Smartphone-Studie
11/10/2010

Frauen wollen iPhones, Männer Nokia-Handys

Eine Befragung österreichischer Smartphone-Nutzer zeigt Geschlechterunterschiede bei der Wahl des Geräts auf. Der Studie im Auftrag von T-Mobile zufolge sind bereits 40 Prozent der hierzulande verkauften Modelle der Kategorie "Smartphone" zuzurechnen.

von Jakob Steinschaden

Frauen schätzen das Apple-Handy und loggen sich mobil besonders oft bei Facebook ein, Männer setzen häufig auf finnische Handys und rufen unterwegs am liebsten Nachrichten am Display ab: Das sind einige der Ergebnisse einer neuen Handy-Studie des Marktforschungsinstituts Karmasin, die im Auftrag von T-Mobile durchgeführt wurde. Befragt wurden per Telefon 500 Personen zwischen 14 und 59 Jahren, die Schwankungsbreite liegt zwischen zwei und fünf Prozent.

So unterschiedlich die Nutzung, so einheitlich der allgemeine Trend: Smartphones, also Mobiltelefone, die per Touchscreen oder vollwertiger Tastatur die Nutzung von Internet, eMail und GPS-Navigation erlauben, verkaufen sich weiterhin gut. Waren im April 2010 einer A1-Studie zufolge noch 32 Prozent der Österreicher Besitzer eines Smartphones, werden es in absehbarer Zeit 40 Prozent sein: Vier von zehn aller drei Millionen verkauften Handys in diesem Jahr werden von den Marktforschern der neuen Kategorie zugerechnet, bei T-Mobile sollen sogar 60 Prozent der verkauften Modelle "smart" sein.

Als Startpunkt des Booms nennt der T-Mobile-Chef die Markteinführung des iPhones 2008: "Apple hat gezeigt, wie Smartphones mit Touchscreen und Apps funktionieren." T-Mobile hätte bisher 200.000 Apple-Handys verkauft. Chvatal räumte aber auch ein, dass man schon immer an den langfristigen Erfolg von Smartphones geglaubt und das etwa mit der Aufnahme von BlackBerrys ins Portfolio im Jahr 2003 bewiesen habe.

Kampf der Betriebssysteme
"Die Handy-Welt ist im Vergleich zur PC-Welt viel komptetitiver, weil dort nicht wie am Computer mit Microsoft eine einzige Firma alles dominiert", so T-Mobile-Chef Robert Chvatal. So sind seit mit dem Start von Microsofts "Windows Phone 7" im Oktober mindestens sieben unterschiedliche Handy-Betriebssysteme in Österreich zu haben.

Der heimische Markt spiegelt die internationale Entwicklung wieder: Nokias "Symbian" führt mit 38 Prozent, gefolgt von Android (25 Prozent), iPhone (20 Prozent), BlackBerry (9 Prozent) und Windows-Mobile-Systemen (4 Prozent). Laut US-Marktforscher Gartner konnte Googles Handy-Software iOS von Apple weltweit überholen und liegt jetzt hinter Symbian auf Platz Zwei. Eine österreichische Anomalie ist, dass Symbian seit 2009 zehn Prozent Marktanteil dazugewinnen konnte, während es international von Jahr zu Jahr düsterer für das von der EU finanziell unterstützte Betriebssystem aussieht.

Kaufentscheidend ist die Handy-Software in Österreich aber noch nicht: Heimische Handy-Nutzer wählen ihr Gerät nach Benutzerfreundlichkeit, Design und Marke aus, während die Software und Zusatz-Programme zweitrangig sind. Laut Studie entscheiden sich Frauen eher für iPhone oder BlackBerrys, während Männer stärker zu Geräten von Nokia und Samsung tendieren.


Apps im Aufwind
Hand in Hand mit dem wachsenden Absatz von Smartphones geht auch die steigende Nutzung so genannter Apps: Mit Mini-Programmen aus Online-Shops können Handys um Zusatzfunktionen aufgerüstet werden. Waren es im April 2010 laut A1-Studie noch im Schnitt 3,4 Apps, die pro Monat auf einem Smartphone installiert wurden, sind es heute laut T-Mobile-Untersuchung bereits 19. Dadurch verändert sich die mobile Internetnutzung: Während die Österreicher mit dem Handy-Browser in erster Linie Suchmaschinen, Nachrichten und Wetterinformationen abrufen, sind bei den Apps vor allem Spiele, Online-Netzwerke wie Facebook und erst danach Informationen zur Nachrichtenlage oder Wetter gefragt. Geschlechterunterschiede gibt es auch hier: "Die Männer spielen lieber, während die Frauen öfter soziale Netzwerke nutzen", so Chvatal.

Zu vollkommen unterschiedlichen Zahlen kommen A1 und T-Mobile bei der Zahl der App-Nutzer: Der größte Mobilfunker Österreichs spricht von 85 Prozent Smartphone-Nutzer, die bereits Apps geladen haben, während der rosarote Konkurrent von 43 Prozent User ausgeht.

Das Datengeschäft
Interessant ist die "Apponomy", wie das Geschäft mit den Mini-Programmen bereits genannt wird, für viele Branchen. Laut Studie sind 70 Prozent der österreichischen Smartphone-Nutzer bereit, für neue Services (v.a. für die Fernsteuerung von Haushaltsgeräten und digitalen Magazinen) zu zahlen. Auch für die Mobilfunker sind Apps interessant: Seit Jahren sinken die Preise für Telefonieminuten, aber für den Datentransfer - iPhone-Nutzer verbrauchen pro Monat im Schnitt 250 Megabyte - können die Handy-Betreiber wieder teurere Tarife an den Mann bringen. Der neue Datensegen ist aber zugleich auch Fluch: Der gestiegene Datenverkehr kann nur mit einem Ausbau des UMTS-Netzes und des kommenden Standards bewältigt werden. T-Mobile gibt dafür im heurigen Jahr 100 Millionen Euro. "Wir investieren derzeit in Kapazität und nicht in weiße Flecken im Sendegebiet", so Chvatal. "Wenn jemand im Waldviertel keinen Empfang hat, hat er Pech."

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(Jakob Steinschaden)

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