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10/01/2020

OnePlus Nord im Test: Eine Klasse für sich

Wer sich aktuell um ein Smartphone umsieht, kommt um das Mittelklasse-Handy nicht herum. 

von Florian Christof

Einst trat das noch junge Unternehmen OnePlus als "Flagship-Killer" gegen die Konkurrenz an. 2014 brachte der chinesische Hersteller das OnePlus One mit Highend-Spezifikationen zu einem vergleichsweise günstigen Preis auf den Markt und konnte schnell eine eingeschworene Fangemeinde aufbauen.

Mit der Zeit sind allerdings auch die OnePlus-Geräte immer teurer geworden, bis vom einstigen Flagship-Killer nicht mehr viel übrig war. Mit dem günstigeren OnePlus Nord will das Unternehmen wieder zu seinen Wurzeln zurückkehren und eine Highend-Ausstattung zu einem niedrigeren Preis anbieten.

Mittelklasse-Preis, Highend-Ausstattung

Sieht man sich die technischen Spezifikationen des OnePlus Nord an, entdeckt man nur wenige Unterschiede zu wesentlich teureren Spitzengeräten. Die Daten allein, sagen allerdings manchmal nur sehr wenig darüber aus, ob das Gerät im Alltag auch die Versprechen halten kann.

Der erste Eindruck enttäuscht nicht: Das OnePlus Nord fühlt sich richtig hochwertig an. Zwar wird das Gerät von einem Plastikrahmen in Metall-Look eingefasst, doch das mindert den positiven Eindruck nicht. Vorder- und Rückseite bestehen aus Glas, das von Gorilla Glass 5 geschützt wird. Abgerundet an den Rändern ist das Display nicht.

Hochwertiges Display mit 90 Hz

Mit einer Display-Diagonale von 6,44 Zoll, zusammen mit einem rahmenlosen Design, hat das OnePlus Nord eine für mich angenehme Größe - nicht zu groß und nicht zu klein. Auch das Gewicht mit 184 Gramm fällt nicht negativ auf.

Geprägt wird der Screen von einem länglichen Kameraloch, wo die Dual-Selfie-Kamera untergebracht ist. Einziger Kritikpunkt dabei: Die Aussparung ist relativ groß und lässt für Notifications in der Status-Bar recht wenig Platz übrig.

Beim Bildschirm hat OnePlus ein AMOLED-Display verbaut. Dieses löst mit 1080 x 2400 Pixel auf und kommt damit auf eine Pixeldichte von 408 ppi. Außerdem hat der Screen eine Bildwiederholrate von 90 Hz und unterstützt HDR10+.

Alles in allem verfügt das OnePlus Nord über einen hervorragenden Bildschirm. Die Helligkeit ist ausreichend, um Inhalte auch im Sonnenlicht lesen zu können. Die Farben werden einem OLED-Display entsprechend kräftig und satt dargestellt. Aber vor allem die erhöhte Refresh-Rate von 90 Hz verleihen dem Bildschirm ein Premium-Feeling.

Tolle Kamera mit Einschränkungen

Auf der Rückseite befinden sich insgesamt 4 Kameralinsen sowie ein Dual-LED-Blitz: Die 48 MP Hauptkamera (f/1,8), das Weitwinkelobjektiv mit 8 MP (f/2,3), sowie ein Tiefensensor mit 5 MP (f/2,4) und eine Makrolinse mit 2 MP (f/2,4). Einen optischen Zoom gibt es nicht.

Nimmt man Fotos mit der Hauptkamera im Standardmodus auf, gibt es an den Bildern recht wenig auszusetzen. Sowohl im Innenraum, als auch bei guten sowie schwierigeren Lichtverhältnissen im Freien gelingen hier beeindruckende Bilder, die jenen von Spitzengeräten nur im Detail nachstehen.

Weitwinkel

Standardmodus

Standardmodus

Weitwinkel

Standardmodus

Weitwinkel

Makromodus

Standardmodus

Standardmodus

Auch das Hervorheben des Vordergrundes bei gleichzeitigem Unschärfen des Hintergrundes funktioniert mit der Hauptkamera bestens. Dabei ist das Gerät in der Lage, den Vorder- vom Hintergrund exakt zu unterscheiden.

Schlechte Makro-Kamera, guter Nachtmodus

Spielt man sich etwas mit der Kamera und nutzt beispielsweise die Makro-Kamera, kommt Enttäuschung auf. Nicht nur ist Auflösung des Makro-Objektivs zu gering, auch die Qualität der Bilder kann nicht überzeugen. Nutzt man für dieselbe Einstellung den Standardmodus entstehen wesentlich bessere Bilder.

Beim Weitwinkel kommt es stark auf das Motiv und die Lichtbedingungen an, ob die Fotoqualität gut oder schlecht ausfällt. Während bei Landschaftsbildern meist gute Aufnahmen gelingen, können bei einer anderen Motivauswahl die Objekte im Vordergrund stark verzerrt werden beziehungsweise die Lichtabstimmung nicht entsprechend wiedergegeben werden. Zoomt man bei Weitwinkelaufnahmen etwas hinein, werden oft auch kleinere Schwächen bei der Schärfe sichtbar.

Der Night-Mode ist ansprechend und ermöglicht recht gute Bilder bei Dunkelheit. Für ein Gerät in dieser Preisklasse ist der Nachtmodus auf alle Fälle zu loben. Videoaufnahmen sind bis zu 4K möglich. Die maximale Frame-Rate beträgt dabei 30 fps. Die Superzeitlupe schafft 1080p-Videos bei 240 fps.

Die Dual-Selfie-Kamera löst mit 32 MP beziehungsweise 8 MP aus und kann mit der Fotoqualität ebenso überzeugen. Auch hier funktioniert die künstliche Tiefenunschärfe und das Freistellen des Vordergrundes meistens ohne Probleme. Bei Gruppen-Selfies ist der Weitwinkel auf der Vorderseite besonders praktisch.

Ausreichend Leistung

Unter der Haube des OnePlus Nord werkt der achtkernige Snapdragon 765G Prozessor. Das 64-GB-Modell kommt mit 6 GB RAM, das 128-GB-Modell mit 8 GB RAM und die Variante mit 256 GB Speicherplatz verfügt über 12 GB Arbeitsspeicher. Beim Speicherstandard setzt das OnePlus Nord auf UFS 2.1 und verzichtet leider auf das wesentlich schnellere UFS 3.0.

In der Praxis schupft das Gerät sämtliche Alltags-Anwendung mit Leichtigkeit. Auch bei aufwendigeren Games oder Video-Apps hat es keinerlei Probleme. Verglichen mit teureren Spitzengeräte sind die Ladezeiten manchmal vielleicht etwas länger, doch im Alltag fällt dies nicht weiter negativ auf.

Fingerabdrucksensor, Konnektivität und Anschlüsse

Der Fingerprintsensor befindet sich im Display und funktioniert meist rasch und zuverlässig. In Sachen Konnektivität ist 5G, Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac, NFC, Bluetooth 5.1 sowie der Audiocodec aptX HD mit an Bord. Einen Einschub für eine microSD-Karte gibt es ebenso wenig wie einen herkömmlichen 3,5mm-Kopfhöreranschluss.

Die Lautsprecher können ziemlich laut aufgedreht werden. Allerdings ist bei hoher Lautstärke die Qualität der Audiowiedergabe nicht berauschend. Je höher der Regler, desto mehr nimmt die Qualität ab.

Bei den Tasten am Gerät bleibt OnePlus seinem Konzept treu: Mit dem physischen Schalter an der Seite lässt sich zwischen Vibrieren, Laut und Stumm hin- und herschalten - eine praktische Sache.

Software mit Update-Garantie

Das OxygenOS von OnePlus ist nach wie vor eine der besten Android-Adaptionen. Es ist nicht überladen, hat eine ansprechende Designsprache und funktioniert richtig flüssig.

Das Nord kommt mit OxygenOS 10.5, welches auf Android 10 basiert. Auch die Update-Policy von OnePlus kann sich sehen lassen: Garantiert werden 2 Versions-Updates sowie Sicherheitsaktualisierungen für 3 Jahre.

Durchschnittlicher Akku schnell geladen

Der Akku hat eine Kapazität von 4.115 mAh und kann mit maximal 30 Watt geladen werden. Hängt man das OnePlus Nord bei 1 Prozent Restakku an die Steckdose, zeigt die Akkuanzeige nach 2 Minuten bereits 6 Prozent. Nach insgesamt 8 Minuten steht der Akku bei 20 Prozent und nach insgesamt 20 Minuten ist der Akku zur Hälfte aufgeladen. Die Möglichkeit das OnePlus Nord kabellos zu laden gibt es nicht.

Wie lange der Akku durchhält, hängt natürlich von der Intensität der Nutzung ab. Während des Testzeitraums ist der Akku weder positiv noch negativ aufgefallen und befindet sich somit im Durchschnitt. Das heißt, dass der Akku einen Tag durchhält, die Nacht verbringt das Gerät dann aber gerne an der Steckdose.

Fazit

Mit dem Nord kehrt OnePlus tatsächlich zu seinen Wurzeln zurück und definiert neue Standards im Bereich der Mittelklasse-Smartphones. In diesem Preisbereich muss man erst einmal ein Handy finden, das über ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis verfügt.

Die Kamera ist tadellos - zumindest mit den Standardeinstellungen. Das Display steht jenem von Spitzengeräten nicht nach und auch der Akku und die Leistungsfähigkeit können sich mit Highend-Geräten messen.

Wer sich aktuell um ein Smartphone umsieht, kommt am OnePlus Nord nicht vorbei. Auch wenn Spitzengeräte anderer Hersteller mit dem einen oder anderen Zusatz-Feature locken und eine etwas bessere Kamera haben, ist das OnePlus Nord im Mittelklasse-Segment eine Nummer für sich.

Das OnePlus Nord mit 128 GB Speicherplatz kostet aktuell 399 Euro. Für die Version mit 256 GB werden 499 Euro fällig.

Alle technischen Daten auf der Website des Herstellers.

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