Produkte
29.09.2015

Google Nexus 5X im Hands-on: Würdiger Nachfolger

Gemeinsam mit LG legt Google in Sachen Android-Hardware nach und bringt mit dem Nexus 5X den lange erwarteten Nexus-5-Nachfolger. Die futurezone hat das Handy ausprobiert.

Das Nexus 5X ist der Nachfolger des Nexus 5, das vor rund zwei Jahren vorgestellt wurde. Vanilla-Android mit High-End-Hardware zu einem ansprechenden Preis, das sind die Zutaten, die das Handy zu einem starken Player am Markt machen sollen. Die futurezone hat das neue Handy, das von LG für Google hergestellt wird, ausprobiert.

Verarbeitung und Äußeres

Das Nexus 5X ist im direkten Vergleich zum alten Nexus 5 eine Spur größer geworden und verfügt nun über ein 5,2-Zoll-Display, während das alte über eine 4,95-Zoll-Anzeige verfügte. Das größere Display führt auch zu einem etwas größeren Gehäuse, was in der Praxis aber nicht wirklich auffällt. Das Handy liegt mit seinen 5,2 Zoll gut in der Hand, das Gewicht von rund 130 Gramm ist gut verteilt und stört nicht. Das Nexus verfügt über einen Unibody, der Akku ist nicht austauschbar.

Galerie: Nexus 5X Hands-on

1/12

Nexus 5X

Nexus 5X

Nexus 5X

Nexus 5X

Nexus 5X

Nexus 5X

Nexus 5X

Nexus 5X

Nexus 5X

Nexus 5X

Nexus 5X

Nexus 5X

Die Designsprache und Verarbeitung führt den Weg fort, den Google mit dem Nexus 5 begonnen hat. Wieder setzt man bei der Optik auf Minimalismus und beim Material auf Kunststoff. Dennoch weiß LG den Kunststoff so einzusetzen, dass das Gerät weder billig noch fragil wirkt. Die Kameralinse steht ein Stück aus dem Gehäuse hervor, das sieht zwar nicht besonders schön aus, stört aber auch nicht übermäßig, da die Kanten allesamt sauber verarbeitet sind.

Das Display löst wie sein Vorgänger in FullHD auf und überlässt den Krieg um die meisten Pixel der Konkurrenz von Samsung und Sony. Das FullHD-Display bringt es bei der Größe von 5,2 Zoll auf immerhin 423 PPI. Im Unterschied zum Nexus 6P ist beim 5X ein LCD-Panel und kein AMOLED-Panel verbaut. Die Farbdarstellung ist dadurch natürlicher, aber nicht ganz so satt. In der Praxis geht die Anzeige dennoch insgesamt in Ordnung. Helligkeit und Kontrast stimmen ebenfalls und bieten im Kurztest keinerlei Raum für Kritik.

Fingerabdruck

Wie ein Großteil der Konkurrenz setzt LG und Google beim Nexus nun ebenfalls auf einen Fingerabdrucksensor. Jener ist rund und liegt auf der Rückseite des Gerätes. In Sachen Präzision wirkt der Sensor im ersten Kurztest in etwa so genau, wie bei anderen Smartphones. Google gibt zwar an mit Android 6.0 die Fingerprint-API so optimiert zu haben, dass Fehler bei der Erkennung weniger oft vorkommen. Ob besserer Sensor, oder überarbeitete Software: Die Fingerabdruckerkennung beim 5X funktionierte im Kurztest außerordentlich gut und besser, als man es von anderen Android-Handys kennt. In neun von zehn Fällen entsperrte das Handy beim ersten Versuch.

Eine Schwierigkeit bei der Bedienung liegt jedoch an der Positionierung des Sensors. Dadurch, dass er auf der Rückseite liegt und man ihn quasi blind finden muss, erwischt man ihn manchmal beim beim ersten Mal nicht so genau, dass man das Handy tatsächlich damit entsperren kann. Im Alltag dürfte das jedoch in erster Linie eine Frage der Gewohnheit sein. Das Nexus lässt sich übrigens rein durch Auflegen des Fingerabdrucksensor entsperren, ohne, dass man vorher den Power-Button betätigen muss.

Die Kamera

Frühere Nexus-Geräte mussten sich immer wieder den Vorwurf der schwachen Foto-Leistung gefallen lassen. Beim Nexus 5X soll sich das nun ändern, LG verbaut bei der Hauptkamera einen Sensor mit immerhin 12,3 Megapixeln maximale Auflösung sowie Laser-Autofokus. Die paar Schnappschüsse im Kurztest waren durchaus ansehnlich. Ganz so reaktionsschnell, wie bei den Kameras der Konkurrenz präsentierte sich die Hauptkamera jedoch nicht. Allerdings waren die Lichtverhältnisse beim Kurztest auch außerordentlich schwierig.

Die Kamera schießt neben Fotos übrigens auch Videos in 4K-Auflösung. Neben der hochauflösenden Hauptkamera hat man auch bei der Front-Kamera nachgelegt. Durch die Auflösung von fünf Megapixeln sollte der eine oder andere Selfie-Schnappschuss gut gelingen. Im Kurztest präsentierte sich die Frontkamera flott und präzise und war bei dem dunklen und schwierigen Licht im Raum teilweise sogar flotter als die Hauptkamera.

Software und Bedienung

Im Inneren des Nexus 5 werkelt ein Snapdragon 808, der gleiche Chip wie auch im LG G4. Jener wird von zwei GB RAM unterstützt. Die Hardware entspricht somit dem oberen Spitzenfeld dessen, was derzeit am Android-Markt verfügbar ist und sorgt auch dafür, dass sich Marshmallow sowie die meisten Apps ohne Verzögerungen bedienen lassen. Auch die meisten aktuellen 3D-Spiele dürften mit dem Nexus kein Problem sein.

Erster Eindruck

Das Nexus 5X ist ein würdiger Nachfolger für das mittlerweile zwei Jahre alte Nexus 5. Wer ein Android-Phone mit Stock-Android ohne Schnickschnack, einer ordentlichen Leistung zu einem ansprechenden Preis will, wird auch dieses Mal nicht um die Nexus-Geräte herumkommen. Das 5X bietet keine offen erkennbaren Schwächen und dürfte abermals einer der ansprechendsten Vertreter der Android-Plattform sein.

Das Nexus 5X kann über den Google-Store vorbestellt werden und kostet in der 16-GB-Version 379 Dollar. Die Euro-Preise sind noch nicht offiziell bestätigt, könnten das günstige Angebot in den USA durch entsprechende Aufschläge aber konterkarieren.