Die Interceptor-Drohne soll andere Drohnen rammen.

© Anduril Industries

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10/04/2019

Oculus-Mitgründer baut Ramm-Drohnen die andere Drohnen zerstören

Die "Interceptor" ist AI-gesteuert und soll Militär-Drohnen vor Angriffen schützen. Sie erreicht eine Geschwindigkeit von 160 km/h.

Oculus-Erfinder Palmer Luckey und seine Firma für Verteidigungstechnologie, Anduril Industries, haben einen fliegenden Rammbock entwickelt, mit dem Drohnen aus dem Himmel geholt werden können. Die Drohne heißt "Interceptor" und kann über Computer Vision, also maschinelles Sehen, Ziele automatisch anvisieren. Bevor eine Drohne gerammt wird, ist allerdings die Bestätigung durch einen Menschen notwendig.

Bei ihrem Angriff erreicht diese Anti-Drohne bis zu 160 Stundenkilometer, neue Prototypen sollen sogar 321 Stundenkilometer erreichen. Verfehlt die Drohne ihr Ziel, kann sie mehrere Angriffsversuche starten, bis das Objekt zerstört wurden, ohne dass ein Mensch weiter eingreifen muss. Sie funktioniert sowohl tagsüber als auch in der Nacht. Langfristig soll auch ein Angriff auf bemannte Flugobjekte wie Helikopter möglich sein. 

Nur zur Verteidigung

Anduril gibt an, dass die Drohnen ausschließlich zu Verteidigungszwecken verwendet werden. Vorsitzender Trae Stephens sagte gegenüber Bloomberg, viele Firmen würden die Entwicklung von Waffen gegenüber ihren Mitarbeitern herunterspielen. "Wir machen wortwörtlich das Gegenteil davon. Wir sagen Bewerbern wenn sie durch die Tür kommen: 'Ihr werdet hier Waffen bauen'", so Stephens.

Laut Bloomberg wurden heuer bereits "dutzende" dieser Drohnen in den USA und Großbritannien verschickt, Hunderte weitere würden bereits produziert. Die Verträge mit den Kunden sehen vor, dass die Interceptors in Krisengebieten zum Einsatz kommt, wo genau gibt Anduril Industries jedoch nicht preis. Das Unternehmen wird auf einen Wert von einer Milliarde US-Dollar geschätzt und hat sich vor allem auf Überwachungstechnologie für das Militär spezialisiert. Mit der neuen Drohne wurde die erste Waffe entwickelt. Die Interceptor ist Teil des Lattice AI Programms, das unbemannte Drohen identifizieren und ausschalten kann. 

Kritik an Zusammenarbeit mit Trump

Palmer Luckey, der die VR-Brille Oculus Rift entwickelte, und seine Firma stehen in der Kritik, da ihre KI-gesteuerten Überwachungstürme und Drohen mit Kameras an der Grenze zwischen den USA und Mexiko zum Einsatz kommen. Daher wird ihnen die Unterstützung der kontroversen Migrationspolitik der Trump-Regierung vorgeworfen. Anduril Industries äußerte sich dazu, man beliefere nicht eine spezifische Regierung, sondern unterstütze das Pentagon mit Technologie.

In Hinblick auf die AI-Steuerung der Drohne werden nun erneut kritische Stimmen laut, da man die Technologie zukünftig auch gegen Menschen einsetzen könnte. Dabei ist jetzt zwar noch die Bestätigung durch eine Kontrollperson notwendig, ob das in Zukunft so bleibt, ist offen. So äußerte sich Marta Kosmyna von der "Campaign to Stop Killer Robots" gegenüber Bloomberg, man habe mit den Interceptor-Drohnen Pandoras Büchse geöffnet, da solche Technologie selten wie beabsichtigt genutzt würde.