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03.11.2016

Huawei Mate 9: Porsche-Smartphone kostet 1400 Euro

Ein Smartphone, das nicht altert: Huawei will mit seinem neuen Smartphone jene Lücke füllen, die das Samsung Galaxy Note 7 hinterlassen hat.

Der chinesische Konzern Huawei will die Gunst der Stunde nützen und hat mit dem Mate 9 ein Smartphone vorgestellt, das vor allem verärgerte Note-7-Kunden locken soll. Huawei verspricht, dass das neue Phablet einige der größten Probleme von Smartphones lösen soll: Lebensdauer, Kamera-Qualität sowie Akkulaufzeit. Dabei soll unter anderem eine Partnerschaft mit Porsche Design helfen. Die Lifestyle-Marke des deutschen Autobauers zeigt sich unter anderem für das Design der kompakteren High-End-Version Smartphones verantwortlich.

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Kleines High-End-Modell

Das Mate 9 Porsche Design soll sich vor allem durch sein hochwertiges Design an Note-7-Kunden richten. Das Smartphone setzt, ähnlich wie das S7 Edge, auf ein gebogenes 5,5-Zoll-Display (AMOLED), das mit 2560 mal 1440 Bildpunkten auflöst, sowie ein Metall-Gehäuse. Beim Home-Button setzt man auf eine Touch-Lösung namens Smart Touch. Der Home-Button kann nicht gedrückt, sondern lediglich per Touch-Gesten gesteuert werden. So wird durch kurzes Antippen "Zurück" betätigt, langes Halten betätigt "Home". Durch Wischen nach Links oder Rechts kann man den Task-Manager öffnen. "Optisch" soll das Smartphone durch den gebogenen Bildschirm weniger als drei Millimeter dünn sein.

Damit geht man bereits die zweite Partnerschaft mit einem deutschen Konzern ein. Bereits beim P9 setzte man auf eine Partnerschaft mit Leica, die neben der Marke auch ihr Know-how in die Entwicklung der Smartphone-Kamera eingebracht haben sollen. Wie groß der Anteil an der Entwicklung war, ist jedoch nicht bekannt.

Leica-Kamera mit Zoom

Huawei setzt aber auch seine Zusammenarbeit mit dem deutschen Kamera-Hersteller Leica fort und verbaut in beiden Mate-9-Modellen die zweite Generation der Dual-Kamera des P9. Diese setzt weiterhin auf die Kombination aus zwei Linsen, wobei eine davon dank Monochrom-Sensor lediglich Schwarz-Weiß-Aufnahmen produziert. Der Monochrom-Sensor nimmt Bilder weiterhin mit 12 Megapixel auf, der RGB-Sensor kann nun Bilder mit bis zu 20 Megapixel produzieren.

Ähnlich wie beim iPhone 7 Plus will man die beiden Linsen auch dazu nutzen, um einen optischen Zoom anbieten zu können. Dieser „Hybrid-Zoom“ soll bis zu zweifache Vergrößerung bieten. Premiere: Beide Linsen sind mit optischen Bildstabilisatoren ausgestattet, wodurch auch bei Nacht lange Belichtungszeiten ermöglicht werden sollen. Zudem wurde der Bildprozessor direkt am Kamerasensor verbaut, wodurch die Leistung verbessert und der Akkuverbrauch reduziert werden konnte. 4K-Videos können zudem mit dem H.265-Codec aufgenommen werden und sollen so rund die Hälfte kleiner sein als bisher.

Erstes Daydream-Smartphone

Das herkömmliche Mate 9 verzichtet auf ein gebogenes Display, setzt aber ebenfalls auf ein Metall-Gehäuse. Das Display - die Auflösung ist vorerst nicht bekannt - soll über einen großen Farbraum (96 Prozent Abdeckung sRGB) sowie ein Kontrastverhältnis von 1500:1 verfügen. Statt das Display zu biegen, setzt man aber auf eine größeres Display. Statt 5,5 Zoll misst es 5,9 Zoll. Das Gerät soll aber dennoch ähnlich groß wie das iPhone 7 Plus sein (156,9 mal 78,9 Millimeter). Die restliche technische Ausstattung der beiden Smartphones soll gleich sein. Zum Start soll es in sechs verschiedenen Farben (Mocha Brown, Black, Ceramic White, Space Gray, Moonlight Silver, Champagne Gold) angeboten werden.

Wie von Huawei-Smartphones bekannt, sollen die Geräte mit Dual-SIM angeboten werden. Der Nutzer hat dabei die Wahl: Entweder er nutzt zwei SIM-Karten gleichzeitig oder nutzt den zweiten Slot für eine microSD-Karte. Dadurch ist es dank einer von Huawei entwickelten Software-Lösung auch möglich, zwei WhatsApp-Konten auf einem Smartphone zu verwalten. Es ist zudem das erste Smartphone neben dem Pixel, das Googles VR-Plattform Daydream unterstützt. Ob es auch mit dem VR-Headset Daydream View kompatibel ist, ist nicht bekannt.

Software soll Smartphone "jung halten"

Huawei will einen Algorithmus nutzen, der das Verhalten des Nutzers analysiert und durch "intelligente Verteilung der Ressourcen" die Akkulaufzeit sowie den Speicherplatz effizient nutzen soll. Das klingt nach einem besseren "RAM-Killer", soll aber vor allem das Problem der "alternden" Smartphones beheben. Laut Huawei fühlt sich das Smartphone so im direkten Vergleich mit anderen Geräten nach 18 Monaten Nutzung (Simulation) rund 80 Prozent schneller an. Wie der Mechanismus genau funktioniert, ist nicht bekannt. Huawei hat die Lösung jedoch in seiner Android-Oberfläche EMUI integriert.

"Keine Explosionen"

Wenig überraschend: Huawei macht sich über Samsungs brennende Akkus lustig. Damit das nicht mehr passieren könne, setzt Huawei auf Sicherheitsmaßnahmen („Super Safe 5-gate protection“), die laufend angelegte Spannung, Strom und Temperatur überwachen, um Unfälle verhindern zu können. Der verbaute 4.000-mAh-Akku soll bis zu zwei Tage Akkulaufzeit bei herkömmlicher Nutzung bieten. In anderen Benchmarks - 20 Stunden Videowiedergabe oder Surfen im 4G-Netz bzw. 105 Stunden Musikwiedergabe - schneidet man ebenfalls vielversprechend ab.

Eine mehrschichtiges Kühlsystem soll dafür sorgen, dass das Smartphone bzw. der Akku im Durchschnitt im Betrieb fünf Grad kühler als das Samsung Galaxy S7 Edge ist. "Keine Explosionen", scherzt Richard Yu, Huaweis Consumer-Chef auf der Bühne. Huawei hat auch eine eigene Schnellladetechnologie namens "SuperCharge" entwickelt, die mit einer flexiblen Spannung von 3,5 bis 5 Volt bzw. einem Ladestrom von 5 Ampere das Smartphone schnell und sicher laden soll.

Das Mate 9 soll so vier Mal so schnell geladen werden wie das iPhone 7 Plus. Zudem sollen bereits 30 Minuten Laden für 58 Prozent Akku reichen - das bietet rund einen Tag Laufzeit.

Schneller als iPhone 7 und Pixel

Wie erwartet ist das Mate 9 das erste Smartphone, das mit dem Octacore-Chip Kirin 960 aus der hauseigenen Chipschmiede HiSilicon ausgestattet wurde. Der Kirin 960 setzt auf vier leistungsfähige Cortex-A73-Kerne sowie vier energiesparende Cortex-A53-Kerne, die im sogenannten big.Little-Verbund zusammenarbeiten. Dabei sind stets die vier energiesparenden Kerne aktiv, um die Akkulaufzeit zu verlängern, nur bei leistungshungrigeren Aufgaben werden die vier A73-Kerne diazugeschaltet.

Zudem kommt erstmals die leistungsfähige GPU Mali G71-MP8 zum Einsatz, die rund 180 Prozent mehr Grafikleistung liefern soll als die GPU des Kirin 950. Passend zu Android 7.0: Die neue GPU unterstützt OpenGL-Nachfolger Vulkan, zudem wird flotter Flashspeicher (UFS 2.1) unterstützt. Ob dieser auch im Mate 9 verbaut wurde, ist vorerst unklar. Laut Huawei könne der Kirin 960 selbst Apples A10 sowie Qualcomms Snapdragon 821, der derzeit im Google Pixel zum Einsatz kommt, übertrumpfen.

Huawei Fit

Neben dem Mate 9 hat man mit der Huawei Fit auch ein Fitness-Wearable vorgestellt. Die Smartwatch mit rundem eInk-Display soll rund sechs Tage Akkulaufzeit bieten und ist mit einem Handgelenks-Pulsmesser ausgestattet. Dieser soll den ganzen Tag hindurch den Puls des Nutzers messen und ihn beim Training mit Hinweisen unterstützen. Laut Huawei ist es, ähnlich wie beim Microsoft Band 2, auch möglich, die VO2max zu berechnen.

Das Wearable ist bis zu 50 Meter Tiefe wasserdicht und soll in drei verschiedenen Farben (blau, schwarz und orange) angeboten werden.

Preis und Verfügbarkeit

Das Porsche Design Huawei Mate 9 mit sechs Gigabyte RAM und 256 Gigabyte an internem Speicher soll um 1395 Euro angeboten werden (dabei ging verständlicherweise ein Raunen durch den Raum). Das Huawei Mate 9 mit vier Gigabyte RAM und 64 Gigabyte an internem Speicher soll deutlich günstiger werden: Es wird zum Start 699 Euro kosten. Das Huawei Fit kostet 199 Euro.