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Musik
11/17/2011

Google startet eigenen MP3-Verkauf

Der Suchmaschinenkonzern erweitert sein Service Google Music um einen eigenen MP3-Store. Dieser ist in den Android Market integriert und soll eine Auswahl von rund 13 Millionen Stücken bieten. Vorerst ist der Dienst nur in den USA verfügbar.

Google steigt nach langem Warten nun auch in den Online-Musikmarkt ein und will mit einfacher Funktionsweise samt einigen Zusatzfunktionen punkten. US-Kunden haben über den Android Market die Auswahl zwischen mehr als 13 Millionen Musikstücke, die jeweils etwa einen US-Dollar pro Song und circa 10 US-Dollar pro Album kosten. Die gekauften MP3-Dateien haben eine Bitrate von 320 kbps. Alle Einkäufe bleiben in der Cloud gespeichert und können auf bis zu zehn Geräte gestreamt werden. Außerdem ist es möglich, die Musik (etwa nach Datenverlust) nochmal herunterzuladen. Gleichzeitig bleibt das bisherige Service aufrecht, womit Nutzer bis zu 20.000 eigene Songs in die Bibliothek hochladen und somit überall verfügbar machen können.

Google will sich mit einigen Sonderfunktionen von der Konkurrenz abheben: So ist es über das hauseigene Online-Netzwerk Google+ möglich, Songs mit seinen Kontakten zu teilen. Diese können die Musik in voller Länge über das Online Netzwerk abspielen. Diese Funktion gilt allerdings nur für gekaufte und nicht für selber hochgeladene Titel.

Eine weitere Besonderheit ist, dass Künstler ihre eigene Musik gegen eine Gebühr von 25 US-Dollar direkt über Google Musik verkaufen können. Für diesen Zweck kann im "Artist Hub" eine eigene Künstler-Seite erstellt werden. Für jeden Verkauf behält sich Google eine Provision von 30 Prozent vor.

Um den MP3-Verkauf zu ermöglichen, hat Google Verträge mit den großen Mayor-Labels EMI, Sony und Universal geschlossen, mit Warner konnte keine Einigung erzielt werden. Zusätzlich sind sehr viele unabhängige Labels (unter anderem über die Verbünde Beggars‘ Banquet und Merlin) vertreten. Als Besonderheit werden Künstler wie die Rolling Stones, Pearl Jam, Shakira oder Coldplay exklusive Veröffentlichungen bereitstellen. Der Rapper Busta Rhymes wird sein neues Studioalbum exklusiv bei Google Music veröffentlichen.

Nutzer aus Österreich finden derzeit auf Google Music nur den Hinweis, dass dieser Dienst derzeit noch nicht verfübgar sei. Wann und ob Google Music außerhalb der USA nutzbar sein wird, ist derzeit noch nicht bekannt.

Auch Apple will sein Musikgeschäft ausbauen: Am Montag starteten die Kalifornier - zunächst ebenfalls nur für die USA - den Cloud-Dienst iTunes Match, mit dem man seine Musik im Netz lagern und von dort abrufen kann. Dabei muss die Musik allerdings nicht wie bei Google erst in das Netzwerk hochgeladen werden. Stattdessen nimmt Apple einen Abgleich der Titel mit dem iTunes-Angebot vor und erspart den Anwendern damit einen stundenlange Upload. Dafür handelte Apple erweiterte Lizenzen mit der Musikindustrie aus. Ein weiterer großer Spieler in dem Bereich ist der Online-Einzelhändler Amazon.

Zugleich gibt es für die Download-Shops immer mehr Konkurrenz durch neue Streaming-Dienste wie Pandora oder Spotify, bei denen die Musik direkt aus dem Netz abgespielt wird. Auch das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook bietet solchen Angeboten inzwischen eine Plattform, um seine rund 800 Millionen Nutzer zu erreichen.

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