Features und Sicherheitsoptionen. Gelungen ist sie aber vor allem deswegen, weil sie auf vielen anderen Plattformen läuft - und teilweise gratis ist.

Das, was eigentlich der Büchlein-Fabrikant Moleskine mit seiner App schaffen hätte können, gibt es bei Evernote in gelungener Ausführung: digitale Notizen (Text, Fotos, Audio, Standort) die man zwischen verschiedensten Endgeräten synchronisieren kann. Die App ist gratis für iOS, Android, Mac, PC, Symbian, BlackBerry, Palm und Windows Mobile verfügbar. Mehr als sieben Millionen Nutzer haben sich Evernote installiert, zwischen drei und vier Prozent haben das Premium-Angebot (4 Euro/Monat, 36 Euro/Jahr) im Abonnement, das Zusatzfunktionen zur Gratis-Version bietet.

Evernote 3.0, ab sofort im “Android Market” verfügbar, ist laut Anbieterfirma das bisher größte Update: Premium-Nutzer können untereinander auf Notizbücher anderer User zugreifen und bearbeiten, über eine neue Sharing-Funktion können Notizen an Facebook, Twitter oder Dropbox gesendet werden. Außerdem lässt sich die App mit einem Pin-Code sichern.

Evernote ist auf allen Plattformen generell zu empfehlen, hat aber auch seine Tücken, wie ein futurezone-Test- zeigt:

Pro:
+ Notizen lassen sich per GPS-Ortung am Handy einer Position zuordnen, die auf Google Maps angezeigt werden kann. So kann man sich etwa den Abstellort seines Autos merken.
+ Interessante Situationen lassen sich sehr schnell per Foto oder Audioaufnahme merken.
+ Im Vergleich zu den Konkurrenten SpringPad und Memonic ist Evernote auf viel mehr Plattformen verfügbar, wodurch in der Nutzung kaum Einschränkungen bemerkbar sind.
+ Für Textnotizen reicht die Gratis-Version, die 60 MB Upload auf die Evernote-Server pro Monat beinhaltet, auf jeden Fall.
+ Interessant für Webseiten-Betreiber: Ähnlich wie Facebooks Like-Button kann der “Site Memory Button” neben Web-Content (z.B. Blog-Eintrag) eingebettet werden. Nutzer können mit einem Klick den Inhalt in ihrem Evernote-Account ablegen, um ihn etwa später zu lesen. Der Webseiten-Betreiber wird an über ein Affiliate-Programm den Einnahmen beteiligt, falls die Nutzer des “Site Memory Buttons” in späterer Folge Premium-Kunden von Evernote werden.

Contra:
- Eine App für Windows Phone 7 fehlt noch, es wird vorerst nur Windows Mobile unterstützt.
- Wer Evernote gratis auf iOS und Android nutzt, kann die Notizen nicht offline speichern, d.h. das man immer eine Internetverbindung braucht, um über die App auf die Evernote-Server zuzugreifen. Das kann im Ausland, aber etwa auch in Innenräumen zum Problem werden (z.B. ist erstellter Einkaufszettel im Supermarkt nicht abrufbar).
- Evernote ist als Cloud-Anbieter leider nicht immer verlässlich. Im Jänner 2011 verschwanden zeitweise Notizen vieler Nutzer, im Juli 2010 verloren tausende Nutzer wegen Server-Ausfällen ihre gesamten Notizen.