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08.05.2014

Nintendo: Weiter keine Spiele für Smartphones und Tablets

Die schwachen Verkäufe der Spielekonsole Wii U zwingen Nintendo zum Umdenken. Konzernchef Satoru Iwata kündigt neue Wege an, Spiele für Smartphones spielen aber keine Rolle.

Nintendo hofft auf die Kraft seiner beliebten Figuren wie Super Mario, um aus der Krise zu kommen. Der Konzern will für seine Konsole Wii U nach dem Vorbild anderer Anbieter kleine Figuren mit digitalem Innenleben verkaufen, die in verschiedene Spiele eingebunden werden können.

Second Screen auf Smartphone

So funktioniert es zum Beispiel in Games wie "Skylanders" oder "Disney Infinity", die für ihre Hersteller zu einer Goldgrube geworden sind. Außerdem will Nintendo die Spieler mit einer Smartphone-Plattform begleiten, sagte Konzernchef Satoru Iwata am Donnerstag vor Investoren.

Dabei geht es jedoch nicht um Handy-Spiele, sondern nur die Möglichkeit, Videos etwa aus "Mario Kart" auszutauschen. In der anstehenden neuen Version des Autorenn-Games wird man Mitschnitte des Geschehens erstellen und teilen können. Diese Videoclips werde man sich dann auch am Smartphone ansehen können und sich auch zum Beispiel über das Vorankommen seiner Freunde in dem Spiel informieren können, erläuterte Iwata.

Der Idee, Nintendo-Spiele auch auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets statt nur auf hauseigener Hardware anzubieten, erteilte der Nintendo-Chef erneut eine Absage. Der Konzern glaube nicht, damit nachhaltig Geld verdienen zu können, sagte Iwata der Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

Cashcow kopieren

Bei den Spielefiguren will Nintendo davon profitieren, dass die Steuergeräte der Wii U bereits einen Chip für den NFC-Nahfunk integriert haben. Damit soll anders als bei bisherigen Spielen kein zusätzliches Zubehör zum Einbinden der Figuren notwendig sein. Der Spieleanbieter Activision Blizzard meldete jüngst, die "Skylanders"-Serie habe bisher 2 Mrd. Dollar (1,4 Mrd. Euro) Umsatz eingebracht. Es seien 175 Millionen Figuren verkauft worden.

Zugleich wolle Nintendo erstmals Konsolen speziell für die Wachstumsmärkte der Entwicklungs- und Schwellenländer entwickeln, sagte Iwata Bloomberg. Sie sollen voraussichtlich vom kommenden Jahr an verkauft werden. Nintendo sehe sich derzeit auch den chinesischen Markt an. China hatte vor kurzem das langjährige Verbot von Spielekonsolen vorläufig aufgehoben. Microsoft kündigte bereits den Start seiner neuen Xbox One in dem unerschlossenen Markt für September an.

Verluste "inakzeptabel"

Nintendo schrieb in dem Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr einen Verlust von 23,2 Mrd. Yen (163,5 Mio. Euro). Hauptgrund dafür ist der schwache Absatz der Wii U, von der im vergangenen Quartal nur 310 000 Geräte verkauft wurden. Im gesamten Geschäftsjahr waren es gut 2,7 Millionen Geräte statt des angepeilten Ziels von 9 Millionen. Dagegen setzte Sony seit dem Start im November bereits sieben Millionen Konsolen seiner Playstation 4 ab und Microsoft kam bei seiner zeitgleich eingeführten Xbox One auf fünf Million.

Man wolle möglichst schnell wieder zu von Nintendo erwarteten Gewinnen zurückkehren, versicherte Iwata den Investoren. "Vier Jahre in Folge einen operativen Verlust auszuweisen, ist inakzeptabel", räumte er ein. Nintendo brauche aber noch ein Jahr, um das Geschäft mit der Wii U wieder in Gang zu kriegen. Bei der mobilen Konsole Nintendo 3DS wolle man hingegen mit dem Verkauf von Spielen das Potenzial heben, dass die mehr als 40 Millionen verkauften Geräte böten. Es solle "ein Jahr der Ernte" werden.