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Tablets
03/01/2011

iPad 2: Mit wenig Neuem zum Erfolg

Gespannt wartet die Technologiebranche auf Apples nächsten Schritt. Fanboys und -girls könnten von der Präsentation des iPad 2 kommenden Mittwoch aber enttäuscht werden. "Apple braucht angesichts der Marktsituation derzeit eigentlich kein innovatives Nachfolge-Gerät", meint Marktanalyst Saverio Romeo im FUTUREZONE-Interview.

von Martin Stepanek

Welche neuen Hardware-Features und Funktionen Apple für das iPad 2 vorgesehen hat, sind wie immer Anlass zu heftigen Spekulationen. Als gesichert gilt eigentlich nur, dass das Erfolgstablet dünner und leichter ausfallen wird und eine oder zwei Kameras spendiert bekommt. Hardware-technisch wird Apple vermutlich auf einen schnelleren Dual-Core-Prozessor auf Basis des mobilen ARM-Prozessors Cortex A9 setzen.

Besseres Display
Viele Gerüchte rankten sich zuletzt um ein verbessertes Display, das entweder mit einer hohen Auflösung von bis zu 2048 mal 1536 Pixel aufwarten kann oder eine bessere Lesbarkeit im Freien garantiert. "Ein besserer Bildschirm steht bei allen Tablet-Herstellern ganz oben auf der Liste. Es ist daher zu erwarten, dass Apple hier etwas aus dem Hut zaubert", meint Technologie-Analyst Saverio Romeo vom Marktforschungsunternehmen Frost & Sullivan.

Neben höheren Auflösungen gilt vor allem ohne Spezialbrillen nutzbare 3-D-Technologie, wie von Nintendo und LG bei ihren mobilen Geräten vorgezeigt, als Zukunftsthema. "3-D ist auch für Apple äußerst interessant, da sich damit gerade im Bereich Games ein neues User-Erlebnis etablieren lässt. Ob Apple aber bereits beim iPad 2 auf die Technologie setzt, wage ich zu bezweifeln", so Romeo.

HD-Auflösung und 7-Zoll-Gerücht
Auch ob Apple die Auflösung des Tablets ähnlich wie beim Sprung von iPhone 3GS auf 4 hinaufschrauben wird, ist zweifelhaft. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die asiatischen Produktionsstätten mit derartigen Anforderungen schlichtweg überfordert wären. Wahrscheinlicher erscheint hingegen, dass Apple neue Touch-Steuerungskonzepte mit drei und mehr Finger umsetzen könnte, wie es bereits auf den Trackpads bei den Macbooks der Fall ist.

Das Gerücht, dass Apple neben dem 10-Zoll-Gerät auch eine kleinere 7-Zoll-Variante einführen könnte, taucht ebenfalls immer wieder auf. Steve Jobs hat bereits öffentlich anklingen lassen, dass er Tablets mit kleineren Displays als wenig sinnvoll erachtet, da diese zu wenig Platz für Applikationen, Webseitendarstellung und Videos bieten.

USB- und SD-Kartenslot
Ein ebenfalls wiederkehrendes Thema sind die oftmals geforderten und bisher fehlenden Anschlüsse und Schnittstellen wie USB-Eingang und SD-Kartenslot. Angebliche Insider sehen vor allem zweiteres als mögliche Erweiterung. Angesichts der bisherigen Strategie, das iOS-System geschlossen zu halten und größere Speicherkapazitäten teuer über unterschiedliche Modelle zu verkaufen, scheint ein Schwenk Apples diesbezüglich aber ebenfalls wenig wahrscheinlich.

Die berechtigte Frage bleibt, ob Apple zu diesem Zeitpunkt überhaupt Bahnbrechendes für seinen ersten iPad-Nachfolger vorgesehen hat, zumal das Original-iPad immer noch locker mit sämtlichen aktuellen Konkurrenten mithalten kann. "Die Wahrheit ist, dass Apple derzeit eigentlich kaum was verändern muss, um an der Spitze des Marktes zu bleiben. Sowohl was die Marke als auch das Gerät sowie das dahinterstehende Apps-Ökosystem betrifft, hat Apple derzeit absolut kein Problem", analysiert Romeo im Gespräch mit der FUTUREZONE.

Samsung größter Konkurrent
Als schärfste Konkurrenten derzeit sieht Romeo neben dem Motorola Xoom, der heute in den USA in den Handel kommen soll, vor allem Samsungs Galaxy-Tab-Serie. "Samsung verfügt über viel Erfahrung im traditionellen Consumer-Electronics-Bereich, hat es gleichzeitig aber auch geschafft, zu einem engen Top-Partner von Google aufzusteigen. Darüber hinaus wurde in den vergangenen Monaten viel in Markenpflege und Image investiert. Das macht sich jetzt bezahlt", so Romeo.

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