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06/14/2019

Huawei bereitet Start von Android-Ersatz HongMeng vor

Der chinesische Smartphone-Hersteller testet das eigene Betriebssystem bereits im Alltagsgebrauch.

Huawei leidet unter den US-Sanktionen und bereitet die Einführung eines hauseigenen Betriebssystems vor. HongMeng könne Android ablösen, sagte der ranghohe Huawei-Manager Andrew Williamson am Donnerstag in Mexiko-Stadt. Sollte der Handelsstreit USA/China eskalieren, könne das System "binnen Monaten" eingeführt werden. An anderer Stelle war zu hören, dass Huawei die Einführung seines eigenen Betriebssystems für Oktober plane.

HongMeng werde derzeit vor allem in China getestet. Huawei hat dafür bereits in zahlreichen Ländern Patentrechte angemeldet. Zuvor hieß es, Huawei habe zu Testzwecken bereits eine Million Geräte verteilt, die unter HongMeng laufen. Dies wurde von Huawei aber mittlerweile dementiert.

HongMeng, die große Unbekannte

Es ist derzeit nur wenig über den Android-Ersatz bekannt. Es sei bereits seit 2012 in Entwicklung, unter der Leitung von Chen Haibo, ein Professor der Universität Shanghai Jiao Tong. Das Betriebssystem soll, wie Android, auf Linux basieren und auch Android-Apps ausführen können.

HongMeng soll nicht nur Android ersetzen. Es wird offenbar auf Smartphones, Tablets, Laptops, Flat-TVs, Autos und Wearables laufen. Damit hätte Huawei auch eine Alternative zu Windows bei der Hand.

Noch viele Schwierigkeiten

Doch auch wenn Huawei im Idealfall bis Herbst das hauseigene Betriebssystem fertigbekommt, wäre das in vielerlei Sicht erst der Anfang. Denn nach wie vor fehlt das Ökosystem im Hintergrund. Huawei versucht bereits seit zumindest einem Jahr, Entwickler für den hauseigenen App Store App Gallery zu begeistern – bislang erfolglos.

Spannend bleibt, wie sich mit der Zusammenarbeit zwischen Huawei und ARM weitergeht. ARM ist in vielerlei Hinsicht unersetzbar. Huawei könnte die Mikroarchitektur wechseln, allerdings würde damit auch die Kompatibilität mit Android-Apps wackeln. Entwickler müssten ihre Apps an die neue Architektur anpassen, damit diese lauffähig werden. Das war mitunter einer der Gründe, wieso Intels Smartphone-Chips (die auf x86 statt ARM setzten) floppten.