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07.08.2013

LGs neues Flaggschiff G2 angetestet

LG versucht sich von der Konkurrenz abzuheben, in dem beim G2 die Hardware-Tasten auf die Rückseite wandern. Die futurezone hat ein Vorserienmodell des neuen Flaggschiff-Smartphones ausprobiert.

Mit dem G2 schickt LG ein neues Smartphone-Flaggschiff in den Kampf gegen Samsungs Galaxy S4. Auf den ersten Blick sind sich die beiden gar nicht so unähnlich. Sie sind fast gleich groß, das G2 ist um etwa 2 mm länger, 1 mm breiter und 1 mm dicker. Dafür hat es aber auch ein Display mit 5,2 Zoll Diagonale, während es beim S4 5 Zoll sind.

Möglich ist dies durch einen knappen Rahmen des Unibody-Gehäuses. Insgesamt befindet sich zwischen Display und Gehäuse beim G2 etwas weniger Leerraum als beim S4. Der Platz wird aber dennoch nicht optimal ausgenutzt. Denn statt Softtouch-Tasten an der Unterseite gibt es die Android-übliche Leiste mit Onscreen-Tasten. Der Vorteil: Beim Einrichten kann man wählen, ob man die Zurück-Taste links oder rechts in der Leiste positioniert haben will. Der Nachteil: Bei Fullscreen-Apps, wie Spielen, ist die Leiste aufgrund der hellgrauen Farbe überdeutlich sichtbar. Immerhin kann die Farbe auf Dunkelgrau oder Schwarz gewechselt werden, Transparenz ist nur im Homescreen und LG-eigenen Apps möglich.

Im direkten Vergleich mit dem S4 wirkt das G2 breiter als es eigentlich ist, weil die Ecken weniger stark abgerundet sind. Es liegt gut in der Hand, die dezent geriffelte Plastik-Rückseite erhöht die Griffigkeit des Smartphones.

Bilderstrecke

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Rücktasten
Optisch ist die Rückseite nicht unbedingt spektakulär, doch hier befindet sich eines der wesentlichen Features des G2: die Hardware-Tasten. Anstatt wie üblich an den Seiten des Gehäuses, sind die Standby- und Lautstärken-Tasten mittig an der Rückseite positioniert. So sind sie immer gleich gut zu erreichen, egal ob man das Smartphone in der linken oder rechten Hand hält.

Auch wenn das Konzept ungewöhnlich scheint, gibt es keine lange Umgewöhnungsphase. Wenn man einmal weiß, dass sich die Tasten an der Rückseite befinden, ruht der Zeigefinger instinktiv darauf. Die Standby-Taste hat erhabene Ränder, wodurch sie sehr leicht erfühlbar ist. Auch die Lautstärken-Tasten sind einfach ertastbar. Die Gefahr besteht dennoch, dass man beim Positionieren des Fingers über die darüber liegende Kameralinse streift und Schmierer darauf hinterlässt. Der Widerstand zum Drücken der Tasten an der Rückseite könnte etwas geringer sein.

Neben der LED-Benachrichtigungsleuchte an der Vorderseite ist auch die Standby-Taste an der Rückseite mit einer LED ausgestattet. Hat man das Handy etwa mit dem Display nach unten liegen, sieht man das Leuchten rund um die Taste, wenn ein Anruf eingeht.

Software
Falls die Hardware-Tasten an der Rückseite gar nicht zusagen, hat LG eine Software-Lösung parat. Doppeltippen auf das Display beendet den Standby-Modus. Ein doppelter Tipper auf eine freie Stelle im Homescreen aktiviert den Standby-Modus. Es sind sogar drei Effekte für das Aktivieren des Standby-Modus wählbar.

Wie auch bei den früheren G-Modellen gibt es zahlreiche Effekte zu wählen und eine fünf-zeilige Status-Leiste, wenn diese ausgefahren ist. Shortcut-Fans wird dies freuen, für andere wirkt es überfrachtet.

Ebenfalls wieder mit dabei sind die QSlide-Anwendungen. Bis zu zwei Mini-Apps, wie etwa Browser, Taschenrechner oder Notizen, können im Vordergrund angezeigt werden. Die meisten QSlide-Apps sind frei skalierbar, auch die Transparenz ist wählbar.

Display
Das FullHD-Display hat eine sehr gute maximale Helligkeit. Weiß ist deutlich weißer als beim Super AMOLED Display des S4. Die Farben sehen realistischer aus, ohne blass zu wirken. Auch der Betrachtungswinkel ist sehr hoch, allerdings kommt es bei kleinen Veränderungen des Blickwinkels zu mehr Farbveränderungen als beim S4.

Screenshots

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Kamera
Die 13 Megapixel-Kamera hat einen optischen Bildstabilisator. In der Kamera-App gibt es Modi, die man teilweise von anderen Smartphones kennt. Dual-Kamera nimmt ein Bild mit der Haupt- und Frontkamera gleichzeitig auf. "Aufnehmen & löschen" erlaubt es Objekte, die sich durch das Bild bewegen (wie etwa Menschen im Hintergrund), zu entfernen. Panoramen können traditionell, oder wie vom Nexus 4 bekannt als VR Panorama aufgenommen werden. Auch eine HDR-Funktion ist vorhanden.

In der Kamera-App können die Lautstärken-Tasten an der Rückseite als Digitalzoom oder Auslöser genutzt werden. Als Auslöse-Tasten machen sie wenig Sinn, da es, wenn man das Smartphone im Querformat hält, keine bequeme Handhaltung gibt, bei der man die Lautstärken-Tasten erreicht, ohne die Kameralinse zu verdecken.

Bei ersten Testaufnahmen konnte die Kamera nicht gänzlich überzeugen. Nachtaufnahmen werden mit sehr hohen ISO-Werten aufgenommen, der Modus wurde anscheinend noch nicht auf den eingebauten, optischen Bildstabilisator angepasst. Bei guten Lichtverhältnissen haben die Fotos zwar kräftige Farben und sehen am Handy-Display auch durchaus gut aus, am Computer-Monitor betrachtet, wirkt es aber so, als wäre die Kompression stärker als beim Optimus G. Dadurch gehen einige Details verloren. Das könnte aber auch an der Software der Vorversion des Smartphones liegen – das finale Gerät wird voraussichtlich erst Ende September verfügbar sein.

Leistung
Das Vorserienmodell machte bereits einen guten Eindruck, was die Geschwindigkeit angeht. Auch bei mehreren geöffneten Apps ist das Wechseln zwischen diesen oder zum Homescreen schnell und problemlos möglich. Im Test kam es zu keinen Abstürzen, nur zu einer Auffälligkeit. Einmal wurde das Einstellen auf 100 Prozent Helligkeit mit der Meldung: „Weitere Erhöhung der Helligkeit aufgrund von Temperaturanstieg nicht möglich" verweigert. Das Smartphone hat sich wohl beim Hängen am Ladegerät und Downloaden von Apps per WLAN zu sehr aufgeheizt.

Die Benchmark-Ergebnisse:

NenaMark2: 59,2 fps
AnTuTu: 26805
Vellamo HTML5: 2583
Vellamo Metal: 945
3D Mark Ice Storm: 9977
3D Mark Ice Storm Extreme: 10766

Die Stereo-Lautsprecher sind an der Unterseite angebracht. Mit der Soundqualität des HTC One kann es nicht mithalten. Bass gibt es nicht, dafür hält sich aber das Übersteuern in Grenzen. Der Klinkenstecker für Kopfhörer befindet sich ebenfalls an der Unterseite. Die Micro-SIM-Karte wird an der linken Seite eingeschoben.

Erster Eindruck
Das G2 hat ein gutes Display und mit den rückseitig angebrachten Tasten ein interessantes Bedienkonzept. Auch der Akku mit einer Kapazität von 3.000 mAh ist sehr willkommen. Dieser ist allerdings nicht optimal versteckt – optisch wirkt das G2 weniger elegant und durchdesignt als der kleinere Vorgänger

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Prozessor
2,26 GHz Quad-Core Qualcomm Snapdragon 800 Prozessor

Display
5,2 Zoll FullHD IPS, 1080 x 1920 Pixel, 423 ppi

Speicher
32 GB oder 1 6GB·

RAM
2 GB LP DDR3 800MHz

Kamera
13 MP mit OIS / vorne 2,1 MP·

Akku
3.000mAh·

Betriebssystem
Android Jelly Bean 4.2.2·

Grösse
138,5 x 70,9 x 8,9mm·

Farben
Schwarz / Weiss

Preis / Verfügbarkeit
ab Ende September, noch kein UVP