A parking lot of predominantly new Tesla Model 3 electric vehicles is seen in Richmond
© REUTERS / STEPHEN LAM

B2B

Wegen Produktionsziel: Tesla soll beim Model 3 auf Bremstest verzichtet haben

Koste es was es wolle - so in etwa dürfte Wohl die Devise von Firmenchef Elon Musk lauten, wenn es um das Erreichen der selbstgesteckten Produktionsziele beim Model 3 geht. Nach monatelanger Kritik an der hinterher hinkenden Produktion wurde am Ende sogar in Zelten produziert.

selbst soll regelmäßig in der Fabrik geschlafen haben, um die Produktion persönlich zu überwachen. Vor einigen Tagen hieß es dann, 5000 Stück des Mittelklassewagens Model 3 sind in einer Woche vom Band gelaufen: Produktionsziel erreicht.

Bremstest ausgesetzt

Nun werden allerdings schwerwiegende Vorwürfe gegen Musk und seinen Produktionsvorgaben laut. Wie Business Insider aus internen Dokumenten erfahren haben will, soll der so genannte "Brake-and-Roll"-Test am 26. Juni um drei Uhr morgens aus dem Produktionsprozess ausgespart worden sein.

Warum auf den Test verzichtet wurde und für wie lange, geht aus den Dokumenten nicht hervor. Es ist allerdings naheliegend, dass der Bremstest ausgesetzt wurde, um die Produktion zu beschleunigen, damit das selbstgesteckte Ziel erreicht wird.

Zweifel an Qualität des Model 3

Der "Brake-and-Roll"-Test sei ein kritischer Teil des Produktionsprozesses, zitiert Business Insider einen Branchenexperten. Bei dem Test wird sichergestellt, dass die Räder und Achsen perfekt ausgerichtet sind, dass die Bremsen einwandfrei funktionieren und dass sich das Fahrzeug beim Bremsvorgang korrekt verhält. Dem schließt sich ein weiterer Branchenexperte an: "Wenn man den Test einfach so aussetzt, wird es vermutlich viele Qualitätsbeschwerden von Kunden geben."

Ein Tesla-Sprecher hält dagegen und erklärt, dass jedes Fahrzeug dennoch strenge Qualitätskontrollen durchlaufe, bevor es die Fabrik in Fremont verlässt - Bremstests inklusive. Denn jedes Auto werde auf einer Teststrecke Probe gefahren. Dabei würde auch die korrekte Funktionsweise der Bremsen getestet.

Tesla-Aktie reagiert mit Talfahrt

Als die Vorwürfe gegenüber der eigenwilligen Produktionsweise bekannt wurden, ist die Tesla-Aktie auf eine Talfahrt geschickt. Innerhalb eines Tages hat die Aktie an die zehn Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Bereits Probleme mit den Bremsen

Vor dem Hintergrund, dass es erst Ende Mai Mängel an den Bremsen beim Model 3 festgestellt wurden, mutet das Aussetzen des Bremstests noch eigenartiger an. Damals schrieben die US-Verbraucherschützer "Consumer Reports" das Model 3 sei zwar gut zu fahren, weise aber "große Mängel" in verschiedenen Disziplinen, unter anderem den Bremsen, auf. Der Bremsweg sei "der schlechteste aller aktuellen Fahrzeuge", so die Konsumentenschützer. Tesla reagierte und versprach Nachbesserungen im Bereich der Bremsen.

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