Produkte 07.03.2018

Nokia verrät Verkaufsstart von "Bananen-Handy" in Österreich

© Bild: Michael Leitner

HMD Global schildert in Österreich seine Zukunftspläne und wie man sich von der Konkurrenz abheben möchte.

Im Rahmen des Mobile World Congress hat HMD Global fünf neue Mobilgeräte vorgestellt. Die Palette reicht vom bananenartig geschwungenen Retro-Handy 8110 bis zum High-End-Smartphone Nokia 8 Sirocco. In Wien verkündet das finnische Unternehmen nun, wann genau und zu welchem Preis die Geräte auf den zentral- und osteuropäischen Markt kommen werden. Außerdem gewährt HMD Global CEO Florian Seiche einen Einblick in die nächsten Schritte, die sein Unternehmen am Mobiltelefon-Markt unternehmen will.

2018 "noch eins drauflegen"

"Unsere Reise hat im Grunde genommen erst vor einem Jahr begonnen. Wir haben elf neue Telefone vorgestellt, die in 170 Ländern verkauft werden und 70 Millionen Geräte verkauft. Die Kunden lieben unsere neuen Nokia-Produkte. Drei von vier Käufern empfehlen uns aktiv weiter", meint Seiche. 2018 will HMD Global "noch eins drauflegen", sein Angebot erweitern und neue Märkte erschließen. Die neuen Nokia-Geräte sollen vor allem drei Qualitäten erfüllen: Pur, sicher und am Stand der Zeit.

8110 4G ab Mai

Am unteren Ende beginnt die neue Produktpalette beim Nokia 8110 4G. Das aus "Matrix" bekannte 8110 wurde mit LTE-Verbindung, WLAN-Hotspot und Apps fit für das 21. Jahrhundert gemacht. Bei Bedarf soll das Feature Phone jedoch auch "Digital Detox" ermöglichen oder als Zweitgerät für den Urlaub herhalten. Das ab Mai verfügbare, 79 Euro teure Gerät soll jedoch vor allem die starke Position der Marke Nokia im Billig-Handy-Segment absichern.

Schlüssel Android One

Seinen Smartphone-Ansprüchen will HMD Global vor allem durch seine Kooperation mit Google gerecht werden. Durch die Verwendung von Android One in der gesamten Smartphone-Palette sollen Sicherheits- und Funktionsupdates schnellstmöglich alle Endgeräte erreichen. "Dein Mobiltelefon ist nicht nur frisch, wenn du es kaufst, sondern bleibt frisch während seiner gesamten Verwendungdauer", meint Seiche. Die Vorreiter-Position bei der Verwendung von Android One soll einer der wichtigsten Faktoren sein, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Mit den fünf am MWC vorgestellten neuen Nokia-Geräten will HMD Global vor allem die Bedürfnisse von Kunden erfüllen, die nicht allzu viel Geld für ihr Mobiltelefon ausgeben wollen. Mit dem Nokia 8 Sirocco will man aber auch den High-End-Bereich abdecken.

Nokia 1
© Bild: Nokia/Evan Blass/Twitter

Nokia 1 als Einstiegsdroge

Als besonders günstiges Einstiegsangebot in die Smartphone-Welt will HMD Global das Nokia 1 vermarkten. "Die meisten Feature-Phone-Benutzer fühlen sich gut mit ihrem Handy, würden aber aufrüsten, wenn sie das richtige Produkt dazu finden", meint Seiche. Bei Einsteiger-Smartphones sei das größte Problem meistens, dass man sich mit veralteten Betriebssystem-Versionen und niedrigen Leistungsdaten zufriedengeben müsse. Das Nokia 1 löse diese "Schmerzpunkte" durch Android Go, eine abgespeckte Version von Android 8 Oreo mit eigens adaptierten, besonders ressourcenschonenden Apps. Das Gerät wird ab April für 85 Dollar verkauft - Dollar deshalb, weil es sich um einen weltweiten Einheitspreis handle. Der Euro-Preis wäre laut derzeitigem Wechselkurs 68,40 Euro.

Mit der neuen Version des Nokia 6 soll man sich bereits ein deutlich stärkeres Smartphone erwarten können. Ein Metallrahmen soll Beständigkeit ausstrahlen. Gegenüber dem Vorgänger wurden vor allem Prozessor und Kamera verbessert. Das Gerät mit Android One kommt ab April für 279 Euro auf den Markt.

Nokia 7 Plus
© Bild: Nokia/Evan Blass/Twitter

Obere Leistungsstufe

Das Nokia 7 Plus ist an das "Value Premium Segment" gerichtet, also an Käufer, die sich starke Leistungsdaten bei gleichzeitig möglichst niedrigem Preis erwarten. Das Android-One-Smartphone soll vor allem mit drei Kameras, FullHD-Displayauflösung und zwei Tage Akkuzeit punkten. Ab April ist es um 399 Euro im Handel.

Das Nokia 8 Sirocco sei laut Seiche ein "Bekenntnis an alle Nokia-Fans, dass wir ihnen das Beste geben, was wir produzieren können. Das High-End-Gerät mit geschwungenen seitlichen Kanten wird ab April für 749 Euro verkauft.

Qualität statt Revolution

Angesprochen auf die glorreiche Nokia-Blütezeit, in der reihenweise mutige neue Designs auftauchten, meint Florian Seiche: "Es gibt genügend großartige Dinge, an denen unsere Designer arbeiten, aber wir befinden uns erst am Beginn unserer neuen Nokia-Geschichte. Noch ist die Zeit nicht reif für Experimente."

Für HMD Global sei es derzeit am wichtigsten, seine Mobiltelefone in jeder Preisklasse mit einer speziellen "Nokia-Qualität" anzubieten. "Wenn man unsere neuen Mobiltelefone ansieht, sieht man: Es gibt ein Nokia für jeden Menschen", meint Seiche. Zuverlässige Produkte anzubieten, denen man vertrauen kann, sei für HMD Global derzeit noch wichtiger, als ungewöhnliche Design-Akzente zu setzen.

Retro mit viel Akku

Aus der Schublade früherer Nokia-Ikonen werde sich HMD Global inzwischen weiterhin bedienen. "Wir schätzen uns glücklich, dass wir mit Nokia so ikonische Designs aus der Vergangenheit wie das 3310 oder das 8110 anbieten können", betont Seiche. "Diese Geräte fesseln Herz und Verstand. Außerdem sind sie ein wichtiges Geschäftselement für uns, weil wir die Nummer eins bei Feature Phones bleiben wollen."

Ein wichtiges Element, das man auch in Zukunft beibehalten wolle, sei eine möglichst großzügige Akkulaufzeit. "Zwei Tage sind großartig, verglichen damit, was derzeitiger Durchschnitt ist", sagt Seiche. "Wir wollen, dass möglichst viele unserer Geräte das bieten."

( futurezone ) Erstellt am 07.03.2018