Via SMS forderte der Mann Sex von einer 13-Jährigen (Symbolbild).

© © ALEXANDRA GRUBER /Alexandra Gruber

Wechselhürden
06/01/2015

Handy-Tarife steigen, aber nur wenige wechseln Anbieter

40 Prozent der Mobilfunkkunden sind von Preissteigerungen betroffen. Den Anbieter wechseln aber nur knapp sieben Prozent. Die RTR will nun Wechselhürden beseitigen.

von Barbara Wimmer

„Es wird keine Preiserhöhungen geben“, verkündeten die österreichischen Mobilfunk-Anbieter, als die Fusion den Mobilfunkanbietern Drei und Orange im Raum im Herbst 2012 stand. Doch Fakt ist, die Mobilfunk-Preise stiegen in den vergangenen zwei Jahren deutlich an. Vor allem die niedrigsten Tarife waren von erheblichen Preissteigerungen betroffen. Im Schnitt lag die Preissteigerung laut Angaben von Johannes Gungl, Geschäftsführer der RTR für den Fachbereich Telekommunikation, bei rund 25 Prozent.

Laut einer neuen Studie zum österreichischen Telekommunikationsmarkt(PDF), die von der Regulierungsbehörde RTR in Auftrag gegeben wurde, waren in den vergangenen zwei Jahren 40,3 Prozent der Privatkunden im Mobilfunkbereich von einem Preisanstieg ihres Handytarifs betroffen. Es wechselten allerdings nur 6,7 Prozent davon den Betreiber. „Gerade günstige Tarife wie 1000 Minuten, 1000 SMS und 1 GB Daten um 7,5 Euro fielen der Preissteigerung zum Opfer“, erklärte Gungl am Montag vor Journalisten. „Das Preisniveau ist in Österreich dennoch im EU-Vergleich ein sehr niedriges.“

Keine günstigere Alternative

Fast 60 Prozent der Befragten gaben als Begründung für ihren Verbleib beim Mobilfunkanbieter an, dass sie keine günstigere Alternative gefunden hätte. Für 35,7 Prozent war die Preissteigerung nicht hoch genug für einen Wechsel des Anbieters, 16,1 Prozent verzichteten wegen hoher Wechselkosten auf einen Umstieg und weiteren 16,1 Prozent war die Portierung der Rufnummer zu kompliziert.

„Natürlich gibt es hier Wechselhürden. Die Portierungskosten der Rufnummer, der Übertragungsprozess, das Aktivierungsentgelt. Es ist ein Aufwand, den Betreiber zu wechseln“, so Gungl. Die RTR werde sich die Portierungskosten sowie die Kundenbindungsprogramme der Mobilfunkbetreiber genauer ansehen. „Vieles davon ist intransparent“, so Gungl. Die RTR möchte hier regulierend eingreifen und die Rahmenbedingungen ändern, um Wechselbarrieren zu reduzieren.

Die Wechselhürden zu reduzieren, ist laut Gungl sehr wichtig. Denn durch den Start diverser neuer Mobilfunkanbieter, die kein eigenes Netz betreiben (MVNO), kam wieder Bewegung in den Mobilfunkmarkt. Mit UPC und HoT gibt es bereits seit längerem zwei starke, neue Anbieter am Markt, mit Tele2 und Spusu kommen im Juni noch zwei weitere hinzu. „Das wirkt sich positiv für die Endkunden aus“, so Gungl, der zugleich kritisierte, dass bei der Drei-Orange-Fusion eine Frist gefehlt habe, in der festgelegt wird, in welchem Zeitfenster neue Anbieter auf den Markt kommen sollen.

"Empfehlen Tarifvergleichsrechner"

Doch durch die Angebote der neuen, virtuellen Betreiber wächst auch die Tarifvielfalt in der Mobilfunklandschaft. „Transparenter wird die Tariflandschaft dadurch wirklich nicht. Für Kunden wird es immer schwieriger auszuwählen, welcher Tarif für sie am besten geeignet ist. Wir empfehlen hier Tarifvergleichsrechner“, sagt Gungl auf futurezone-Nachfrage. „Der Vergleich vor Abschluss eines neuen Tarifs zahlt sich immer aus.“

Die Studie belegt zudem deutlich, dass für Kunden der Preis das wichtigste Kriterium für die Auswahl ihres Mobilfunkanbieters ist. 47,8 Prozent wählen ihren Anbieter danach aus, weitere 30,4 Prozent achten zusätzlich auf eine gute Netzabdeckung. „Das ist eine gute Nachricht für neu einsteigende MVNOs“, sagt Gungl.

Mobilfunkland Österreich

Die Studie belegt zudem laut Gungl einmal mehr, dass Österreich ein Mobilfunkland sei. Der Trend, das Festnetztelefon zugunsten des Mobiltelefons aufzugeben, hält weiterhin an. Nur noch rund 60 Prozent der Haushalte nutzen ausschließlich Mobiltelefone zum Telefonieren, nur noch 2,8 Prozent haben ausschließlich einen Festnetz-Anschluss.

Für die Studie vom Marktforschungsinstitut Market durchgeführte Studie wurden mehr als 2000 österreichische Haushalte im Jänner 2015 Face-2-Face befragt. Dies war – vom Zeitpunkt her – etwas zu früh, um endgültige Schlüsse zum durch die Drei-Orange-Fusion in Bewegung gekommenen Mobilfunkmarkt zu ziehen. Derzeit sieht es danach aus, dass die Mobilfunkpreise durch die neuen virtuellen Anbieter zumindest wieder stagnieren.

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