Airbus Racer

Airbus Racer

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Dieses Fluggerät ist halb Helikopter, halb Flugzeug

Der Flugzeugbauer Airbus hat ein neues Fluggerät gezeigt, das ein Hybrid aus Helikopter und Flugzeug ist. Racer verfügt sowohl über einen Hauptrotor oberhalb des Rumpfs als auch über Tragflächen mit Propellern. Damit soll der Racer, gemäß seinem Namen, besonders schnell fliegen können. 

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Am Mittwoch gab das Luftfahrtunternehmen erstmals Details zur Entwicklung des Fluggerätes bekannt. So ist der Racer für eine Reichweite von 740 Kilometer optimiert. Die Reisefluggeschwindigkeit soll bei über 220 Knoten (407 km/h) liegen. Üblicherweise fliegen traditionelle Hubschrauber mit 200 bis 300 km/h

Effizient

Neben reiner Geschwindigkeit soll auch Treibstoffverbrauch sowie Geräuschentwicklung bei dem Racer optimiert bzw. minimiert worden sein. Der Racer ist auf Basis des experimentellen Hochgeschwindigkeitshubschraubers Airbus X3 entwickelt worden. 

Vorerst ist auch der Racer kein Serienmodell, sondern ein Demonstrationsfluggerät. Die Entwicklung soll 200 Millionen Euro gekostet haben. 

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Einsatzgebiet

Eingesetzt werden soll der Racer vorwiegend von Rettungs- und Einsatzkräften. Besonders bei der medizinischen Versorgung ist Zeit ein wichtiger Faktor. In der Notfallmedizin spricht man etwa von der Goldenen Stunde. Das ist die erste Stunde nach einem schweren Trauma, in der die Überlebenschancen am größten sind. 

Gemeint ist hier die Zeit zwischen Eintreffen der Rettungskräfte am Unfallort und Einlieferung der Patient*innen in einem Krankenhaus. Mit diesem Faktor im Hinterkopf wurde der Racer entwickelt, wie Airbus Helikopters CEO Bruno Even gegenüber Reuters erklärt

Militärischer Einsatz

Ein weiteres mögliches Einsatzgebiet für Hochgeschwindigkeitshubschrauber ist das Militär. Dort treten sie in Konkurrenz zu traditionellen Senkrechtstartern, wie etwa die V-22 Osprey. Dabei handelt es sich allerdings mehr um ein Flugzeug als um einen Helikopter. Dafür ist die Fluggeschwindigkeit auch höher, Osprey kommt in einer Höhe von 5 Kilometer auf maximal 300 Knoten (555 km/h)

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Noch deutlich schnellere Senkrechtstarter will derzeit außerdem der Forschungsarm der US-Streitkräfte DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) im Rahmen des Projekts SPRINT (Speed and Runway Independent Technologies) entwickeln. Dafür werden unter anderem faltbare Rotoren entwickelt, um den Luftwiderstand im Reiseflug zu minimieren. 

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