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09.02.2015

Panasonic HX-A500 im Test: 4K-Videos und Nabelschnur

Die Actionkamera Panasonic HX-A500 besteht aus zwei Teilen und wird am Kopf getragen. 4K-Videos erreichen hohe Qualität, bei der Bedienung gibt es leichte Abzüge.

Die Panasonic HX-A500 sieht anders als alle anderen Actioncams aus. Statt Objektiv, Prozessor und Akku in ein kompaktes Gehäuse zu pressen, hat sich Panasonic dazu entschieden, ein zweigeteiltes Gerät zu bauen, dessen Komponenten durch eine Art Nabelschnur miteinander verbunden sind. Das Objektiv wird am Kopf, direkt neben der Wange, getragen, während der Rest des Geräts in einer Halterung am Arm getragen wird. Die futurezone hat die HX-A500 getestet.

Panasonic HX-A500 in Bildern

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Ausstattung

Im Vergleich zu herkömmlichen Actioncams, wie etwa der GoPro Hero 4 Silver, hat die Panasonic HX-A500 recht große Dimensionen. Das Basisgerät ist 94 mal 59,5 mal 26,7 Millimeter groß. Durch die Nabelschnur-Lösung bleibt allerdings nur der zylinderförmige Objektivteil mit seinen schlanken Ausmaßen von 68,5 mal 26,5 Millimeter in der Halterung. Ein guter Kompromiss. Der Basisteil wiegt 128 Gramm, der Objektivteil nur 31 Gramm.

Aufgenommen wird mit einem 12,76 Megapixel BSI-MOS-Sensor. Die Linse deckt 160 Grad ab. Die maximale Auflösung liegt bei 3.840 mal 2.160 Pixel (4K) bei 25 Bildern pro Sekunde (fps). FullHD-Videos werden mit maximal 50 fps aufgenommen. Fotos mit maximal 16,3 Megapixel (fast das Doppelte der effektiven Pixelanzahl für Fotos am Sensor).

WLAN und NFC

Bedient wird die Kamera durch zwei Tasten und einen Mini-Joystick am Basisteil der HX-A500. Auf dessen Vorderseite sitzt außerdem ein 1,5-Zoll-Farbdisplay. Dahinter sitzt ein fest verbauter 1.450 mAh Lithium-Polymer-Akku. Gespeichert wird auf einer micro-SD-Karte. Der Zugang dazu sowie zum USB-2.0-Anschluss befindet sich hinter einer verriegelten Klappe an der Seite des Basisteils.

Drahtlos kommunizieren kann die Panasonic HX-A500 über WLAN und NFC. Um Mobilgeräte zur Steuerung zu Verwenden, benötigt man die Panasonic Image App. Um die Kamera am Kopf zu befestigen, steht eine Art Bügel zur Verfügung, der hinten am Kopf sitzt. Die Kamera findet darauf in einer Halterung an der linken Seite, direkt neben dem Wangenknochen, ihren Platz. Mit einem mitgelieferten Gummiband wird der Bügel zum geschlossenen Kopfband.

Praxiserfahrungen

Wir haben die Kamera unter anderem auf der Skipiste getestet. Die Kamera wurde dabei per Kopfbügel plus Gummiband über die Haube gestülpt. Der Basisteil wurde in einer kleinen Tasche verstaut, die am linken Oberarm per Klettverschluss befestigt wurde. Die Montage funktionierte problemlos. Das Verbindungskabel zwischen Basis- und Objektivteil ist lange genug, um die Bewegung nicht einzuschränken. Auch wenn das Kabel durch einen Rucksackträger verkürzt wird, reicht die Länge aus.

Alternativ kann man sich improvisierte Befestigungen basteln. Auch das haben wir ausprobiert. Der Objektivteil wurde an der Vordergabel eines Rennrads befestigt, und zwar mit Klebeband. Der Basisteil samt Tasche wurde am Lenker und an der oberen Stange des Rahmens angebracht. Auch diese Methode funktionierte. Bei der Montage sehr hilfreich ist das Vorschaubild am Display, das sofort erscheint, wenn die Kamera aktiviert wird.

Ist der Basisteil beim Skifahren einmal am Oberarm montiert, hat man das Display nicht mehr im Blick. Hinter der transparenten Abdeckung der Tasche erkennt man nicht mehr, ob gerade aufgenommen wird, oder nicht. Wer deshalb das Basisgerät aus der Tasche zieht, bekommt es danach kaum mehr in die Tasche, wenn er seine Handschuhe dafür nicht ausziehen will. Aber egal, der Aufnahmeknopf ist auch am Oberarm klar erkennbar. Einmal drücken, Aufnahme, nochmal drücken, Pause, und so weiter.

Wiedergabe-Probleme

Will man sich die gerade angelegte Aufnahme am Display ansehen, wählt man die Replay-Funktion mit dem Steuerkreuz. Weitere Aufnahmen davor bekommt man allerdings nicht zu Gesicht. Nirgendwo im Menü findet man eine Sammlung aller Aufnahmen, geschweige denn eine Wiedergabefunktion. Warum darauf verzichtet wurde, wenn doch ein Display vorhanden ist - wo Displays bei Actioncams ohnehin nicht selbstverständlich sind - ist schleierhaft.

Halbwegs ausgeglichen wird das Wiedergabe-Manko durch die Verbindungsfähigkeiten der HX-A500. Per WLAN oder NFC kann eine Verbindung mit Smartphones oder Tablets und der Panasonic Image App aufgebaut werden. In der App findet man alle auf der Kamera gespeicherten Videos und kann diese abspielen. Außerdem lassen sich damit die Kamera-Einstellungen verändern.

Bei der Wiedergabe am PC zeigten sich bei einer Handvoll Aufnahmen merkwürdige Fehler. Das Bild ruckelte, außerdem fehlten Metadaten-Einträge. Das Problem trat sowohl mit dem VLC-, als auch mit dem Windows Mediaplayer und auf zwei verschiedenen PCs auf. Auch im Videoschnittprogramm Magix Fastcut wurden die Szenen nicht ruckelfrei wiedergegeben. Nach dem Hochladen auf YouTube und damit einhergehender Konvertierung liefen die betroffenen Szenen aber wieder einwandfrei.

Hohe Bildqualität

Die Bildqualität ist die große Stärke der HX-A500. Beim Großteil der Aufnahmen wurden alle Bewegungen flüssig wiedergegeben. Farben, Schärfe, alles passt. Auch bei schlechten Lichtbedingungen erzielt die Kamera gute Resultate. In puncto Auflösung und Bildqualität kann das Gerät mit dem derzeitigen Topmodell von GoPro, der Hero 4 Black mithalten, die 4K mit bis zu 30 fps erlaubt.

Die HX-A500 bietet digitale Bildstabilisierung. Wie sich vor allem beim Test am Rennrad zeigt, funktioniert diese gut. Im Vergleich zu einer fix am Lenker montierten GoPro sind weniger Vibrationen auf der Aufnahme erkennbar. Freilich kann man Aufnahmen immer auch im Nachhinein am PC stabilisieren. Wenn einem diese Arbeit abgenommen oder erleichtert wird, steigert das den Bedienkomfort.

Zu wenig Hitze

Ein Umstand, der beim Testen auftrat, hat einen Nachteil des Zwei-Komponenten-Designs der HX-A500 gezeigt, der bei kompakten Actionkameras nicht auftaucht: Fuhr man auf einer Skipiste unter dem Strahl einer Schneekanone durch oder war bei stürmischem Wetter unterwegs, war auf der Videoaufnahme bald nichts mehr zu sehen. Das Objektiv war vereist und musste regelmäßig mit dem behandschuhten Finger freigekratzt werden.

Bei einer herkömmlichen Actioncam wäre das mit der richtigen Einstellung nicht passiert. Wer dabei etwa mit einer hohen Bildrate filmt, erhält bald ein erhitztes Kameragehäuse. Hitzequellen sind Bildprozessor und Akku. Bei der HX-A500 befinden sich diese im Basisteil, vergleichsweise weit weg von der Linse.

Fazit und Preis

Die Panasonic HX-A500 macht sehr gute Action-Videoaufnahmen. Die 4K-Auflösung mit 25 fps sind bereits ein ausschlaggebendes Kaufargument. Dazu kommt die angenehme Tragbarkeit, wenn man Videos aus der eigenen Sicht und Kopfhöhe aufnehmen will. Die Kamera ist spritzwasser- und staubgeschützt. Auch mit Kälte kommt sie gut zurecht. Mit WLAN und NFC gibt es zwei rasche Verbindungsoptionen zur passenden App.

Die zweigeteilte Form der Kamera ist allerdings nicht für jeden Einsatzzweck geeignet. Wird die Kamera etwa an Sportgeräten montiert, bietet sich eher ein kompakteres Gerät an. Bei Nässe und Kälte friert die Linse der HX-A500 ein. Der fix verbaute Akku stellt einen weiteren Nachteil dar. Schlussendlich erscheint auch das Menü teilweise konfus. Warum trotz Display keine vernünftige Wiedergabe-Funktion zur Verfügung steht, ist merkwürdig.

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 429 Euro zählt die Panasonic HX-A500 zu den teureren Actioncams. Nicht nur bei der Leistung, auch beim Preis spielt die Kamera damit in einer Liga mit der GoPro Hero4 Black (479,99 Euro).