Produkte 28.02.2018

Nokia 8110: Die Matrix-Banane im Kurztest

© Bild: Michael Leitner

Nach dem Nokia 3310 legt der Hersteller den nächsten Klassiker neu auf. Dabei behebt man viele Fehler des Vorgängers.

Wer die futurezone kennt, weiß, dass wir Bananen lieben (es gibt sogar einen Kurzfilm dazu). Entsprechend begeistert war ich, als HMD Global am Sonntag eine Neuauflage des Kult-Handys 8110 - auch als das „Banana Phone“ und aus dem Film Matrix bekannt - ankündigte. Obwohl ich das fast 22 Jahre alte Original nie besessen habe, kann man sich der Faszination des Handys mit Schiebe-Cover kaum entziehen.

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Nokia 8110

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Nokia 8110

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Nokia 8110

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Nokia 8110

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Nokia 8110

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Nokia 8110

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Nokia 8110

Doch nach dem eher enttäuschenden Nokia 3310 (hier im futurezone-Test) ist gesunde Skepsis angebracht. Kann eine Neuauflage eines 22 Jahre alten Handys tatsächlich gelungen sein oder spielt uns die Nostalgie einen Streich. Die futurezone hat die 2018er Edition des 8110 ausprobiert.

Hommage statt Kopie

Die wohl optisch wichtigste Änderung: Die fette Antenne auf der rechten Seite fällt weg. Im Jahr 2018 sind derartige Antennen glücklicherweise technisch als auch optisch überflüssig geworden. Trotz fehlender Antenne funkt das neue 8110 nicht nur im GSM-Netz, sondern verfügt mittlerweile auch über ein 4G-Modem. So kann man das mobile Internet nun auch mit vernünftigen Geschwindigkeiten nutzen.

Beim Design kann man, wie beim Nokia 3310, eher von einer Hommage statt einer Kopie sprechen. Das Handy ist zwar gebogen, an diesem Punkt enden aber bereits die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Geräten. Tatsächlich ähnelt das Design des 8110 (2018) eher dem des bereits fünf Jahre alten Nokia 208.

Blickfang

Die leichte Krümmung erinnert an LGs „selbstheilendes“ Smartphone G Flex, das ebenfalls über einen nach innen gebogenen Bildschirm verfügte. Wer sein Mobiltelefon gerne in die Gesäßtasche steckt, dürfte wohl davon profitieren, abgesehen davon ließen sich keine Vorteile erkennen. Sowohl beim Telefonieren als auch beim Halten wirkte sich die Krümmung weder positiv noch negativ aus.

Nokia 8110
© Bild: Michael Leitner

Das Gehäuse aus Polycarbonat ist gut und robust verarbeitet. Unter Druck gab es an keiner Stelle nach. Die Oberfläche ist glatt, bietet aber dennoch guten Halt. Die Rückseite lässt sich abnehmen, um den Akku zu tauschen oder eine SIM- bzw. microSD-Karte einzusetzen. Der Schiebemechanismus des Tastatur-Covers ist angenehm leicht und lässt sich auch mit einer Hand betätigen. Die Bewegung dürfte im Alltag wohl zahlreiche Blicke auf sich ziehen.

Schwachpunkte Kamera und Blitz

Um den Bildschirm zu aktivieren, muss das Cover vollständig nach unten geschoben oder die Power-Taste an der rechten oberen Seite betätigt werden. Die verbaute 2-Megapixel-Kamera mit LED-Blitz scheint ident zu jener im Nokia 3310 zu sein, da die Fotos weiterhin fast unbrauchbar sind. Der schnellere SoC - ein Qualcomm Snapdragon 205 - beflügelt aber die Performance der Kamera-App spürbar. Auch der größere Arbeitsspeicher (512 Megabyte) und interne Speicher (vier Gigabyte) beheben zwei große Problemstellen des Nokia 3310.

Der 2,4 Zoll große LC-Bildschirm ist wenig berauschend, bereits bei leichtem Tageslicht war dieser nur schwer ablesbar. Zudem war die Darstellung auffallend grobkörnig - in Anbetracht der niedrigen Auflösung von 320 mal 240 Pixeln verwundert das jedoch nicht. An Apps war ein ähnliches Angebot wie beim 3310 vorinstalliert, unter anderem eine mittelmäßige „Snake“-Neuauflage, ein FM-Radio sowie ein Kalender.

Endlich 4G

Ohne Zweifel, das Nokia 8110 hat seinen Charme. Mit dem Original hat es aber, mit Ausnahme des Namens, wenig gemein. Wie beim 3310 lockt die Neuauflage mit Erinnerungen an die „gute alte Zeit“. Dieses Mal sind zumindest ein 4G-Modem und etwas bessere Hardware an Bord, die wichtige Kritikpunkte des 3310 beseitigen könnten.

Ungeachtet dessen ist das 8110 mit 79 Euro ein relativ teures Handy. In dieser Preisklasse gibt es bereits günstige Einsteigersmartphones - selbst das hauseigene Android-Go-Smartphone Nokia 1 kostet nur 20 Euro mehr. 

( futurezone ) Erstellt am 28.02.2018