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08.05.2018

HTC preist neues Smartphone mit alten iPhone-Teilen an

© Bild: HTC/Evan Blass

Der Smartphone-Hersteller HTC blamierte sich auf Twitter mit einem Teaser für sein neues Smartphone U12.

Der taiwanische Smartphone-Hersteller HTC hat vergangenen Donnerstag einen Teaser für sein kommendes Flaggschiff U12 veröffentlicht. Darauf sind zahlreiche Smartphone-Bauteile, darunter Leiterplatten, Chips und ein Akku, zu sehen, die Beschreibung sagt: „Bald verfügbar. Ein Smartphone, das mehr als die Summe seiner Spezifikationen ist.“ Einem Leser des Tech-Blogs AnandTech fiel jedoch auf, dass es sich bei einigen der gezeigten Bauteile um Komponenten des iPhone 6 handelte.

Als Beweis legte er eine bebilderte Anleitung der Reparatur-Plattform iFixit vor. Das Unternehmen erntete rasch Spott für diese Tatsache auf den sozialen Netzwerken – das in der Krise steckende Unternehmen sei darauf angewiesen, die Bauteile eines vier Jahre alten Smartphones wiederzuverwenden, so die Behauptung.

Laut HTC alles so geplant

HTC gestand in einer Stellungnahme, iPhone-Bauteile im Teaser verwendet zu haben – das sei jedoch bewusst erfolgt. „Wir sind froh darüber, dass es Menschen gibt, die unseren Teaser so genau untersuchen“, gibt das Unternehmen bekannt. Dabei handle es sich aber um Bauteile aus vielen verschiedenen Smartphones der Konkurrenz. Sie sollen das Mischmasch an Teilen (Spezifikationen) repräsentieren, die unsere Mitbewerber unschön in ihre Smartphones pressen. Der Leerraum in der Mitte zeigt wiederum HTCs nächstes Smartphone, das ‚mehr als nur die Summe seiner Spezifikationen‘ sein wird.“

Das neue Smartphone, bei dem es sich voraussichtlich um das HTC U12 handeln wird, wird am 23. Mai offiziell vorgestellt.

Ob das U12 HTCs finanzielle Situation verbessern wird, ist unklar. Die zuletzt veröffentlichten Geschäftszahlen zeichnen jedoch ein düsteres Bild. 2017 war mit einem Verlust von 580 Millionen US-Dollar bereits das schlechteste Jahr in der Firmengeschichte, doch auch das erste Quartal 2018 gab wenig Grund zur Hoffnung. Der Umsatz betrug im ersten Quartal 365 Millionen US-Dollar, 43,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz im April sank sogar noch deutlicher, mit 70,71 Millionen US-Dollar verdiente man 55,4 Prozent weniger als im Vorjahr. So wenig verdiente das Unternehmen zuletzt 2004.