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Schlau

Lernspiel Ludwig erobert internationale Märkte

Vor einem Jahr ging das Lernspiel Ludwig des Wiener Designstudios Ovos an den Start. Damals runzelten noch viele die Stirn, da bisherige Lernspiele am Computer kaum auf Interesse bei Kindern stießen. Das in Wien entworfene und programmierte Spiel, das auf dem Physiklehrplan der 5. bis 8. Schulstufe basiert und vom Verbund mitfinanziert wurde, hat Kritiker jedoch eines Besseren belehrt. Das Spiel konnte nicht nur in vielen heimischen Klassenzimmern Schüler begeistern, sondern auch international Auszeichnungen, wie etwa den e-virtuoses Award 2012 in Frankreich, den Schweizer worlddidac Award oder den Entwicklerpreis in Deutschland gewinnen.

„Lehrer und Pädagogen schätzen an dem Spiel, dass Physik generell und das Thema Erneuerbare Energie im Speziellen gut aufbereitet werden. Das Interesse am Fach ist durch Ludwig gestiegen", sagt Jörg Hofstätter von Ovos. Schüler können sich aktiv mit den Inhalten auseinandersetzen und dabei Spaß haben. Bis dato verwenden 500 Schulen das Spiel „Ludwig" im Unterricht, Sponsor Verbund vergibt auch in diesem Schuljahr im Rahmen der "Stromschule" wieder 200 Gratis-Lizenzen für interessierte Lehrer, wie aus dem Unternehmensblog zu vernehmen ist.

Erweitertes Spielerlebnis
„Wir sind mit dem Erfolg extrem zufrieden", sagt Jörg Hofstätter, einer der Designer von Ludwig zur futurezone. In den vergangenen 12 Monaten wurde am Spiel weiter gearbeitet und der Titel ins Englische übertragen. Es gab auch Verbesserungen bei der Bedienung sowie einige Bug-Fixes. Startete Ludwig im Herbst 2011 mit zwei Episoden (Wasserkraft und Verbrennung), sind nun weitere Abenteuer rund um den Roboter verfügbar. Nach einem Schwerpunkt zu Windkraft kam ein Abenteuer zu Solarenergie hinzu. Die finale Version des Spiels, die seit einigen Wochen vorliegt, bietet nun insgesamt acht Stunden Spielzeit.

Lernerfolg
Da es sich bei Ludwig primär um ein – gut getarntes – Lernspiel handelt, hat Ovos gemeinsam mit der Donauuni Krems eine Studie (PDF) über die edukativen Effekte durchgeführt. Diese kam zum Schluss, dass ein besonders hoher Lerneffekt beim Spiel festzustellen ist, wenn der Lehrer sich einbringt. So bietet das Game die Motivation, sich mit Physik näher und länger auseinanderzusetzen. Schaltet sich der Lehrer nachher ein und reflektiert mit den Schülern die virtuellen Erlebnisse, merken sich die Schüler am meisten. Des Weiteren hat die Untersuchung festgestellt, dass Buben und Mädchen gleichermaßen Interesse an Ludwig zeigen und das Gefühl haben, damit für Physik gut lernen zu können.

CD-Rom-Version für Eltern
Nach dem Erfolg im schulischen Kontext richtet Ovos nun das Augenmerk auf den Freizeitmarkt. War das Spiel bislang nur als Download auf der Webseite verfügbar, kann es seit kurzem auch im Handel etwa bei Libro oder Saturn als CD-Rom (ab 20 Euro) gekauft werden. „Wir wollen Eltern, die nach sinnvollen Spielen für ihre Kinder suchen, ansprechen", sagt Hofstätter. Laut dem Designer gäbe es in diesem Sektor kaum Auswahl und Aufholbedarf.

Expansionskurs
In den kommenden Monate wird weiter an Ludwig gearbeitet. Ende des Jahres wird laut Hofstätter die chinesische Version von Ludwig fertig. Parallel wird der Vertrieb in Deutschland und der Schweiz vorangetrieben und die Aufnahme bei der weltweit führende Spiele-Plattform Steam anvisiert. Die Erfahrungen, die Ovos mit dem Lernspiel gesammelt hat, setzt die Firma sukzessive auch in anderen Produkten um.

„Wir haben in den vergangenen Jahren eine breite Kompetenz bei Lernspielen aufbauen können und sind bei Serious Games ganz vorne dabei", sagt Hofstätter. So konnte eine internationale Ausschreibung des deutschen Goethe Instituts gewonnen werden: Bis Ende des Jahres wird für die deutsche Kulturorganisation eine App für Android und iOS umgesetzt, mit der Interessierte innerhalb eines Abenteuerspiels berufsbezogenes Deutsch lernen und üben können.

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Die Stromschule:
Der Spiele-Sponsor Verbund setzt Ludwig auch in diesem Schuljahr im Rahmen der "Stromschule" ein. Neben den Lizenzen fürs Spiel stellt der Verbund auch Unterrichtsmaterialien und Experimentieranleitungen für Lehrer zur Verfügung, um den Schülern das Thema Strom näherzubringen. Im vergangen Schuljahr nahmen rund 300 Schulen das Angebot rund um die Stromexpertin "Lizzy" in Anspruch. Auch Exkursionen zu österreichischen Wasserkraftwerken werden angeboten.  Im Web können sich interessierte Lehrer dafür anmelden.

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Benjamin Sterbenz

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