Digit kann autonom Stiegensteigen

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01/06/2020

Kopfloser Lieferroboter ist jetzt bereit Pakete zuzustellen

Der Roboter Digit kann ab sofort gekauft und eingesetzt werden. Der erste Kunde ist Ford.

„Wenn das die Zukunft der Paketlieferung ist, bestelle ich nie wieder was von Amazon“: Mit solchen und ähnlichen Kommentaren reagierten User auf Demonstrationsvideos von Digit. Viele gaben an sich daran zu stören, dass es aussieht, als wäre der Roboter geköpft worden.

Der US-Autobauer Ford scheint kein Problem damit zu haben. Er ist der erste Käufer von Digit. Laut dem Hersteller Agility Robotics hat Ford gleich zwei Stück gekauft. Der genaue Preis wurde nicht bekannt gegeben. Wie der Chef von Agility gegenüber The Verge sagt, liegt der Stückpreis im „niedrigen mittleren sechsstelligen Bereich“, was auf 300.000 bis 450.000 US-Dollar schließen lässt.

Das Besondere an Digit ist, dass er sich auf zwei Beinen fortbewegt und Pakete bzw. Objekte mit bis zu 18 Kilogramm tragen kann. Damit kann im Umfeld agieren, das nur für Menschen gemacht ist. Auch Stufensteigen ist kein Problem. Ford hat Digit bereits in Kombination mit selbstfahrenden Autos getestet, um „die letzten 15 Meter“, also die Entfernung vom Auto bis zur Haustür, autonom zu überwinden.

Dass Digit ab sofort die menschlichen Paketzusteller ersetzt, ist aber höchst unwahrscheinlich. Der CEO von Agility schätzt die stündlichen Betriebskosten derzeit auf 25 US-Dollar. Wer weiß wie schlecht Paketzusteller bezahlt werden, kann sich denken, dass kein Lieferdienst derzeit einen Roboter mit so hohen Betriebskosten einsetzen wird.

Agility will heuer nur 20 bis 30 Exemplare des Roboters herstellen. 2021 soll die Anzahl verdoppelt werden. Neben dem Zustellen von Paketen soll Digit auch für andere Zwecke genutzt werden können, wie etwa Inspektionen von Industrieanlagen, Aufgaben im Lagerhaus und Telepresence. Es obliegt den Käufern, wie sie Digit einsetzen wollen. Nur bewaffnet darf er nicht werden, egal ob mit tödlichen oder nicht-tödlichen Waffen. Dies schreibt Agility in dem Nutzungsvertrag vor.