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Secondhand
11/14/2011

Flohmarkt für gebrauchte Musik-Files

Das US-Start-up ReDigi hat einene Marktplatz für den Kauf und Verkauf "gebrauchter" digitaler Musik-Files gestartet. Ab 2012 soll das Angebot auch für österreichische Nutzer verfügbar sein.

von Patrick Dax

Gebrauchte CDs oder Vinyl-Schallplatten finden sich auf Flohmärkten, Schallplattenhandlungen und Online-Flohmärkten zuhauf. Marktplätze für "gebrauchte" digitale Musik-Files kamen bislang, wohl auch wegen zahlreicher rechtlicher Fragen, über das Versuchsstadium nicht hinaus. Das junge US-Unternehmen ReDigi (Recycled Digital Media) will das nun ändern.

Seit Mitte Okotber bietet das Start-up seinen Nutzern die Möglichkeit, digitale Musik-Files, die sie nicht mehr hören wollen, zum Verkauf anzubieten. Vorerst ist das Angebot auf US-Kunden beschränkt. Ab 2012 sollen auch europäische Internet-Nutzer davon Gebrauch machen können. Mehr als 10.000 "Secondhand"-Musik-Dateien stehen auf der Plattform bereits zum Verkauf. Das Angebot wachse rasant, sagte eine Unternehmenssprecherin zur futurezone.

Software prüft
Um auf dem Marktplatz Musik-Files verkaufen und kaufen zu können ist der Download einer Client-Software erforderlich. Die überprüft, ob die zum Verkauf angeboten Musik-Files rechtmäßig erworben wurden. Nur Songs, die in Online-Musik-Shops gekauft wurden, dürfen auch weiterverkauft werden. Titel, die von physischen Tonträgern - etwa von CDs - gerippt wurden oder aus Tauschbörsen stammen, werden zum Handel auf der Plattform nicht zugelassen.

Wird ein Song zum Verkauf freigegeben, werden Kopien des Songs auf den Computern des Verkäufers und von damit synchronisierten Geräten, wie etwa MP3-Playern, gelöscht. Damit soll verhindert werden, dass Songs mehrfach verkauft werden können. "Diese Vorgehensweise ermöglicht es uns, den Gesetzen zu entsprechen ", erläutert die Unternehmenssprecherin: "Digitale Güter bekommen auf diese Art einen Wiederverkaufswert."

Kein Bargeld
"Gebrauchte" Titel werden auf der Plattform ab 59 Cent angeboten. Für den Verkauf ihrer ausgemusterten Songs erhalten Nutzer Gutschriften, die sie auf der Plattform gegen andere Titel eintauschen können. Barauszahlungen sind nicht möglich. Nach Unternehmensangaben sollen auch Musiker und Labels einen Anteil am Weiterverkauf erhalten. Neben dem Marktplatz bietet ReDigi seinen Nutzern auch einen kostenlosen Online-Speicher für Musik und einen Online-Musik-Shop mit "Neuware", der rund elf Millionen Titel umfasst.

ReDigi ist nicht das erste Unternehmen, dass sich an einem Marktplatz für den Weiterverkauf digitaler Güter versucht. Überlegung dazu gab es immer wieder. Vor drei Jahren lockte etwa ein US-Start-up namens Bopaboo mit einem Marktplatz für "Secondhand-MP3s", verschwand aber wenig später sang- und klanglos wieder aus dem Netz.

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