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SMARTPHONES-TABLETS
02/03/2011

Google startet Android Market Webstore

Google hat am Mittwoch in Mountain View, Kalifornien, offiziell den Android Market Webstore sowie die neue Android Version 3.0 (aka "Honeycomb") vorgestellt. Der Webstore ist bereits online verfügbar und soll künftig In-App-Käufe ermöglichen. Mit Honeycomb setzt man auf Multitasking und hofft auf den Tablet-Markt.

von Barbara Wimmer

Google hat am Mittwoch den Webstore von Android Market veröffentlicht. Unter market.android.com können Nutzer ab sofort auch im Browser Apps nach Kategorien durchstöbern und auch online kaufen. Es funktioniert allerdings auch bei kostenlosen Apps. Dazu wird das Framework von Cloud-to-Device-Messaging herangezogen. Die App installiert sich in Folge automatisch auf dem Android-Phone, mit dem der Store verbunden wird.

[[1121:body / Android Market Webstore]]

Auch Entwicklern gibt der neue Webstore mehr Möglichkeiten wie bisher. Promo-Banner auf der Startseite sind buchbar, es gibt größere Icons in besserer Auflösung und es ist mehr Platz, seine Apps besser aussehen zu lassen und einen "ersten Eindruck" zu vermitteln - denn der Kunde weiß nicht immer im Vorhinein, was ihn bei der jeweiligen App erwartet. Es werden zudem weitere Veröffentlichungen des Entwicklers angezeigt, ein Link zur App lässt sich direkt aus dem Webstore per Twitter teilen. Entwickler können auch YouTube-Videos zu ihren Programmen hochladen.

In-App-Käufe möglich

Eine weitere Neuheit rund um den Android Market Store ist zudem, dass Google ab sofort In-App-Käufe ermöglicht. Damit können Entwickler virtuelle Güter anbieten, oder Zusatzlevels und -Funktionen. Man habe diese neue Funktion mit ausgewählten Entwicklern ausführlich getestet, jetzt stehe sie für alle Entwickler zur Verfügung. Nutzer können erst ab Ende des Quartals tatsächlich Produkte aus einer App heraus kaufen.

Disney war eines der Unternehmen, das von Google ausgewählt wurde, die In-App-Funktionalität zu testen. Das Unternehmen präsentierte in Kalifornien die populäre App TapTapRevenge 4 erstmals für Android-Geräte. Die beliebte Musik-Spiele-App ist insgesamt bereits 50 Millionen Mal runtergeladen worden und über 25 Millionen Songs wurden über die "In-App-Funktion" verkauft. Zwar habe man bereits einige Monate an der Android-Version gearbeitet, aber die In-App-Funktionalität habe man erst in den letzten fünf Tagen eingebaut, heißt es seitens Disney. Laut Google sei der Vorgang unkompliziert.

[[1122:body /Die Home Widgets auf der neuen Oberfläche]]

Homescreens und Multitasking

Neben den Neuerungen für den Android Market Store hat Google auch das neue mobile Betriebssystem Android 3.0 aka Honeycomb vorgestellt. Viele Details waren bereits bekannt. So hat Google der neuesten Version eine komplett überarbeitete Oberfläche spendiert, die den Einsatz neben Smartphones auch für Tablets optimiert.

Die Navigation zwischen den Homescreens wird nun dreidimensional dargestellt, das Aussehen der Homescreen Widgets wurde komplett überarbeitet. Auch der Browser wurde angepasst und lehnt sich nun deutlich an Desktop-Browser an. Honeycomb bietet Browsen mittels Tabs sowie Lesezeichnen-Synchronisation mit Chrome an. Anwendungen wie Gmail kommen ebenfalls in neuem Gewand. Bei Gmail ist es jetzt möglich, die Inbox neben der jeweils geöffneten Mail zu sehen und ganz einfach hin- und herzuspringen. Diese Funktionalität sei allerdings nicht nur Gmail vorbehalten, erklärte Hugo Barra von Google auf der Pressekonferenz.

Videochat ohne Ruckeln

Es ist zudem möglich, zwischen Apps einfach hin- und herzuspringen. Diese Multitasking-Fähgikeit wurde mit einer Musik-App live demonstriert, die im Hintergrund lief, als gerade ein Anruf reinkam. Live demonstriert wurde zudem die Videotelefonie per Google Talk. Man habe die Funktionalität lange optimiert, erzählt Barra. Es soll möglichst wenig Bandbreite verbraucht werden und die Verbindung möglichst stabil bleiben. Beim Live-Showcase funktionierte die Videotelefonie tatsächlich einwandfrei ohne Ruckeln. Auch die Apps für Bücher und Musik wurden rundumerneuert und werden jetzt in einer 3-D-Oberfläche präsentiert.

Auch die Android-Tastatur wurde überarbeitet und besser an größere Displays angepasst, die Kamera-App wurde mit einer neuen Benutzeroberfläche ausgestattet. Dadurch lassen sich jetzt auch Videos direkt mit einem Click auf YouTube hochladen.

[[1120:body / CNN-App für Android Tablets]]

CNN demonstriert News-App

Apropros Videos: Google lud Louis Gump von CNN ein, um die neue CNN-App für Android-Tablets zu präsentieren. Diese werde es kostenlose im Android Market geben, so Gump. Die CNN-App bietet neben Audio- und Videocontent, der sich direkt am Tablet live streamen lässt, auch eine Oberfläche für Geschichten. Diese werden mit Bildern und Schlagzeilen präsentiert, 350 Geschichten hätten auf einer Seite Platz. Zudem wolle man Nutzer dazu bringen, eigenes Material beizusteuern. Mit der Funktion "iReport" könne man Bilder oder Videos hochladen und diese für CNN verfügbar machen.

"Ingesamt werden durch Honeycomb viele Möglichkeiten für Entwickler geöffnet", so Barr von Google, der davon überzeugt ist, dass Google mit Honeycomb das bestmögliche Toolkit für Entwickler entworfen habe, Apps für Tablets zu entwickeln.

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(Barbara Wimmer)