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08.07.2018

Model S versagt in Bremstest, Tesla zweifelt Test an

Der Test soll mit einem 2015er Tesla Model S durchgeführt worden sein (Symbolbild) © Bild: AP / Carlos Osorio

Laut dem Institut für Produktsicherheit von Luxemburg hat das Notfallbremssystem des Tesla Model S nicht funktioniert.

Erst kürzlich gab es Aufregung darüber, dass Tesla beim Ausliefern des Model 3 aus Zeitgründen auf Bremstests verzichtet haben soll. Jetzt werden dem Elektroautohersteller erneut Schwächen beim Bremsen unterstellt.

Das „luxemburgische Institut für Normung, Zulassung, Sicherheit und Qualität von Produkten und Dienstleistungen“ (ILNAS) hat das automatische Notfallbremssystem des Tesla Model S mit dem eines Volvo S90 verglichen. Ungewöhnlich war, dass bei dem Test Medien geladen waren. Für Tesla-Fans ist das bereits ein Indiz dafür, dass der Elektroautohersteller vorgeführt werden sollte.

Ergebnis

Das Ergebnis des Tests war vernichtend für Tesla. Das Model S versagte bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h. Es konnte nicht vollständig bremsen und rammte die Autoattrappe. Der Volvo S90 bestand den Test hingegen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h.

Gegenüber Electrek äußerte Tesla Kritik an dem Test. So beklagt sich der Elektroautohersteller, dass ILNAS kein Testprotokoll zur Verfügung gestellt hat, weshalb man sich nicht zu den Ergebnissen äußern könne. Außerdem wurde man von ILNAS nicht von dem bevorstehenden Test informiert, sondern erfuhr erst im Nachhinein durch die Medien davon.

2015er Leihauto

Tesla konnte die Seriennummer des Model S erhalten, mit dem der Test durchgeführt wurde. Dabei stellte sich heraus, dass es ein 2015er Model S war, der als Leihwagen in Deutschland angemeldet ist. Dies wirft die Frage auf, warum die ILNAS einen 2015er-Tesla mit einem 2018er Volvo S90 vergleicht. Laut der Luxemburger Wort hatte das Model S eine Laufleistung von 135.000 Kilomter, aber das aktuelle Software-Update für den Autopiloten.

Die IIHS, das US-Gegenstück zur ILNAS, hat den 2016er und 2017er Model S die Bewertung „Überragend“ für seine Unfallvermeidungssysteme verliehen. Dabei konnten die Autos mit 40 km/h vor dem Hindernis vollständig zum Stehen kommen.