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18.06.2018

Mit JPEG XL doppelt so viele Fotos am Smartphone abspeichern

Wenn sie erwachsen ist, speichert sie ihre Fotos vielleicht im JPEG-XL-Format ab © Bild: APA/AFP/NICOLAS ASFOURI / NICOLAS ASFOURI

JPEG XL will JPEG ablösen. Die Fotos sollen 60 Prozent kleiner sein, Transparenz und Animationen unterstützen.

Das JPEG-Format ist über 25 Jahre alt. Obwohl es mehrere Bildformate gibt, die bessere Qualität, bessere Kompression oder sogar beides gleichzeitig bieten, hält sich JPEG hartnäckig und ist nach wie vor der Standard bei Digitalkameras, Smartphones und im Web.

Jetzt ist die Zeit endgültig reif für was Besseres, findet auch die Joint Photographic Experts Group. Das Komitee arbeitet mit JPEG XL an einem Nachfolger zu JPEG. Oder besser gesagt: Es will andere dafür arbeiten lassen. Bis zum 1. September haben Unternehmen Zeit, ihre Technologien für JPEG XL einzureichen.

Kleinere Dateigrößen

JPEG XL soll ein effektiveres Kompressionsverfahren haben. Im Gegensatz zum normalen JPEG sollen die Bilder 60 Prozent kleiner sein. Auf das Smartphone oder in den Cloud-Speicher würden dann also mehr als doppelt so viele Fotos passen. Alternativ könnte man die Bilder damit in einer höheren Qualität als JPEGs abspeichern, bei gleichbleibender Dateigröße.

Weitere Features sollen die Unterstützung von Transparenz sein, was besonders für Web-Applikationen praktisch ist. HDR soll ebenso unterstützt werden, wie Animationen – das JPEG XL könnte also auch dem GIF Konkurrenz machen.

Das Ziel der Joint Photographic Experts Group ist, den JPEG-XL-Standard im Oktober 2019 festzulegen. Anfangs wird das Format vermutlich nur durch Software unterstützt werden. Damit JPEG XL erfolgreich ist, müssen aber noch die Chip-Hersteller überzeugt werden, Hardware-Support anzubieten. On-Chip-Support für die Kompressionstechnik würde das Arbeiten mit dem Format erheblich effizienter machen, speziell auf Smartphones.

Alternativen

Im Rennen um die Nachfolge von JPEG hat das JPEG-XL-Format bereits Konkurrenz. Eines davon ist AVIF, dessen Entwicklung unter anderem von Google, Mozilla und Netflix unterstützt wird. Eine andere ist MIAF, dass wiederum auf einem Format basiert, welches von Apple und Microsoft bereits unterstützt wird.

Ebrahimi Touradj, Vorsitzender der Gruppe, ist gegenüber Cnet skeptisch, ob MIAF und AVIF eine ernsthafte Konkurrenz zu JPEG XL sein könnten. Denn beide Bildformate basieren auf Codecs für Videoformate: „Ein guter Kameramann ist nicht zwingend ein guter Fotograf und umgekehrt. Das gilt auch für Technologie um verschiedene Datenarten zu komprimieren.“

Touradj sieht aber noch nicht einen drohenden Krieg der Bildformate. AVIF und MIAF könnten etwa das Fundament für JPEG XL werden. Schließlich seien auch Microsoft und Apple aktive Mitglieder bei der Gruppe und MIAF habe bereits Kontakt aufgenommen. Bei AVIF wollten die Mozilla-Entwickler die Zusammenarbeit zumindest nicht ausschließen.